Sportstiftung Bremen Beste Talente ausgezeichnet

Die Sportstiftung Bremen fördert zum dritten Mal die größten Talente, diesmal mit 6500 Euro. Bei der Preisverleihung im Schütting zeigten zwei der Geförderten ihr Können.
17.07.2015, 00:00
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Beste Talente ausgezeichnet
Von Marc Hagedorn

Die Sportstiftung Bremen fördert zum dritten Mal die größten Talente, diesmal mit 6500 Euro. Bei der Preisverleihung im Schütting zeigten zwei der Geförderten ihr Können.

Hinter Mali Wichmann liegt eine unvergessliche Saison. Die Torfrau ist mit den Hockey-Mädchen des Bremer HC erst Deutscher Meister auf dem Feld geworden und dann auch noch Deutscher Meister in der Halle – gegen Klubs wie den Uhlenhorster HC aus Hamburg oder den Gladbacher THC. Zur besseren Einordnung: Der UHC und Gladbach sind so etwas wie der FC Bayern und der VfL Wolfsburg im deutschen Nachwuchshockey. Der Bremer HC wäre dann eine Art SC Freiburg oder Mainz 05, also der sympathische, aber auch kreative und clevere Underdog.

„Das war alles Wahnsinn“, sagt die 15-Jährige aus Oberneuland. Und der Wahnsinn hat sich für Mali Wichmann noch einmal gesteigert. Am vergangenen Wochenende hat die Schülerin ihre ersten beiden Länderspiele für Deutschland absolviert. Zweimal gewannen die deutschen Mädchen mit Mali Wichmann im Tor, zweimal 3:1 gegen Frankreich. Einmal spielte die BHC-Keeperin durch, einmal eine Halbzeit lang, das Gegentor kassierte ihre Konkurrentin. „Ich bin zwar nicht gut darin, meine Leistungen einzuschätzen“, sagt sie, „aber nur ein Gegentor in zwei Spielen – das sieht nicht schlecht aus.“

Reise- und Materialkosten sind hoch

Jetzt hatten Mali Wichmann und ihre Mitspielerinnen vom Bremer HC einen weiteren wichtigen Termin. Die Sportstiftung Bremen hatte eingeladen, die Handelskammer ihre Räumlichkeiten im Schütting zur Verfügung gestellt. Die Hockeymädchen des BHC gehörten zu den Talenten, denen die Sportstiftung Geld geschenkt hat, 1000 Euro sind es in ihrem Fall.

Zum insgesamt dritten Mal hat die Sportstiftung Bremen seit ihrer Gründung Geld an den hiesigen Nachwuchs überwiesen, 20 000 Euro kommen seit 2013 zusammen. Vor allem in Reise- und Materialkosten investieren die Talente das Geld. „Das ist unser Beitrag, damit diese jungen Menschen auf ihrem sportlichen Weg in die Spitze vorankommen“, sagt Stiftungsgründer Wolfgang Schönecker. Zwar fehlte beim Festakt diesmal die Hälfte der Sportler, aber das aus gutem Grund: Sie weilen aktuell bei diversen Welt- und Europameisterschaften oder stecken mitten in der Vorbereitung auf Titelkämpfe. Wolfgang Schönecker findet’s klasse: „Das zeigt doch, dass wir mit unserer Förderung auf die richtigen Pferde gesetzt haben.“

Etwa auf Paulina Düchting. Die Ruderin des Bremer Rudervereins von 1882 ist zurzeit in Rio, um im Zweier an der Junioren-WM teilzunehmen. Oder Philipp Kass. Der Stabhochspringer von Werder Bremen, eines der größten deutschen Talente seines Jahrgangs, befindet sich in Cali in Kolumbien. Dort geht er bei der U 18-WM an den Start. Vor einer WM stehen auch Julia Stavickaja und Natalie Hermann von Bremen 1860. Sie bereiten sich am Leistungszentrum Schmieden auf die WM in der Rhythmischen Sportgymnastik vor. Mit der Mannschaft wollen sie sich dort für Olympia 2016 in Rio qualifizieren.

Ihren Platz in Bremen hätte Kerstin Geisweller zu gern mit einem Trip nach Schweden getauscht. Dort findet die Junioren-EM statt – allerdings ohne die 18-Jährige. Die Hochspringerin von Werder hatte die Qualifikation um drei Zentimeter verpasst. Schuld daran war auch ein Bänderriss im Sprungfuß, der sie zu einer zehnwöchigen Trainingspause zwang. Jetzt bleibt ihr für diese Saison als Höhepunkt noch die deutsche Nachwuchsmeisterschaft. Sie will nun dort weit vorne landen. Ihre Bestmarke liegt bei 1,78 Meter. „Es sind einige 1,80-Meter-Springerinnen dabei, aber an einem guten Tag könnten die Top-3 für mich machbar sein“, sagt sie. Im nächsten Jahr macht Kerstin Geisweller Abitur – und dann? Abwarten.

Auf und Ab

„Unbedingt durchhalten“, empfiehlt Jana Sorgers-Rau, die weiß, wovon sie spricht. Sie ist zweifache Olympia-Siegerin und neunmalige Weltmeisterin im Rudern. Die Ehefrau von Oliver Rau, früher selbst als Ruderer bei Olympia am Start und inzwischen Marketing-Direktor bei den Fußballern von Werder, kennt das Auf und Ab im Sport. Sie sagt: „Frust, Verletzungen und Enttäuschungen gehören zum Sport dazu. Wenn man lernt, damit umzugehen, ist Sport eine Schule fürs Leben.“

Bei Daniel Dingis und Natalia Velikina überwiegen die Erfolge. Das Tanzpaar des Grün-Gold-Club ist deutscher Nachwuchsmeister geworden und hat erfolgreich an einer WM teilgenommen. Sie zeigten während der Preisverleihung Ausschnitte aus ihrem Latein- und Standardprogramm. So konnte jeder gut sehen, wen und was die Sportförderung in Bremen da eigentlich genau unterstützt. Großer Applaus dafür.

Sie bekommen das Geld:

An insgesamt zehn Einzel- und Mannschaftssportler hat die Sportstiftung 6500 Euro an Fördergeld ausgeschüttet. Das Geld geht an:

die Hockey-A-Mädchen des Bremer HC,
Paulina Düchting vom Bremer Ruderverein von 1882,
den Bogenschützen Hendric Schüttenberg (Borgfelder Schützengilde),
Philipp Kass (Stabhochspringer, SV Werder Bremen),
Kerstin Geisweller (Hochspringerin, SV Werder Bremen),
Marcel Lienstädt (Weitspringer und Sprinter, TuS Komet Arsten),
Anneke Köpp (Sprinterin, TuS Komet Arsten),
Jay Berry (Sprinterin, BTS Neustadt),
Daniel Dingis/Natalia Velikina (Tanzen, Grün-Gold-Club),
Julia Stavickaja/Natalie Hermann (Rhythmische Sportgymnastik, Bremen 1860).

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