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Beckert folgt Eisschnelllauf-Idol «Gold-Gunda»

Hamar. An ihrer Zimmertür hängt ein Poster von Gunda Niemann-Stirnemann. Mit ihren «Katapult»-Rennen in die Weltelite hat Stephanie Beckert in diesem Winter schon vor Beginn der EM in Hamar die Topzeiten ihres großen Vorbilds teilweise schon unterboten.
08.01.2010, 14:12
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Beckert folgt Eisschnelllauf-Idol «Gold-Gunda»

Nachwuchs

dpa

Hamar. An ihrer Zimmertür hängt ein Poster von Gunda Niemann-Stirnemann. Mit ihren «Katapult»-Rennen in die Weltelite hat Stephanie Beckert in diesem Winter schon vor Beginn der EM in Hamar die Topzeiten ihres großen Vorbilds teilweise schon unterboten.

Bei der Europameisterschaft im «Wikingerschiff» läuft der neue deutsche Shooting-Star auf jenem Eis, auf dem die 19-malige Weltmeisterin aus Erfurt 1994 die Serie deutscher Siege bei Eisschnelllauf-Europameisterschaften begründete.

«Gunda hat mich begeistert, seit ich zehn war. Auch wegen ihr bin ich damals vom Eiskunstlauf zum Eisschnelllauf gewechselt. Und irgendwann möchte ich mal wie Gunda Olympia-Medaillen gewinnen», schilderte die 21-jährige Thüringerin vor ihrem ersten Start im mit minus 30 Grad bitterkalten Hamar. Doch vor Vancouver setzt sie sich keineswegs unter Druck und übt sich im Understatement: «Meine ersten Spiele werde ich genießen. Ich will mein Bestes geben, aber mit einer Medaille liebäugele ich nicht.»

Ihr Umfeld ist wie geschaffen für olympische Großtaten, denn die Beckerts sind eisschnelllauf-verrückt: Mutter Angela lief früher selbst gegen Gunda und auch vier der fünf Geschwister von Stephanie schnallen sich regelmäßig die langen Kufen unter. Der 19-jährige Patrick, der in Salt Lake City mit deutschem Rekord das Olympia- Ticket erkämpfte, begleitet seine Schwester auch beim zweiten EM- Start ihrer Karriere. «Die ganze Familie hilft mir, wenn es mal nicht läuft und nimmt mir jeden Druck: Ein herrliches Gefühl», sagte Stephanie Beckert.

Kraft und Motivation gibt ihr auch Labrador-Hündin Trixie, ein Geschenk der Eltern zum 20. Geburtstag. «Seit der vierten Klasse hatte ich mir einen Hund gewünscht. Trixie gibt mir Entspannung, beim Jogging ist sie stets dabei», meint das älteste der Beckert-Mädels.

Zum perfekten Umfeld gehört aber auch Rivalin Daniela Anschütz- Thoms in der eigenen Trainingsgruppe. «Ihr verdanke ich so viel. Wir bringen uns gegenseitig voran. Ich gönne ihr hier eine EM-Medaille von ganzem Herzen und hoffe, dass sie Weltmeisterin Martina Sablikova angreifen kann», meinte die jüngste Weltcupsiegerin der Saison.

Gedanken an Medaillen im Mehrkampf darf die Sportsoldatin aber nicht hegen. «Ich kriege die 500 Meter nicht hin», nennt sie den Grund. Daher warnt Trainer Stephan Gneupel auch vor einem Vergleich mit der «großen Gunda». «Eine solch große Mehrkämpferin kann Steffi nicht werden. Aber sie hat das Zeug zu einer Weltklasse- Langstrecklerin, wenn sie mit beiden Beinen auf dem Boden bleibt», meint der Coach, der auch die dreimalige Olympiasiegerin Gunda Niemann-Stirnemann betreute.

Auf dem Boden ist Stephanie Beckert auch nach ihren überraschenden zwei Weltcupsiegen über 3000 Meter geblieben. In Calgary löschte sie dabei Claudia Pechsteins deutschen Rekord und ist nun die Nummer 4 der Weltrangliste. «Bei fünf Rennen fünfmal auf dem Treppchen - das hat mich selber überrascht. Aber ich weiß auch, dass es ganz schnell passieren kann, dass man wieder neben dem Podest steht», meinte sie. Ein bisschen verschnupft reagierte sie über Äußerungen von Pechstein in Salt Lake City, sie zeige keine Respekt und habe nicht mal gegrüßt. «Ich habe das gelesen. Die Antwort werde ich auf dem Eis geben.» (dpa)

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