Bremen-Nord

Bei der SG Aumund-Vegesack gibt es Negatives – aber auch sehr viel Positives

Bremen-Nord. Etwas später als sonst fand in der Cafeteria der Strandlust Vegesack die Jahreshauptversammlung der Kicker der SG Aumund-Vegesack (SAV) statt. Abteilungsleiter Bernd Siems und seine Vorstandskollegen ließen dabei die Vorkommnisse des vergangenen Jahres ausgiebig Revue passieren.
25.06.2017, 00:00
Lesedauer: 4 Min
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Von FR

Bremen-Nord. Etwas später als sonst fand in der Cafeteria der Strandlust Vegesack die Jahreshauptversammlung der Kicker der SG Aumund-Vegesack (SAV) statt. Abteilungsleiter Bernd Siems und seine Vorstandskollegen ließen dabei die Vorkommnisse des vergangenen Jahres ausgiebig Revue passieren. Neben einem umfangreichen Rückblick auf das sportlich durchwachsene Spieljahr 2016 gab es auch außerhalb des Spielfeldes einiges Negatives, aber auch sehr viel Positives zu vermelden.

Erfreulich nahmen die Zuhörer zur Kenntnis, dass die seit fünf Jahren schwellenden Anwohnerstreitigkeiten im Sommer beendet sein werden, sofern die neue Sportlärmverordnung greift. Dadurch eröffnen sich für die SAV wieder ganz andere Möglichkeiten als zuletzt, wo der Trainingsbetrieb doch arg eingeschränkt war.

Weiterhin gibt es große Probleme mit dem anhaltenden Vandalismus auf der Sportanlage. Seit mehreren Jahren suchen Unbefugte abends den Weg ins Stadion Vegesack und zerstören dabei zahlreiche Ein- und Aufbauten. Neben der regelmäßigen Verunreinigung der beiden Sportplätze mit Essensresten, Farbeimern oder auch Hundekot wurde zuletzt die Holzwand an der Haupttribüne stark beschädigt. Glasflaschen werden weiterhin über den sechs Meter hohen Ballfangzaun auf den Kunstrasenplatz geworfen. Durch die Scherben laufen die Sportler Gefahr, sich schwer zu verletzen. Dadurch ist die SAV gezwungen, täglich vor der Nutzung den Platz auf Scherben und andere Verunreinigungen zu untersuchen und zu reinigen. Die SAV setzt hier auf eine höhere Präsenz der örtlichen Polizei und auf Präsenz der eigenen Mitglieder. In Planung ist aber auch eine Kameraüberwachung.

Positiv wurden in 2016 wahrgenommen: vom Bremer Fußball-Verband (BFV) gab es zu Weihnachten einen Einkaufsgutschein über 435 Euro. Die Internetseite www.sav-fussball.de ist weiterhin gut frequentiert, auch der Facebook-Account wird gut genutzt und sorgt wie auch die Internetseite für eine gute Außendarstellung. Die Jugendtrainer Wolfgang Seefeld und Wolfgang Laging sowie Betreuerin Regina Seefeld wurden von BFV-Vizepräsident Michael Grell mit der Verdienstnadel für verdienstvolle Jugendarbeit des BFV ausgezeichnet. Die Grohner Düne ist Stadtumbaugebiet, daher werden von der Stadt diverse Projekte zur Aufwertung des sozialen Brennpunktes aufgelegt. In diesem Zuge werden Umbauten im vorderen Stadionbereich realisiert. Gegebenenfalls könnte ein zusätzliches Kleinspielfeld wieder Thema werden. Es gibt dank des Engagements des Sportamtes eine realistische Chance auf eine Sanierung des maroden Umkleidetraktes. Es wurden neue Trainings-Tore angeschafft. Zu Ostern führte der Verein Kindertraum ein dreitägiges Fußballcamp auf der Anlage der SAV durch, das allen Teilnehmern sehr viel Spaß bereitet hat und wiederholt wird. Dagegen wurde mangels Organisation kein internes Hallenturnier durchgeführt und auch ein Arbeitsdienst fand leider nicht statt.

