Basketball

Die Planungen der Eisbären

Nach dem klaren Heimsieg gegen Paderborn planen die Eisbären Bremerhaven für die Play-offs – und diskutieren über den Lizenzantrag für die BBL. Die Entscheidung soll in Kürze fallen.
05.04.2021, 18:06
Lesedauer: 3 Min
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Die Planungen der Eisbären
Von Frank Büter
Die Planungen der Eisbären

Siebter Sieg in Folge: Es läuft gut für die Eisbären und Marvin Heckel (rechts).

Sven Peter/Hansepixx

Zwei Partien müssen die Eisbären Bremerhaven noch bestreiten, am Mittwochabend in Trier und am nächsten Sonnabend gegen Heidelberg, dann endet die Hauptrunde in der 2. Basketball-Bundesliga Pro A – und das unabhängig davon, dass Corona-bedingt nicht alle Teams bis dahin das volle Pensum von 28 Spielen absolviert haben werden. Sportlich haben sich die Eisbären längst für das geänderte Play-off-Format in Form einer Gruppenphase mit zweimal vier Mannschaften qualifiziert, jetzt geht es darum, „im Rhythmus zu bleiben und uns als Team weiter zu finden“, sagt Bremerhavens Geschäftsführer Nils Ruttmann.

Beides ist den Eisbären zuletzt gut gelungen. Am Ostersonnabend hatte sich das Team von Headcoach Michael Mai gegen die Uni Baskets Paderborn mit 91:66 (43:40) durchgesetzt und bereits den siebten Sieg in Folge gefeiert. Den Grundstein dafür hatten die Gastgeber indes erst in der zweiten Halbzeit gelegt. Coach Mai war deshalb zwar mit dem Ergebnis zufrieden, bemängelte aber wie schon in den Partien zuvor die fehlende Konstanz seines Teams. „Wir haben Paderborn in der ersten Halbzeit definitiv unterschätzt“, sagte Michael Mai. „Wir waren defensiv nicht konzentriert und konstant genug, haben uns dann in der zweiten Halbzeit jedoch deutlich gesteigert. Es war für uns ein guter Prüfstein auf dem Weg in die Playoffs.“

Und eben darum geht es dem US-Amerikaner, der in Bremerhaven in Personalunion als Cheftrainer und Sportlicher Leiter noch bis Sommer 2022 unter Vertrag steht. Erstmals seit einem Jahrzehnt wird der langjährige Erstligist wieder Play-offs bestreiten, „die Freude darüber ist groß“, sagt Nils Ruttmann. Und nachdem die Play-offs im Vorjahr wegen Corona entfallen mussten, möchten sich Coach Mai und seine Mannen dort diesmal bestmöglich präsentieren. Ein Taktieren kommt dabei für den Vorjahres-Vizemeister nicht in Frage.

Die Top-Acht bilden nach der Hauptrunde zwei Vierergruppen (Platz 1, 4, 5 und 8 sowie Platz 2, 3, 6 und 7), doch darauf zu spekulieren, wer welchen Platz belegen und ein möglicher Gegner sein könnte, verbiete sich, betont Ruttmann. „Wir gucken nur auf uns und wollen unsere gute Form mitnehmen in die Play-offs.“ Die Form der Eisbären, die verletzungsbedingt auch gegen Paderborn noch auf ihren Dreierspezialisten Josh Braun verzichten mussten, war zuletzt deutlich ansteigend. Der Kader, der nach den Abgängen von John Bohannon, Noah Allen und Marcel Keßen zunächst mit Rückkehrer Armani Moore und kurz vor Transferschluss im Februar auch noch mit dem erfahrenen Center Will Daniels deutlich verstärkt wurde, findet von Spiel zu Spiel immer besser zusammen. Die Eisbären verfügen jetzt über eine große Qualität und vor allem auch über eine große Leistungsdichte im Team. „Wir machen Fortschritte, das Leistungsbarometer zeigt in die richtige Richtung“, sagt auch Nils Ruttmann. Die beiden Nachverpflichtungen seien dabei keine finanziellen Husarenstücke gewesen, betont der Geschäftsführer. Beide Transfers seien innerhalb des kalkulierten Budgets machbar gewesen.

Gespräche mit den Gesellschaftern

Um die Machbarkeit geht es in diesen Tagen bei den Eisbären Bremerhaven auch hinsichtlich einer möglichen Rückkehr in die Basketball-Bundesliga BBL. Sportlich sind die jeweiligen Erstplatzierten der beiden Vierergruppen nach Hin- und Rückspiel für die BBL qualifiziert und ermitteln überdies dann im direkten Vergleich auch noch den Pro-A-Meister 2021. Wirtschaftlich sind indes noch weitere Hürden zu nehmen. Zur Erinnerung: Aufgrund von Altlasten in Höhe von 650.000 Euro hatte Bremerhaven im Mai 2019 keine Lizenz für die Erste Liga erhalten, im Vorjahr wiederum, als sie sportlich qualifiziert waren, hatten die Eisbären ihren Lizenzantrag für die BBL zurückgezogen, weil sie kein positives Eigenkapital nachweisen konnten.

Jetzt gilt es also erneut, Kosten, Risiken und Chancen abzuwägen. Die Zeit drängt. Am 15. April endet die Bewerbungsfrist, bis dahin müssen die Eisbären ihren Lizenzantrag für die BBL eingereicht haben. „Wir sind in der heißen Phase“, sagt Nils Ruttmann mit Blick auf die Gespräche mit den Gesellschaftern. Die Entscheidung soll in Kürze fallen.

Eisbären Bremerhaven: Friederici (28), Davis (16), Daniels (11), Moore (10), Yebo (9), Ugrai (6), Heckel (3), Kindzeka (3), Kruhl (3), Pölking (2), Hoppe, Heiken.

Info

Zur Sache

Partie der Eisbären gegen Karlsruhe entfällt

Die Hauptrunde in der Pro A endet wie geplant am 10. April – obwohl bis dahin nicht mehr alle Partien der 2. Basketball-Bundesliga ausgetragen werden können. Ein Team, das die selbe Anzahl an Wertungspunkten bei einer geringeren Anzahl an Spielen erreicht hat, wird laut Spielordnung in der Abschlusstabelle höher platziert. Zuletzt waren Jena und Karlsruhe nach Coronafällen von behördlich angeordneten Quarantänemaßnahmen betroffen gewesen, insgesamt sieben Partien mussten abgesetzt werden. Da es zeitlich nicht mehr möglich ist, alle offenen Partien nachzuholen, wurde bei der Auswahl der noch auszutragenden Partien die sportliche Relevanz für die Play-offs berücksichtigt. Für die Partie der Eisbären Bremerhaven gegen Karlsruhe wurde kein neuer Spieltermin mehr gefunden.

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