Meine Woche

Beim Ü32-Fußballspiel in Blumenthal ist noch viel Feuer drin

Marcel Wätjen (42) gehört seit Anfang dieses Monats dem Trainerteam des Fußball-Kreisligisten SV Eintracht Aumund an. Der angehende Meister-Schlosser/Feinwerkmechaniker ist verheiratet mit Katharina.
27.11.2018, 15:12
Lesedauer: 4 Min
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Von Karsten Hollmann
Beim Ü32-Fußballspiel in Blumenthal ist noch viel Feuer drin

Marcel Wätjen am Arbeitsplatz.

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Mittwoch, 21. November: Auf der Arbeit ist ein wenig Stress angesagt, weil auf unserer Baustelle in Belgien ein paar Bleche nicht passen. Das bedeutet für mich, dass ich mit meiner Abteilung die besagten Bleche noch einmal fertigen muss. Dazu begibt sich ein Mitarbeiter mit den Blechen auf die Reise Richtung Belgien, um diese dann mit dem Montagetrupp noch rechtzeitig zu montieren, da bereits am Freitag die Bauabnahme stattfindet. Als Ausgleich durfte ich dann aber im Rahmen einer Auszeit auch an unserem betrieblichen Gesundheitsmanagement teilnehmen – hier gibt es eine BIA-Messung. Die Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) dient der Bestimmung der Körperzusammensetzung. Kurz vor Weihnachten müssen natürlich noch ein paar Dinge erledigt werden. Die kann ich mal zu Hause erledigen, da ich die Sachen alle schon vorgefertigt und oder gekauft habe. Um 19 Uhr hole ich dann Jannis vom Fußball-Training ab. Unser Sohn ist Torwart in der E-Jugend des SV Eintracht Aumund.

Donnerstag, 22. November: Heute ist Training. Deshalb mache ich mir schon den ganzen Tag auf der Arbeit Gedanken, wie wir die Trainingseinheit gestalten werden. Die jüngsten Einheiten waren eher beschwerlich, da derzeit viele Verletzte oder andere Sachen dazwischenkommen. Um 13 Uhr fahre ich mit unserer Konstrukteurin nach Wietze, um unsere geschweißten Behälter zu begutachten. Diese sind gestern mit Wasser gefüllt worden, um eine letzte Bauabnahme zu machen. Nach Feierabend kaufe ich dann noch schnell Bratwürste ein, denn freitags wird auf der Arbeit hin und wieder der Grill angeworfen. Dann fahre ich zu unserem Training. Trotz der schwierigen Personallage machen wir das Beste aus der Situation und haben auch mit wenig Leuten Spaß.

Freitag, 23. November: In der Mittagspause liegt die gekaufte Bratwurst von gestern schön lecker bei uns auf dem Grill und wird im Anschluss dann von allen genüsslich verspeist. Freitags führe ich den Wocheneinkauf mit meiner Frau durch. Und wieder ist der Einkaufskorb voller als geplant. Den restlichen Tag verbringe ich dann auf der Couch vor meinem Fernseher. Nebenher gucke ich noch hin und wieder auf mein Handy, was so bei Facebook passiert oder bei fußball.de. Um 19 Uhr schaue ich dann bei unserer zweiten Herren vorbei, die gegen ESV Blau-Weiß Bremen ihr letztes Vorrundenspiel in der 1. Kreisklasse bestreitet. Ich versuche auch noch, den einen oder anderen Spieler davon zu überzeugen, bei uns auszuhelfen am Sonntag. Unsere Reserve siegt mit 8:1. Philip Hundsdörfer markiert dabei drei Treffer. Im Anschluss begebe ich mich auf den Sportplatz in Blumenthal. Als Fußballer schaue ich mir gerne auch mal solch eine Spitzenbegegnung in der Kreisklasse 1 der Ü32 an. Der SV Türkspor tritt gegen den Blumenthaler SV an. Hier ist noch viel Feuer drin auf beiden Seiten. Wie zu besten Zeiten werden der Schiri und die Gegenspieler angemeckert. Das gehört meiner Meinung nach dazu. Die Blumenthaler setzen sich am Ende mit 2:0 durch.

