Zweite Niederlage für die Eisbären Bitteres Jubiläum

Adrian Breitlauch spielt zum 100. Mal für die Eisbären, doch das Spiel bei den Tigers Tübingen geht verloren. Bremerhaven bleibt Zweiter in der Pro A
17.11.2019, 17:43
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Bitteres Jubiläum
Von Mathias Sonnenberg

Es kam dann doch nicht wie erhofft. Am Sonntagnachmittag saß Adrian Breitlauch auf der Geburtstagsfeier seines Vaters. Eine Tasse Kaffee, ein Stück Kuchen, Breitlauch musste auch ein paar Geschichten vom Vorabend erzählen. Wie er mit den Eisbären Bremerhaven bei den Tigers Tübingen über das Parkett gefegt war, am Ende erfolglos. Das hatte er sich anders vorgestellt, denn das Spiel war ja ein Besonderes: Sein 100. Pflichtspiel für die Eisbären. Doch die lange Heimreise mussten die Gäste mit einer 72:76 (36:40)-Niederlage antreten. „Das hatte ich mir dann doch etwas anders vorgestellt“, erzählte Breitlauch am Sonntag. Um dann aber schnell anzufügen: „Eine unglückliche, aber verdiente und lehrreiche Niederlage“ sei das Spiel bei den Tigers gewesen.

Breitlauch aber konnte mit seinem Auftritt durchaus zufrieden sein. 19 Punkte weist die Statistik aus, damit war er bester Eisbären-Werfer. Das wenigstens passte bei einem Jubiläum, auf das Breitlauch ein bisschen hingefiebert hatte. „Ich habe jetzt nicht seit Wochen die Spiele genau gezählt, wie lange ich noch brauche für die Hundert. Aber natürlich freue ich mich, dass ich jetzt im dreistelligen Bereich bin.“ Am 25. September 2016 lief Breitlauch das erste Mal für die Eisbären in der Bundesliga auf. Auch damals hießt der Gegner Tigers Tübingen, doch im Gegensatz zum 100. Spiel gab es bei der Premiere einen 92:84-Heimsieg. „Ich habe damals drei Punkte gemacht und 18 Minuten gespielt.“ Ein guter Einstand für einen Spieler, der aus der Pro B in die Bundesliga gewechselt war.

Am Sonnabend stand er dann 33 Minuten auf dem Parkett, erzielte 19 Punkte – aber die Punkte holten trotzdem die Tübinger, bei denen mit Douglas Spradley eine ehemaliger Eisbären-Coach an der Seitenlinie steht. Und der machte dem Absteiger aus Bremerhaven das Basketball-Leben richtig schwer. Im ersten Viertel waren die Eisbären noch das bessere Team, Sid-Marlon Theis erzielte die ersten sieben Punkte, die Gäste führten 21:18. Doch dann waren es die Tübinger, die ihre Defnsive stärkten und kurz vor der Pause erstmals in Führung gingen.

Ein Rückstand, der die Eisbären eigentlich nicht nervös machen sollte. „Wir kennen das ja und haben zuletzt immer wieder Rückstände gedreht“, erklärte Breitlauch. Doch das Spiel in Tübingen war anders. Breitlauch: „Wir haben wieder mit viel Einsatz gespielt, aber irgendwie waren nicht alle bei 100 Prozent, nicht richtig frisch. Gegen Hagen haben wir das Spiel dann nach der Pause gedreht. Aber Tübingen war ein anderes Kaliber, ein stärkerer Gegner. Ich hoffe, dass die Niederlage ein guter Lerneffekt für uns ist.“

Denn es sah lange Zeit nicht unbedingt nach einer Eisbären-Niederlage aus. Im Schlussabschnitt setzten sich die Gäste phasenweise gar mit acht Punkten ab, aber die Tübinger kämpften und waren in den entscheidenden Minuten wacher und cleverer. „Wir haben es nicht mehr geschafft, den Schalter umzulegen“, fand Breitlauch. Und so ging ein Spiel verloren, das die Eisbären nicht verlieren mussten.

Für den Absteiger ist es die zweite Niederlage in dieser Saison, die Mannschaft belegt den zweiten Tabellenplatz. Das sei alles nicht beängstigend, findet Breitlauch. „Aber wir müssen an unserer Defensive arbeiten. Wir haben in Tübingen viele einfache Punkte hergeschenkt. Das geht nicht.“ Aber deshalb sei die Niederlage ja auch vielleicht hilfreich. „Nach Siegen werden viele Dinge nicht angesprochen und fallen unter den Tisch. Das wird jetzt nicht der Fall sein, deshalb hoffe ich auf einen Lerneffekt.“

In der Liste der Spieler mit den meisten Eisbären-Einsätzen stehen jetzt nur noch zwei Spieler vor Breitlauch: Fabian Bleck (126) und Jan Lipke (129). Nicht ausgeschlossen, dass Breitlauch noch in dieser Saison beide Marken knackt. Kommt er in der Saison in jedem Spiel zum Einsatz, wären das dann 121 Einsätze. Und erreichen die Eisbären in den Play-Offs dann sogar das Finale, käme Breitlauch im günstigsten Fall auf 133 Einsätze. „Aber daran will ich noch nicht denken“, sagt er. Am kommenden Sonntag spielen die Eisbären um 17 Uhr in Nürnberg. „Dann müssen wir es besser machen als in Tübingen.“

Eisbären Bremerhaven: Breitlauch (19 Punkte/6 Rebounds), Theis (17/11), Vorhees (11/7), Goodwin (10/3), Hill (8/5), Braun (5/6), Canty (2/1), Möller, Pölking, Clay.

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