Brinkumer SV Bau einer neuen Spielfläche verzögert sich weiter

Brinkum. Nach eigener Aussage benötigen die Fußballer des Brinkumer SV dribgend einen Kunstrasenplatz. Über die Planungsphase ist man nie hinausgekommen. Und das sorgt für Ärger und Unverständnis.
16.05.2013, 05:00
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Bau einer neuen Spielfläche verzögert sich weiter
Von Jens Hoffmann

Brinkum. Frank Kunzendorf wähnt sich mitunter im falschen Film. Der Manager des Fußball-Bremen-Ligisten Brinkumer SV blickt einerseits auf die demnächst beginnende Aufstiegsrelegation zur Regionalliga Nord, die der BSV bestreiten wird, und sieht sich andererseits mit einem Spiel- und Trainingsgelände konfrontiert, das kaum Bremen-Liga-Ansprüchen genüge.

Die Lizenz zur Regionalliga Nord ist unlängst erteilt worden, "wir haben also unsere Hausaufgaben gemacht", so der Manager, der nun befürchtet, dass selbst das Relegations-Heimspiel in Oberneuland ausgetragen werden muss. Eigentlich wollte man nur bei Risikopartien in den Bremer Osten ausweichen, "doch momentan sieht es so aus, dass wir komplett nach Oberneuland umziehen müssten", befürchtet Kunzendorf.

Der Hauptplatz in Brinkum sei in einem katastrophalen Zustand, während das Trainingsareal diesen Namen nicht verdiene. "Dieser Platz wird überhaupt nicht gepflegt, die Spieler knicken ständig um, es ist grob fahrlässig, sie dort trainieren und spielen zu lassen. Aber was sollen wir tun?", spricht Kunzendorf von unhaltbaren Zuständen, die nicht nur die 1. Herren, sondern auch die anderen Teams einschließlich der Nachwuchsmannschaften beträfen. Er sieht die Gemeinde in der Pflicht.

Co-Trainer Jörg Bender, der sich um die erteilte Regionalliga-Lizenz große Verdienste erworben hat, argumentiert ähnlich: "In der Gemeinde Stuhr muss sich ein Sportverein zu einem gewissen Teil selber an der Finanzierung eines Kunstrasens beteiligen", erklärt er. Also habe man einen Plan erstellt, wie dieser Eigenanteil gestemmt werden könne. Und genau an dieser Stelle fangen die Probleme an.

Denn die Brinkumer haben einen Zuschuss des Landessportbundes (LSB) in ihre Rechnung einfließen lassen, mit dem derartige Projekte unterstützt werden. So weit, so gut. Allerdings könnten sich die Vereine für diese Gelder noch bis zum 30. September beim LSB bewerben – die Gesamtsumme (laut Bender maximal 100.000 Euro) würde dann wahrscheinlich auf mehrere Nachfrager aufgeteilt werden.

Dem Brinkumer SV fehlt momentan eine Deckung von 60.000 Euro, um mit dem Bau beginnen zu können. Diese Summe mit dem zu erwartenden LSB-Zuschuss zu verrechnen, war deshalb in Erwägung gezogen worden. "Wir haben die Gemeinde um eine Vorfinanzierung gebeten. Wir hätten anschließend unseren LSB-Zuschuss sofort an sie abgetreten", so Bender. Doch dieser Vorschlag sei abgelehnt worden. Dass der Landessportbund die Genehmigung zu einem vorzeitigen Baubeginn eines Kunstrasenplatzes erteilt habe, nützt dem Brinkumer SV in diesem Zusammenhang nicht viel. Denn die Zuschüsse würden nach Lage der Dinge erst im kommenden Jahr eingehen.

Zu spät für den BSV, "denn wir benötigen diesen Kunstrasen unbedingt und sehr zeitnah", betont Jörg Bender. "Wir versprechen unseren Mitgliedern immer etwas und können es dann nicht einhalten, das ist natürlich bitter." Ein Baubeginn im kommenden Jahr (angedacht war eigentlich der vergangene April) würde die ehrgeizigen sportlichen Pläne der Brinkumer ein Stück weit konterkarieren.

Keine Zwischenfinanzierung

Die Gemeinde selbst hält sich in dieser Angelegenheit ziemlich bedeckt. Der Stuhrer Gemeinderat Ulrich Richter betont, dass der finanzielle Anteil der Gemeinde bereit stünde. Daran würde das Ganze nicht scheitern. Solange aber nicht feststünde, in welcher Höhe sich die LSB-Bezuschussung bewege, könne man baulich nicht aktiv werden. "Beim Vereinsanteil tut sich eine Finanzierungslücke auf", sagt Ulrich, der betont: "Es handelt sich bei diesem Projekt ausdrücklich nicht um eine Zwischenfinanzierung. Wir arbeiten ja auch mit Steuergeldern."

Der Argumentation der Brinkumer, wonach es ein vergleichsweise kleiner Verein (der BSV zählt rund 300 Mitglieder) deutlich schwerer habe, zusätzliche Gelder in einer erforderlichen Summe zu akquirieren (beispielsweise durch eine Beitragserhöhung), möchte Ulrich nicht folgen. "Man kann es ja auch positiv betrachten: nämlich, dass die Gemeinde durchaus dazu bereit ist, einen Kunstrasenplatz auch für weniger Mitglieder in gleicher Höhe mitzufinanzieren", bemerkt er stattdessen. "Bei einer gesicherten Gegenfinanzierung wird der Kunstrasenplatz in Brinkum gebaut."

Bliebe noch eine Frage offen: Ist die Gemeinde für die Pflege der Sportplätze verantwortlich? Die Brinkumer sagen: ja. Ulrich Richter sagt weder ja noch nein. "Wir prüfen gerade, ob dem so ist." Zunächst einmal müsse der Zustand der Plätze objektiv festgestellt werden. Wann das geschehen soll? Man weiß es nicht genau. "Der zuständige Fachbereich ist dabei, sich der Sache anzunehmen", erklärt Ulrich Richter nur, ohne ein genaues Datum zu nennen. Konkret ist anders. Jedoch betont der Gemeinderat, dass "wir jederzeit dazu bereit sind, mit dem Verein weitere Gespräche zu führen." Da werden beide Seiten wohl nicht herumkommen.

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