Lotto-Pokal, 3. Runde Bitteres Aus für überzeugende DJK

Fußball-Bremen-Ligist SG Aumund-Vegesack benötigte bei der klassentieferen DJK Blumenthal das Elfmeterschießen, um mit 4:2 (0:0) glücklich das Viertelfinale zu erreichen.
01.10.2017, 18:57
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Von Jens Pillnick

Blumenthal. Die Freudengesänge der Spieler des Fußball-Bremen-Ligisten fielen gestern Nachmittag im Burgwallstadion laut aus. Sehr laut. Sie waren der dezibel-starke Beweis dafür, wie schwer sich der Favorit getan hatte, um in der dritten Runde des Lotto-Pokals beim klassentieferen Landesligisten DJK Germania Blumenthal zu bestehen. Letztlich gelang das – nach 90 torlosen Minuten – glücklich mit 4:2 im Elfmeterschießen. Damit bildet die SAV mit dem Blumenthaler SV und dem TSV Lesum-Burgdamm ein Trio, das im Pokalwettbewerb überwintert und im Viertelfinale steht.

Während DJK-Trainer Abdelfattah Rhazani die Vorstellung seines Teams zu Recht in höchsten Tönen lobte und Co-Trainer Marc Coldewey der SAV ein Weiterkommen mit einem „ganz, ganz blauem Auge“ bescheinigte, hatte Björn Krämer wenig Gefallen am Auftritt seines Teams gefunden. „Die Freude lasse ich nur gelten, weil die Last abgefallen ist“, sagte der SAV-Coach und lobte den Gegner: „DJK hat das so gemacht, wie wir es hätten machen müssen.“

Das einzige, was die Vegesacker richtig gut gemacht hatten, war die Effizienz im Elfmeterschießen. Nur bei einem der vier Versuche hatte DJK-Keeper Patrick Wilhelm die Finger am Ball, doch letztlich war der Schuss von Andreas Radke zu hart. Auf der Gegenseite erlaubte sich Can Kaya den Luxus, einen Kunstschuss zu versuchen. Bei seinem gechippter Ball in die Mitte des Tores hatte Marvin Ekuase den Braten gerochen, war stehen geblieben und hatte den Ball gefangen. Mit einem stark aus dem linken unteren Eck gefischten Ball von Bella Prieß beendete Ekuase das Elfmeterschießen, der fünfte SAV-Schütze musste nicht mehr antreten.

Die Sicherheit, die Vegesacker vom Elfmeterpunkt zur Schau trugen, hatten ihnen zuvor völlig gefehlt. Von einer mit Offensivpressing in einem 4:3:3-System angetretenen DJK (Abdelfattah: „Die haben Schiss gekriegt“) offenbar überrascht, fand der Bremen-Ligist keine Lösungen im Spielaufbau und hatte Probleme, die flinken DJK-Angreifer zu bändigen. Schließlich fanden sich Firas Tayari links in der Abwehrkette und Christian Böhmer auf der Sechs gar nicht zurecht, sodass eine kleine Besserung erst nach Umstellungen ersichtlich war. Bei einer deutlich besseren Spielanlage der DJK blieben Chancen in der ersten 45 Minuten allerdings Mangelware. Enes Kök besaß eine hochkarätige für DJK, Firas Tayari eine bei einem von Patrick Wilhelm entschärften Freistoß. Nach dem Wechsel hatte der DJK-Anhang bei Chancen von Chris Hybsz (55.) und Milan Meyer (90. +1) den Torschrei auf den Lippen, auf der Gegenseite vergaben Marius Bosse (71.) und Damir Begic (90. +3) die Entscheidung vor der Lotterie des Elfmeterschießens.

Erst in letzten 20 Minuten hatte sich die SAV, angeführt vom sich erheblich steigernden Andreas Radke gegen den laufstarken, giftigen und bestens organisierten Gegner ein leichtes Übergewicht erarbeitet. In dieser Phase gelang es der DJK kaum noch, die Bälle im Angriff festzumachen.

Was dann folgte, war das gerne als Lotterie bezeichnete Elfmeterschießen. „Egal was jetzt passiert – unsere Leistung war top“, stellte DJK-Co-Trainer Marc Coldewey fest und bezeichnete alles weitere als „Bonus.“ Doch der Bonus ging nicht an die DJK. Vielmehr sorgten die SAV-Torschützen Nick Enghardt, Andreas Radke, Damir Begic und Clinton MC Mensah Quarshier sowie Keeper Marvin Ekuase für lange Gesichter bei den Platzherren und einen glücklichen Favoritenerfolg, der wie ein Finalsieg gefeiert wurde. Während sich Marc Coldewey als fairer Verlierer gab und der SAV viel Glück in der nächste Runde wünschte, ließ sich SAV-Trainer Björn Krämer nicht von der lautstarken Freude seiner Spieler mitreißen: „Man muss das einzuordenn wissen, dass das kein Glanzauftritt war. Aber so etwas erlebt fast jede favorisierte Mannschaft im Laufe des Wettbewerbes.“

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