Basketball Spielbetrieb bis Ende Februar eingestellt

Während in anderen Sportarten die Absage des Spielbetrieb von Monat zu Monat geschoben wird, haben die Basketballer zumindest für den Winter Klarheit. DTV-Coach Stacy Sillektis würde die Saison komplett absagen
01.12.2020, 16:30
Lesedauer: 3 Min
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Spielbetrieb bis Ende Februar eingestellt
Von Michael Kerzel

Die Hinrunden in den Basketball-Ligen Niedersachsens würden sich ohne Coronavirus zu diesem Zeitpunkt dem Ende zuneigen. Doch der Basketball ruht, und das wird sich in den kommenden drei Monaten nicht ändern. „Da die rechtlichen Vorgaben noch eine gewisse Zeit unsere Kontakte und unseren Spielbetrieb beschränken beziehungsweise nicht zulassen werden, möchte der NBV-Vorstand einen Ausblick auf den noch ausstehenden Spielbetrieb und das kommende Jahr geben: Der Vorstand hat beschlossen, den Spielbetrieb in allen NBV-Ligen vorsorglich bis einschließlich Februar 2021 einzustellen“, teilt der Niedersächsische Basketballverband mit. Vor einer Wiederaufnahme des Spielbetriebes muss es den Vereinen dann erst einmal möglich sein, die Hallen für das Mannschaftstraining ausreichend zu nutzen, um eine erhöhte Verletzungsgefahr zu vermeiden. Ob und wann Training und Lehrgänge möglich sein werden, wird durch die behördlichen Vorgaben entschieden. „Diese Entscheidung des Vorstands soll den Vereinen Planungssicherheit geben, soweit wir in einer so ungewöhnlichen Situation davon sprechen können. Änderungen kann es natürlich geben, da sich der Vorstand immer den Vorgaben anpasst, diese diskutiert und dann Entscheidungen trifft“, fügt der NBV hinzu.

Stacy Sillektis, Spielertrainer des Delmenhorster TV, hält die Entscheidung für richtig, würde jedoch sogar noch einen Schritt weitergehen. „Wenn man mich fragen würden, würde ich die Saison komplett zurückstellen und erst wieder anfangen, wenn die Impfungen weit fortgeschritten sind und das Risiko sinkt“, meint Sillektis. Die Gesundheit stehe an erster Stelle. Gerade bei Amateuren sollten Vorsicht und Vernunft walten. „Machen wir uns nichts vor: Wir spielen kein Tennis oder Tischtennis, sondern machen Kontaktsport. Da geht es mit Ansteckungen schnell“, warnt Sillektis.

Eine einfache Runde ab März hält der Oberliga-Coach für Wettbewerbsverzerrung. Der Heimvorteil sei beim Basketball besonders wichtig. Und wenn der Spielplan bei einer einfachen Runde unglücklich sei, hätten einzelne Teams einen großen Nachteil, beispielsweise wenn Abstiegskandidaten bei den direkten Kontrahenten jeweils auswärts ran müssten und daheim auf Konkurrenz träfen, gegen die auch in eigener Halle kaum eine Chance auf einen Sieg bestünde. „Entweder man spielt eine ganze Saison oder eben keine“, sagt Sillektis. Zudem seien die Spieler, mit kurzen Unterbrechungen, Ende Februar 2021 dann seit einem Jahr nahezu ohne Spielpraxis. „Man kann aktuell ja auch nicht draußen werfen, da ist das Wetter nicht passend. Und in Hallen darf man nicht“, beschreibt Sillektis das Dilemma.

Der Verband hat in einem Online-Meeting verschiedene Szenarien durchgespielt, zu welchem Zeitpunkt ein Re-Start möglich sein kann, um die aktuelle Saison weiterzuführen. Falls das rechtlich erlaubt wird. Sollten die Vereine im Februar das Mannschaftstraining in der Halle wieder aufnehmen können, käme ein Re-Start am Wochenende 6. März des kommenden Jahres in Betracht.

Ist das Mannschaftstraining im Februar noch nicht wieder erlaubt, wovon der NBV ausgeht, wird ein Re-Start des Spielbetriebs am 17. April angestrebt. Bei einer Liga mit zehn Mannschaften gäbe es noch sechs Spieltage bis zum möglichen Saisonende am 29. Mai. Am 1. Juni ist der Meldetermin für die neue Saison geplant. „Unabhängig davon, ob ein Re-Start am 6. März oder am 17. April 2021 möglich sein wird, werden wir nur eine Halbserie mit den noch ausstehenden Spielen der Hinserie austragen. Wenn es nicht möglich sein sollte, mindestens die Hinserie zu Ende zu spielen, wird die Saison 2020/21 nicht gewertet. Es gibt dann keine Auf- oder Absteiger“, kündigt der Verband an

Bei den Jugendmannschaften in den Landesligen gilt sinngemäß der gleiche Zeitrahmen. Ob anschließend noch eine Endrunde gespielt werden kann, hängt von den politischen Entscheidungen zu den Kontaktbeschränkungen ab. Mögliche Termine würden dann Mitte oder Ende Mai liegen.

Die Verbandsentscheidung wird auch beim SC Wildeshausen begrüßt. „Die Entscheidung ist richtig“, sagt Sportdirektor Michael Haake, „weil wir dadurch ein ganz kleines Mosaiksteinchen zur Eindämmung der Pandemie beitragen können.“ Der Trainer des Bezirksligisten und Vorstandsmitglied, Edward Brouwer, sieht es wie Haake: „Neben unserem Beitrag zur Eindämmung sorgt diese Entscheidung auch für Planungssicherheit.“ Kritisch betrachten beide die momentane Entwicklung in der Gesellschaft: „Es scheint so, dass wir demnächst einen oder mehrere Impfstoffe haben und wir damit das Gröbste hinter uns lassen können. Aber bis dahin sind noch zu viele Mitmenschen unterwegs, die noch nicht erkannt haben, dass die Situation ernst ist. Und diese kleine Zahl verdirbt es dann für die ganz große Mehrheit“, meint Brouwer.

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