Eisbären Bremerhaven

Dreißig gute und zehn schlechte Minuten

In einem wechselhaften Spiel besiegen die Eisbären Bremerhaven die Tigers Tübingen mit 87:79. Sie lagen zur Halbzeit klar vorne, doch dann wurde es plötzlich wieder spannend.
15.03.2021, 21:22
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Dreißig gute und zehn schlechte Minuten
Von Olaf Dorow
Dreißig gute und zehn schlechte Minuten

Sehnsucht nach mehr Konstanz: Eisbären-Trainer Michael Mai.

Sven Peter/(Hansepixx

Die Play-offs hatten sie im Blick, sie bleiben in Sicht. Am Montagabend schafften die Eisbären in einem wechselhaften Spiel der zweiten Basketball-Bundesliga einen 87:79-Sieg gegen die Tigers Tübingen. Trotz etlicher Spiele Rückstand gegenüber der Konkurrenz liegen sie nun auf Rang acht der Tabelle, was zum angestrebten Einzug in die k.o.-Runde langen würde. Mit Blick auf einen Einbruch seines Teams im dritten Viertel sagte der Eisbären-Trainer Michael Mai: „Ich warte auf den Tag, an dem wir es schaffen, 40 Minuten lang konstant gut zu spielen.“

Das Hinspiel in Tübingen hatten die Bremerhavener vor knapp zwei Monaten mit 93:101 verloren. Das wurmte. „Natürlich haben wir die Hinspiel-Niederlage nicht vergessen, was uns sicherlich einen zusätzlichen Motivationsschub geben wird“, hatte Michael Mai vor dem Tip-off im Trainingscenter am Amerikaring gesagt. Die erste Halbzeit sollte Mai keineswegs Lügen strafen. Sehr engagiert, sehr fokussiert starteten die Gastgeber in die Partie. Sie lagen schon bald vorn – und hatten nach zwei Viertel einen Zwölf-Punkte-Vorsprung herausgeworfen. Sie hatten vor allem sehr oft getroffen und steuerten auf ein dreistelliges Resultat zu. 53:41 führten sie beim Gong zur Halbzeitpause.

Vor allem bei den wertvollen Würfen aus der Distanz klappte es recht gut. Zwei von drei Versuchen landeten im Korb und brachten insgesamt achtmal drei Punkte. Besonders auszeichnen konnte sich Leon Christopher Friederici. Er warf fünfmal von der Drei-Punkte-Linie, viermal war er erfolgreich dabei. Einen guten Einstand, gerade in dieser Kategorie, feierte der aus Chemnitz ausgeliehene Leon Hoppe, diesmal erstmals im Einsatz für die Eisbären. Erster Drei-Punkte-Versuch, erster Erfolg. Die Tübinger brachten nur vier von zwölf Würfen aus der Ferne ins Ziel. Für die Eisbären lieferte neben John Friederici auch Trey Davis verlässlich Punkte, so konnte es weitergehen.

So ging es aber nicht weiter für die Bremerhavener. Anstatt auf einen hohen Sieg und mehr als 100 Punkte zuzusteuern, sollte im dritten Viertel nicht mehr viel zusammenlaufen. Die Tübinger stellten ihr System in der Defense um und verteidigten vorwiegend in der Zone statt direkt gegen den Mann. Angeführt vom Finnen Elias Valtonen arbeiteten sie sich in dieses Spiel, holten Punkt für Punkt auf und führten vor dem Schluss-Viertel tatsächlich mit 66:65. Den Eisbären unterliefen zu viele Fehler bei ihren Angriffen, irgendwie fehlten ihnen auch die Ideen.

Wie zerronnen, so gewonnen, so ließe sich das Schluss-Viertel aus Sicht der Gastgeber in einem Spruch zusammenfassen. Sie holten sich das Spiel gegen die Tübinger, die personell noch stärker gebeutelt als sie in die Partie gegangen waren, zurück. Sie vermieden eine unfreiwillige Überraschung und zwei Tage nach der Niederlage von Jena einen weiteren Rückschlag im Kampf um die Play-off-Ränge. Sie kamen jetzt mit der Defense der Tigers besser zurecht, sie wirkten wieder fokussierter, sie hatten vor allem in Friederici einen nun wieder verlässlichen Punkte-Lieferanten – und konnten so schon bald wieder dafür sorgen, dass es keine hitzigen Schlussminuten mehr wurden.

Eisbären: Fiederici (27 Punkte), Davis (15), Daniels (14), Ugrai (11), Moore (7), Pölking (7), Hoppe (3), Kindzeka (2), Heckel (1).

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