Sonnabend, 24. November: Nach der zu kurzen Nachtruhe besorge ich morgens die Brötchen, um mit meiner schwangeren Frau Katharina und meinem Sohn Jannis mal wieder in Ruhe zu frühstücken. Dies war in letzter Zeit sonnabends nicht immer der Fall. Entweder muss ich arbeiten oder helfe meinem Freund Marko Mahler und seiner Frau beim Renovieren in deren Haus, das sie sich gekauft haben. Abends sind die beiden dann noch bei uns zu Besuch. Wir bestellen uns eine leckere Pizza und schauen dabei das Spiel in der Fußball-Bundesliga zwischen dem FC Schalke 04 und dem 1. FC Nürnberg. Beim Schalker 5:2-Sieg lassen Marko und ich uns unser Lieblingsgetränk Bacardi-Cola schmecken.

Sonntag, 25. November: Meine Mannschaft tritt um 15 Uhr beim KSV MED an. Deshalb kann ich mir leider nicht die Partie von Werder Bremen beim SC Freiburg im Fernsehen anschauen. Um 12.45 Uhr trudeln alle Mann langsam auf unsere Anlage am Kifkenbruch ein. Nach einer kurzen Ansprache von mir und meinen Trainerkollegen Michael Barwig und André Hensel machen wir uns auf den Weg Richtung Neustadt. Die Anfangsphase verläuft relativ ruhig. Wir stehen gut und lassen wenig Chancen für den Gegner zu. Selbst versuchen wir den einen Konter zu setzen, um so zum Erfolg zu kommen. Aber wie so oft in letzter Zeit fehlt uns wieder das nötige Selbstvertrauen und der letzte Wille, einen Treffer zu erzielen. André Hensel hämmert dann mal aus gut 35 Metern eine Bogenlampe auf das Tor. Der KSV-Torwart lenkt den Ball aber mit einer Weltklasse-Parade doch noch über die Querlatte. Dann kommt es wie fast immer in der jüngsten Zeit. Obwohl wir am Drücker sind, nutzt der Gegner einen Fehler unserseits zum 1:0. In der Halbzeitansprache versuche ich, die Jungs aufzubauen. Dies gelingt mir aber anscheinend nicht, denn bereits nach zehn Minuten in der zweiten Halbzeit steht es auf einmal 0:3. Eigentlich habe ich das Spiel schon aufgegeben. Doch die Jungs zeigen mir heute ihr anderes Gesicht und kommen durch ihren Kampfeswillen zurück ins Spiel. Sie erzielen auch noch zwei Tore durch Iwan Ahmad. Im Anschluss haben wir sogar noch die Chance zum Ausgleich. Am Abend bin ich so erledigt vom Tag, dass ich nach der selbst gemachten Calzone meiner Frau früh zu Bett gehe.

Montag, 26. November: Ich verteile die Arbeit an meine Leute und erledige ein paar organisatorische Sachen im Büro. Den ganzen Tag über mache ich mir noch immer Gedanken, wie wir das Spiel von gestern positiv hätten gestalten können. Am Abend schaue ich mir das Topspiel der 2. Bundesliga zwischen dem HSV und Union Berlin im Fernsehen an.

Dienstag, 27. November: Nach einer kurzen Ansprache über das Spiel vom Wochenende machen wir beim Training ein paar Konditionsübungen und üben Abschlüsse. Wir lassen die Einheit mit einem kleinen Spielchen ausklingen. So verläuft meine Woche als Fußball-Verrückter. Ich bin froh, dass ich eine Frau habe, die das so mitmacht. Ich hoffe, dass es nach der Geburt unseres Babys im nächsten Jahr auch noch so bleibt. Wir erwarten Ende Mai oder Anfang Juni unser zweites Kind.

Rieke Wens, die ehemalige Ruderin des Vegesacker RV, wird als Nächste über ihre Woche berichten.

Info

Zur Person

Marcel Wätjen (42)

gehört seit Anfang dieses Monats dem Trainerteam des Fußball-Kreisligisten SV Eintracht Aumund an. Der angehende Meister-Schlosser/Feinwerkmechaniker ist seit zwölf Jahren verheiratet mit Katharina, mit der er den Sohn Jannis (10) hat.

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