Basketball-Pro A

Eisbären begnügen sich mit dem Nötigsten

Der Bremerhavener Basketball-Zweitligist bringt sich beim 86:80 gegen Phoenix Hagen in der Schlussphase noch selbst in Gefahr. Immerhin: Nach dem sechsten Sieg in Folge rückt die Tabellenspitze immer näher.
31.03.2021, 23:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Eisbären begnügen sich mit dem Nötigsten
Von Jörg Niemeyer
Eisbären begnügen sich mit dem Nötigsten

Glänzte mit seinen Distanzwürfen: René Kindzeka steuerte zwölf Punkte zum Eisbären-Erfolg bei.

Sven Peter/Hansepixx

76 Sekunden vor der Schlusssirene wurde es Michael Mai zu bunt: Nach dem Dreier des Hageners Jannik Lodders zum 84:78 holte der Trainer der Eisbären Bremerhaven seine Spieler zur Auszeit vom Feld und forderte sie lautstark auf, ein sicher geglaubtes Spiel nicht noch aus den Händen zu geben. Zwei Minuten zuvor hatten die Gastgeber komfortabel mit 82:67 geführt – zu diesem Zeitpunkt deutete nichts daraufhin, dass sich eine ähnlich dramatische Schlussphase anbahnen sollte wie bei der 91:93-Niederlage der Bremerhavener im Hinspiel in Hagen. Weil die Gäste ihren starken Lauf jedoch nicht mehr fortsetzen konnten, siegten die Eisbären schließlich mit 86:80 (38:41).

Ende Dezember hatte es in Hagen in der Schlussminute noch zwei Führungswechsel gegeben. Diesmal blieb den Eisbären das böse Ende erspart, obwohl sie selbst dazu nicht viel beigetragen hatten. Im Gegenteil: Jannik Lodders verkürzte gut eine Minute vor Schluss auf 80:84. Nachdem sein Team dann die Chance zum 82:84 ausgelassen hatte, beging der Hagener Joel-Sadu Aminu ein unsportliches Foul, das den Gastgebern zwei Freiwürfe und zusätzlich Ballbesitz bescherte. Spielmacher Trey Davis verwandelte sicher zum 86:80 und brach damit den letzten Widerstand der Gäste.

Wieder einmal setzte Davis den Schlusspunkt – wieder einmal nach einer Leistung, die dem Topscorer der Eisbären lange Zeit nicht gerecht wurde. Nach der ersten Halbzeit standen beim 27-Jährigen magere zwei Punkte, dafür aber schon vier persönliche Fouls auf dem Statistikbogen. Ein schlechtes Omen, zumal Phoenix Hagen mit einer 41:38-Führung in die Pause ging und Davis' fünftes Foul für ihn das Spielende bedeutet hätte. Es sprach jedoch für die Klasse des US-Amerikaners und für das große Vertrauen seines Trainers in den Führungsspieler, dass Davis auch in der zweiten Halbzeit unbekümmert auf dem Spielfeld stand. Im dritten Viertel hatte er mit zehn Punkten sogar den größten Anteil daran, dass die Gastgeber die Partie drehten.

Davis markierte die fünf Punkte der Eisbären zum 43:45 (24.), denen Maximilian Ugrai (5) und Armani Moore (2) die 50:45-Führung (25.) folgen ließen. Jetzt endlich blitzte die individuelle Klasse der Bremerhavener auf, für die insgesamt sechs Akteure zweistellig trafen. René Kindzeka ersetzte mit seinen vier Dreiern den diesmal fehlenden Distanzschützen Leon Friederici hervorragend. Selbst Leon Hoppe glänzte während seines gut siebenminütigen Einsatzes, in denen der Leihspieler aus Chemnitz bei zwei Dreierversuchen beide im Korb versenkte.

So gestaltete sich die Rückkehr für zwei ehemalige Bremerhavener an ihre alte Wirkungsstätte nicht erfolgreich. Hagens Trainer Chris Harris durfte zwar lange mit seinen Schützlingen zufrieden sein, ärgerte sich am Ende jedoch sehr über die Schiedsrichter, die Aminus Foul in seinen Augen zu Unrecht als unsportliches gewertet hatten. Es war zweifellos die Entscheidung, die die Aufholjagd der Gäste beendete. Marcel Keßen, erst im Januar wieder in seine alte Heimat Hagen zurückgekehrt und dort inzwischen zum besten Schützen aufgestiegen, verließ sogar humpelnd das Feld, nachdem er mit Armani Moore zusammengeprallt war.

Ob am Ende nun etwas glücklich oder nicht: Die Eisbären setzten mit dem sechsten Sieg in Folge ihren Angriff auf die Tabellenführung fort. Noch mit einem Spiel weniger, liegen sie als Tabellenvierter jetzt nur noch vier Punkte hinter Spitzenreiter Rostock. Die Mannschaft von Trainer Michael Mai ist auf einem guten Weg, auch in der Playoff-Runde eine gute Rolle zu spielen. Vielleicht gelingt ihr es dann endlich, ihr großes Potenzial über die gesamte Spielzeit abzurufen.

Eisbären Bremerhaven: Pölking (2), Daniels (13), Kruhl (n.e.), Kindzeka (12), Heiken (n.e.), Hoppe (6), Ugrai (12), Heckel (10), Moore (17), Yebo (0), Davis (14)

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+