Basketball-Liga Pro A

Vier weitere Corona-Fälle bei den Eisbären

Bei Bremerhavens Basketballern wurden vier weitere Personen positiv getestet, alle vier müssen sich nun in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Die kommende Partie in Trier wurde daher verlegt.
18.11.2020, 15:41
Lesedauer: 2 Min
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Vier weitere Corona-Fälle bei den Eisbären
Von Frank Büter

Bremerhaven. Corona hat nun auch die Eisbären Bremerhaven fest im Griff: Beim Basketballteam aus der 2. Bundesliga Pro A wurden vier weitere Personen aus dem Spieler- und Trainerkreis positiv getestet, alle vier haben sich nun in eine 14-tägige Quarantäne begeben. „Zwei Spieler hatten vorab schon über Beschwerden geklagt. Deshalb überrascht uns das Testergebnis nicht“, sagt Eisbären-Geschäftsführer Nils Ruttmann.

Ausgangspunkt für diese Infektionskette im Bremerhavener Team um Coach Michael Mai dürfte die Auswärtspartie in Nürnberg am 8. November gewesen sein. Dort waren im Nachgang alle zehn eingesetzten Nürnberger Spieler und kurz darauf auch zwei Eisbären-Spieler positiv getestet worden. Das jüngste Heimspiel der Bremerhavener gegen die Artland Dragons aus Quakenbrück war aus diesem Grund bereits verlegt worden, nun wurde auch die kommende Auswärtspartie am Sonnabend in Trier abgesagt. Da Bremerhaven mit Blick auf die mindestens bis einschließlich 1. Dezember andauernden neuen Quarantänemaßnahmen und zwei langzeitverletzten Spielern (Marcel Keßen/Kevin Yebo) bis zum Monatsende absehbar keine acht gesunden Profis zur Verfügung hat, wird wohl auch die Heimpartie am 28. November gegen Jena verlegt werden müssen. Das nächst mögliche Spiel wäre die Auswärtspartie am 5. Dezember in Paderborn.

Die positiv Getesteten stehen unter kontinuierlicher medizinischer Beobachtung und befinden sich wie alle anderen Personen, die bei der besagten Auswärtsreise mit Partien in Schwenningen und Nürnberg dabei waren, bereits seit letzter Woche und auch weiterhin in häuslicher Quarantäne, teilen die Eisbären in einer Pressemitteilung mit. Zur Wochenmitte war zudem auch die Geschäftsstelle am Amerikaring komplett verwaist, „prophylaktisch arbeiten wir alle von Zuhause aus“, schildert Nils Ruttmann.

Oder sie sitzen im Auto und fahren durch die Stadt – so wie Gerald Matthews. Der frühere Berufssoldat ist der „Facility Manager“ der Eisbären, der Mann für alle Fälle sozusagen. Der Amerikaner lebt bereits seit vielen Jahren in Bremerhaven, seit September 2018 arbeitet er in Vollzeit für die Eisbären, wo er sich um die Bedürfnisse der Spieler und des Vereins kümmert. Aktuell hat Matthews zu seinen vielen Aufgaben noch eine Aufgabe hinzugewonnen: Er versorgt die Spieler, die sich in häuslicher Quarantäne befinden, nämlich mit Lebensmitteln und auch mit den notwendigen Medikamenten. Der 63-Jährige macht die Besorgungen, fährt von Tür zu Tür und stellt dort die Pakete ab. Einmal die Klingel gedrückt und schon geht's weiter. „Das ist in der jetzigen Situation auch ein sehr wichtiger Job“, sagt Nils Ruttmann. Er weiß, dass den Profis in ihren Wohnungen durchaus langweilig ist, „aber allen geht es so weit gut, das ist die Hauptsache!“. Training – ganz gleich in welcher Form – ist derzeit nicht möglich. „Für Profis, die es gewohnt sind, zweimal am Tag zu trainieren, ist das eine harte Zeit“, sagt Nils Ruttmann. Er hofft nun, dass zumindest die nicht betroffenen Spieler nach verkürzter Quarantäne und Rücksprache mit dem Gesundheitsamt bald wieder mit individuellen Einheiten im Trainingscenter beginnen dürfen.

Ob Hagen, Tübingen oder Nürnberg – vielen Klubs in der Liga geht es derzeit so wie Bremerhaven. Allein für das kommende Wochenende wurden vier Paarungen abgesagt beziehungsweise kurzfristig Ansetzungen getauscht. Die Klubs stehen derweil untereinander in einem guten Austausch, wie Ruttmann betont. Eine verbindliche Testverpflichtung, wie von Ex-Bundestrainer Dirk Bauermann (jetzt Rostock) angeregt, ist ebenso Thema wie ein mehrwöchiger Lockdown im Verbund mit einer entsprechenden Verlängerung der Saison ins Frühjahr hinein. „Geisterspiele und die wegen der Nachholspiele zu erwartenden englischen Wochen“, sagt Nils Ruttmann, „sind sportlich und finanziell eine große Belastung für alle Teams.“

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