Biathlon Björndalen nicht müde: Sotschi 2014 das Ziel

Ruhpolding. Auch im fortgeschrittenen Alter hasst Ole Einar Björndalen das Verlieren. Als er in Ruhpolding im Sprint von seinem Landsmann Emil Hegle Svendsen geschlagen wurde, zeigte sich der norwegische Biathlon-Star zwar als fairer Verlierer, im Inneren brodelte es aber in ihm.
15.01.2010, 16:50
Lesedauer: 2 Min
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Ruhpolding. Auch im fortgeschrittenen Alter hasst Ole Einar Björndalen das Verlieren. Als er in Ruhpolding im Sprint von seinem Landsmann Emil Hegle Svendsen geschlagen wurde, zeigte sich der norwegische Biathlon-Star zwar als fairer Verlierer, im Inneren brodelte es aber in ihm.

Auch nach 93 Weltcupsiegen (92 im Biathlon, einer im Skilanglauf) ist Björndalen noch heiß auf Erfolge. Der Ehrgeiz des fünffachen Olympiasiegers ist so groß, dass auch nach den Winterspielen in Vancouver in diesem Februar nicht Schluss sein soll. «Sotschi ist ganz klar ein Ziel», sagte der 35-Jährige in Ruhpolding mit Blick auf die Winterspiele 2014.

Für Björndalen wäre es in vier Jahren die bereits sechste Olympia-Teilnahme. «Solange es mir Spaß macht, laufe ich weiter», sagte der 14-fache Weltmeister. Keine schönen Aussichten für die Konkurrenz, die sich nun schon seit mehr als 15 Jahren die Zähne an dem sympathischen Skandinavier ausbeißt. Auch in diesem Winter stand Björndalen bereits wieder dreimal ganz oben auf dem Treppchen, gewann Weltcup-Rennen in Östersund, Hochfilzen und zuletzt in Oberhof.

Für die Winterspiele in den Bergen von Whistler gehört der Ausnahmeathlet deshalb wie selbstverständlich zum Favoritenkreis. «Ich will sehen, dass ich bis dahin in Topform bin», sagte Björndalen, der mit dem Abschneiden vor vier Jahren in Turin nicht ganz zufrieden war. Dort reichte es nur zu zweimal Silber und einmal Bronze, weshalb der Erfolgshunger rund vier Wochen vor Beginn der Spiele in Vancouver schon wieder groß ist. «Ich will auf jeden Fall zwei Medaillen. Eine im Einzel und eine in der Staffel.»

Es wären seine Olympia-Medaillen zehn und elf, die Jagd auf seinen Landsmann Björn Dählie, der im Langlauf achtmal Gold und viermal Silber bei Olympischen Spielen gewann, ginge damit weiter. «Björn ist ein ganz außergewöhnlicher Sportler. Aber ich werde versuchen, ihn zu überholen», sagte Björndalen. Dählie traut ihm das zu. «Er wird ein größerer Olympia-Champion als ich», sagte der 42-Jährige einst über «König Ole».

Dass die Konkurrenz bei den Männern von Jahr zu Jahr zunimmt und die Leistungsdichte so groß ist wie noch nie, spornt den von den Kollegen ehrfurchtsvoll als «Mr. Biathlon» bezeichneten Norweger nur noch mehr an. «Die Jungen haben ein unglaubliches Niveau, sie laufen verdammt schnell», sagte Björndalen, der deshalb in diesem Olympia-Winter ebenfalls noch einmal ein Schippe zulegte. Am Schießstand ist er nun nicht mehr nur traumwandlerisch sicher. Trotz seines Alters hat er auch die Entwicklung hin zu mehr Tempo bei den Schießeinlagen nicht versäumt. «Unglaublich, wie heiß, wie motiviert der Ole immer wieder ist. Da kann man nur Respekt zollen», sagte der dreifache Olympiasieger Michael Greis.

Wer Björndalen schlagen will, muss deshalb nicht nur schnell laufen, sondern auch rasant und sicher schießen. Für den sechsfachen Gesamtweltcupsieger das Resultat harten Trainings. «Ich hasse langsames Training, das ist Mist», sagte Björndalen, der sich auch im Sommer kaum Pausen gönnt und in seiner norwegischen Heimat an Form und Material feilt. «Es gibt immer etwas weiterzuentwickeln, das dann im Rennen ein paar Prozente bringen kann», erzählte Björndalen, der vor 18 Jahren sein Debüt im Weltcup feierte. Und ein Ende ist nicht abzusehen. (dpa)

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