Basketball Eisbären unter Anspannung

Weil Gegner Trier mehrere positive Coronafälle hat, erleben auch die Eisbären Bremerhaven sehr unruhige Tage. Das Spiel am Mittwochabend wurde abgesagt, die Partie gegen Hagen verschoben.
10.02.2021, 18:36
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Eisbären unter Anspannung
Von Frank Büter

Spieler, Coaches, Betreuer und Funktionäre – die Anspannung in Reihen der Eisbären Bremerhaven war maximal hoch vor dem jüngsten Heimspiel gegen die Nürnberger Falken (Endstand 105:81). Mit Kribbeln im Bauch und großer Unruhe habe man auf das Ergebnis des obligatorischen Schnelltests vor der Partie in der 2. Basketball-Bundesliga Pro A gewartet, schildert Eisbären-Geschäftsführer Nils Ruttmann. „Bitte nicht“, habe jeder für sich gedacht, „bitte nicht noch einmal.“

Hintergrund dieser maximalen Anspannung bei den Eisbären waren gleich mehrere positive Coronatests bei den Gladiatoren aus Trier, also bei dem Team, das am Mittwoch zuvor noch in Bremerhaven zu Gast gewesen ist und das nun am Wochenende die Auswärtspartie in Tübingen absagen musste. Nils Ruttmann hatte frühzeitig Kenntnis davon erhalten, entsprechend groß war also die Aufregung auch bei den Eisbären Bremerhaven, die im November bereits selbst mit sechs Coronafällen im Mannschaftskreis, Quarantäne und einer fünfwöchigen Spielpause konfrontiert worden sind. „So etwas wünscht man keinem“, sagt Ruttmann. „Trier tut mir echt leid, die sind nun schon zum zweiten Mal von der Pandemie betroffen.“

Tatsächlich wurden die positiven Schnelltests in Trierer Reihen inzwischen durch verlässlichere PCR-Tests bestätigt. Gleich mehrere Gladiatoren seien positiv getestet worden, die betroffenen Personen würden keine bis leichte Krankheitssymptome zeigen, heißt es dazu auf der Trierer Vereinshomepage. In Absprache mit dem Gesundheitsamt Trier haben sich daraufhin alle positiv getesteten Personen sowie alle Kontaktpersonen der ersten Kategorie in häusliche Quarantäne begeben. Was wiederum auch Auswirkungen auf den Spielplan und speziell auf die Eisbären Bremerhaven hat. Das Team von Coach Michael Mai hätte nämlich an diesem Mittwoch zum Rückspiel in Trier antreten müssen, die Partie wurde aber folgerichtig abgesagt und auf den 7. April (19.30 Uhr) verlegt.

Innerhalb eines „unfassbar engen Zeitrahmens“, so Nils Ruttmann, habe man sich auf diese Verlegung verständigt. Mit Blick auf die Inkubationszeit habe man zudem selbst entsprechende Folgemaßnahmen in die Wege geleitet, mit dem Training ausgesetzt und rund ums Team umfänglich PCR-Tests machen lassen. „Wir wollten jedes Risiko ausschließen“, erläutert Ruttmann. Am Mittwochnachmittag gab es schließlich Entwarnung für die Profis sowie die Mitarbeiter und Teambetreuer der Eisbären: Alle Tests waren negativ, „zum Glück“, so Ruttmann erleichtert. Und noch am selben Abend hieß es dann: Training anstatt Auswärtsspiel.

Training mit Blick auf die nun anstehende Heimpartie gegen Hagen, die vor diesem Hintergrund ebenso kurzfristig um einen Tag von Sonnabend auf Sonntag (17 Uhr) verschoben worden ist. Nils Ruttmann lobt in diesem Zusammenhang die „schnelle und transparente Kommunikation der beteiligten Klubs und der Liga-Verantwortlichen untereinander und die Fokussierung auf die Gesundheit aller“. Anstatt mit Fragezeichen auf eine Reise mit ungewissem Ausgang zu gehen, habe so effizient gehandelt werden können.

Die Eisbären bereiten sich nun also auf das Hagen-Spiel vor, in dem sie auch wieder auf ihren Point Guard Trey Davis zählen können. Der Amerikaner war zwischenzeitlich nach Hause geflogen, um an der Beisetzung seines Bruders teilzunehmen, der Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist. Gegen Nürnberg hatte Davis gefehlt, jetzt aber ist er zurück und wird – einen zweiten negativen Coronatest vorausgesetzt – am Freitag wieder mit der Mannschaft trainieren. Gegen Hagen wieder mit dabei ist auch Center John Bohannon, der nach dem Rostock-Spiel für eine Tätlichkeit in einem minderschweren Fall für ein Spiel gesperrt worden war. Für Rene Kindzeka (Innenbandverletzung im Sprunggelenk) kommt diese Partie indes noch zu früh, „Rene fällt weiter aus“, bedauert Nils Ruttmann.

Zu sehen ist die Partie gegen Hagen am Sonntag ab 17 Uhr wie immer im kostenlosen Livestream auf sportdeutschland.tv. Weitere Info: Das ausgefallene Spiel der Eisbären Bremerhaven gegen die PSK Lions Karlsruhe ist neu angesetzt worden und wird am Mittwoch, 31. März, um 19.30 Uhr im Eisbären-Trainingscenter nachgeholt.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+