In der erfolgreichsten Saison seit Gründung der SG im Jahr 1995 ist sogar das Double in Reichweite gerückt

Bassen/Posthausen jagt den Spitzenreiter

Platz zwei in der Punktrunde, Halbfinale im Pokal - die Landesliga-Fußballerinnen der SG Bassen/Posthausen haben in dieser Saison alle Erwartungen übertroffen und nach aktuellem Stand so viel erreicht wie nie. Und es ist sogar noch eine Menge mehr möglich. Die Mannschaft der Stunde hat den Abstand zum TSV Düring auf nur noch drei Punkte verkürzt und kann durch einen Sieg im direkten Vergleich am 15. April mit dem Tabellenführer gleichziehen. Bereits am Ostermontag will die Spielgemeinschaft den Pokal-Finaleinzug gegen den Sieger der Partie TSV Timke - MTV Jeddingen (7. April) perfekt machen.
05.04.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Platz zwei in der Punktrunde, Halbfinale im Pokal - die Landesliga-Fußballerinnen der SG Bassen/Posthausen haben in dieser Saison alle Erwartungen übertroffen und nach aktuellem Stand so viel erreicht wie nie. Und es ist sogar noch eine Menge mehr möglich. Die Mannschaft der Stunde hat den Abstand zum TSV Düring auf nur noch drei Punkte verkürzt und kann durch einen Sieg im direkten Vergleich am 15. April mit dem Tabellenführer gleichziehen. Bereits am Ostermontag will die Spielgemeinschaft den Pokal-Finaleinzug gegen den Sieger der Partie TSV Timke - MTV Jeddingen (7. April) perfekt machen.

Von Michael Schön

Bassen. Uwe Norden hat derzeit gut lachen. "Ich denke, dass wir den Klassenerhalt in trockenen Tüchern haben", stellt der Koordinator für den Frauenfußball bei der SG Bassen/Posthausen süffisant fest, wenn er auf den aktuellen Erfolg des Landesligisten angesprochen wird. Der Tabellenzweite hat nach einer Serie von acht Spielen ohne Niederlage bei drei Punkten Rückstand vor dem direkten Vergleich mit Spitzenreiter TSV Düring nicht nur allerbeste Chancen im Kampf um die Meisterschaft, sondern greift sogar nach dem Double. "Dabei haben wir in dieser Saison noch nicht ein einziges Mal in Bestbesetzung gespielt", strahlt Norden. Eine so wertvolle Spielerin wie Stefanie Freund beispielsweise hat in dieser Saison aus beruflichen Gründen bislang eine eher bescheidene Rolle gespielt. Dafür hat es in den vergangenen beiden Jahren wenig Veränderungen im Kader gegeben. Auch nach einer Rotation kann daher immer eine eingespielte Mannschaft

präsentiert werden. Die vielen Wechsel in der Startformation haben zudem den Vorteil, dass es keine Reservistinnen gibt, die mangels Spielpraxis den Anschluss verlieren. Ein gutes Beispiel dafür liefern Sarah Hein, Nadine Allert, Katrin Junge und Corinna Wicke, die sich aus der zweiten Mannschaft bzw. der zweiten Landesliga-Reihe in den Vordergrund gespielt haben.

Das alles erklärt den Bassener Erfolg noch nicht ganz. "In dieser Saison passt ganz einfach alles zusammen", verweist Norden besonders auf das gute Klima bei der SG, das in der - nach aktuellem Stand - erfolgreichsten Saison seit Gründung der Spielgemeinschaft herrscht und das für ihn durch die Tatsache belegt wird, dass bereits sämtliche Spielerinnen zugesagt haben, auch in der kommenden Saison das Bassener Trikot zu tragen. Noch nie hat die SG im Halbfinale des Bezirkspokals gestanden, und noch nie haben sich die Verantwortlichen ernsthaft Gedanken machen müssen, wie sie den Etat für die Niedersachsenliga deckeln. "Wir haben auch jetzt noch nicht darüber gesprochen, wie wir uns verhalten, wenn wir am Ende vorne stehen", versichert Norden, doch Gedankenspiele existieren sehr wohl. "Spitzenreiter Düring schwächelt derzeit, warum auch immer. Und wir haben keinen Druck. Unser Ziel war und ist eine Verbesserung des sechsten Tabellenplatzes aus dem vergangenen Jahr." Man ist sich bewusst,

dass bei Fahrten in der Niedersachsenliga bis hinein ins Emsland die Kosten extrem steigen würden, zumal sie nicht mehr mit Pkw, sondern mit dem Bus zu bewältigen wären. Norden: "Ohne zusätzliche Sponsorengelder ist das kaum zu machen!"

18 Gegentore in 15 Spielen

Das freilich ist einstweilen alles Zukunftsmusik. Die Bassenerinnen freuen sich einstweilen über Platz zwei, der mit nur zwei Neuzugängen - Aline Stenzel (Mittelfeld) und Lena Troschka (linke Verteidigung) kamen vom TSV Lohberg - erreicht wurde. Die Bassenerinnen haben eine Mannschaft, in der es eine hohe Kontinuität der Leistungsträgerinnen gibt. Mittelfeldspielerin Imke Lackmann gehörte schon vor 17 Jahren zum Team, das damals auf Anhieb den Titel in der Kreisliga holte. Auch die Stürmerinnen Christina Finke und Lena Wilkens sind Eigengewächse, um die herum von Trainer Peter Stein immer neue Ergänzungsspielerinnen behutsam aufgebaut wurden. Prunkstück der SG Bassen/Posthausen ist seit vielen Jahren die Abwehr, die als Dreierkette im 3-2-3-2-System fungiert, zentral von Juliane Lindhorst organisiert wird und ihren Rückhalt in der starken Torfrau Jennifer Kempf hat. Ganze 18 Gegentore in 15 Spielen sprechen für sich.

Zu dieser stolzen Bilanz haben natürlich auch die anderen Mannschaftsteile beigetragen. "Unser Mittelfeld ist schon hervorragend besetzt", stellt Norden mit Stolz fest. Nina Kobelt als "Zehnerin" ist der Kopf der Mannschaft, treibende Kraft und zudem sehr torgefährlich. Auch Imke Lackmann, Katrin Junge und Katharina Schiepanski können an guten Tagen Spiele entscheiden. Zuletzt, beim wichtigen Sieg gegen den Ex-Niedersachsenligisten MTV Jeddingen, war es Nadine Beglau, die das goldene Tor erzielte.

Hinsichtlich der Chancenverwertung, gibt Norden zu, ist bei der SG "noch Luft nach oben". Man spielt zwar ausreichend Einschussmöglichkeiten heraus, doch im Abschluss hapert es häufig, oder das Pech klebt vor allem den ansonsten mit sehr viel Durchsetzungsvermögen ausgestatteten Stürmerinnen an den Stiefeln.

Die SG Bassen/Posthausen scheint aber in dieser Saison die Qualität zu haben, um sich diesen Luxus leisten zu können. "Der April ist der Monat der Entscheidung", sagt Norden. Nach dem Pokal-Halbfinale am Ostermontag und dem Gastspiel bei Spitzenreiter Düring, der einmal schon sieben Punkte Vorsprung hatte, treffen die Bassenernnen unter anderem noch auf den Nachbarn SV Holtebüttel und auf den TuS Westerholz.

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