Sportlich lief es bei der 1. Mannschaft mehr als durchwachsen. Der im Sommer 2016 eingestellte Trainer Marcel Kulesha wurde mangels Erfolg nach wenigen Monaten wieder freigestellt, Co-Trainer Issam El Madhoun und Teammanager Jörg Segerath übernahmen. Mit einem 2:1-Sieg im letzten Punktspiel gegen den FC Oberneuland konnte zumindest die Quali für das Hallen-Lotto-Masters realisiert werden. Ein weiterer Neuanfang unter dem langjährigen SAVer Björn Krämer ab Sommer dieses Jahres mit zahlreichen Neuzugängen steht an. Positiv wurde angemerkt, das Abdullah Basdas bei der Wahl zum Amateurfußballer des Jahres hervorragender Zweiter wurde. Basdas und Firas Tayari vertraten zudem im September den SAV im DFB-Cup beim UEFA-Regions-Cup in Tschechien.

Nach dem Rücktritt von Trainer Thorsten Minke übernahm Sabri Mrad die 2. Mannschaft und schaffte sensationell den Klassenerhalt in der Bezirksliga. Es folgte eine Neuausrichtung ab Sommer 2016 mit dem neuem Trainergespann Philipp Meinke und Manuel Broekmann. Die beiden haben die zahlreichen Neuzugänge in Rekordzeit integriert, spielten eine überragende Saison und haben für die eine oder andere Überraschung gesorgt.

Gut spielte auch die 3. Herren in der Kreisliga C. Diese Mannschaft besteht seit neun Jahren, die Kicker rekrutieren sich dabei ausschließlich aus der Studentenschaft der Jacobs University. Wie jedes Jahr mussten zu Saisonbeginn viele neue Spieler integriert werden, daher findet sich die Elf um Lennard Hoops auch im Tabellenmittelfeld wieder. Das Team macht dem Verein viel Freude und bereitet wenige Probleme.

Auch im Altherrenbereich und im Jugendbereich gab es diverse Erfolge, wie die vierte Bremer Meisterschaft auf Kleinfeld in Folge für die Altliga Ü40 um Robert Schulze oder einige Titelgewinne der Juniorenmannschaften, zu verzeichnen. Bei den Altliga-Kickern Ü32 fehlen die Spieler, daher wird in dieser Altersklasse zur neuen Serie keine Elf mehr gemeldet werden können.

Im Schiedsrichterbereich ist die SAV bestens aufgestellt: Mit über 30 Unparteiischen verfügt die SAV über die meisten Schiedsrichter in Bremen. Bastian Norden und „Schorse“ Trebin machen einen tollen Job. Hervorragend läuft auch das Integrationsprojekt „Fußball verbindet“. Seit Juni 2015 bietet die SAV unter der Regie des eigens für dieses Projekt engagierten Trainer Sabri Mrad einen wöchentlichen Übungsabend für Menschen, die in ihren Herkunftsländern verfolgt werden, jeden Freitag auf dem Kunstrasenplatz im Vegesacker Stadion an. Auf Initiative von Holger Franz wurde gemeinsam mit Projektpartnern ein Konzept für den Verein entwickelt und in Rekordzeit umgesetzt. Insgesamt nehmen weiterhin regelmäßig zwischen 20 bis 25 fußballinteressierte Flüchtlinge im Alter von 10 bis 46 Jahren am 1,5 Stunden langen offenen Training freitags ab 16 Uhr teil. Der Verein leistet mit dem Projekt „Fußball verbindet! – Fußball für Flüchtlinge in Bremen-Nord“ einen wichtigen Beitrag, um die Zuwanderer über den Sport zu integrieren – in die neue Umgebung sowie mittel- bis langfristig in den Verein. Unterstützt wird „Fußball verbindet“ durch den DFB, die Sparkasse Bremen, den LSB, die Post und die Volksbank Bremen-Nord. Auch sportlich läuft es bestens: die Mannschaft wurde im Oktober inoffizieller Norddeutscher Meister und im Dezember Sieger des Spielraum-Cups von Kooperationspartner Werder Bremen.

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