Karate Bloß nicht ausruhen

Auf Stanislav Littich wartet im Oktober eine große Herausforderung. Der Kämpfer von Bushido Verden tritt bei der Weltmeisterschaft an.
02.08.2017, 06:00
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Bloß nicht ausruhen
Von Florian Cordes

Verden. Der Blick von Stanislav Littich spricht Bände. Dieser junge Mann hat ein großes Ziel vor Augen. Sein Fokus liegt in diesem Jahr auf einem Ereignis: Littich fliegt im Oktober nach Santa Cruz. In der Hauptstadt von Teneriffa vertritt der Kämpfer von Bushido Verden die Bundesrepublik Deutschland – und zwar bei der Karate-Weltmeisterschaft. Littich ist jetzt vom Bundestrainer Thomas Nitschmann nominiert worden.

Per E-Mail habe er von Nitschmann die Nachricht bekommen, dass er für Deutschland bei der WM bei den Junioren im Kumite (Gewichtsklasse bis 76 Kilogramm) an den Start gehen soll, erzählt der 16-jährige Schüler im Gespräch mit unserer Zeitung. „So wirklich habe ich nicht mit einer Nominierung gerechnet. Schließlich hat man ja auch in Deutschland gute Konkurrenten.“ Dass er doch ausgewählt worden ist, mache ihn umso glücklicher – und stolz.

Die kommenden Wochen stehen für Stanislav Littich nun unter einem ganz besonderen Motto: Bloß nicht ausruhen. „Jetzt geht's erst richtig los“, sagt Littich. „Ich werde nun jeden Tag trainieren. Eine Schonung gibt es da nicht.“ Seine Heimtrainerin Ulrike Maaß von Bushido Verden hat in den vergangenen Tagen extra einen harten Trainingsplan für ihren Schützlingen erarbeitet. Auch sie ist mächtig stolz. „Stanislav ist der erste Bushido-Kämpfer, der zu einer Weltmeisterschaft fährt. Das ist für mich als Trainerin natürlich auch etwas ganz Besonderes“, sagt sie. Ulrike Maaß erklärte zudem, dass der gesamte Verein von Stanislav Littichs Erfolg profitiert. Der WM-Fahrer nehme im Klub eine besondere Stellung ein. „Er ist für die Kinder bereits ein echtes Vorbild“, findet Ulrike Maaß.

Internationale Wettkämpfe zu bestreiten, ist für den jungen Karateka indes nichts Neues: Denn er fuhr bereits im Februar zur Europameisterschaft nach Sofia und wurde dort Siebter. Noch besser lief es für Littich beim internationalen U21-Randori. Dort setzte er sich gegen seine Konkurrenz durch. Zudem belegte er beim Krokoyama-Cup in Koblenz Rang zwei. „Stanislav hat in diesem Jahr bereits sehr gute Leistungen gezeigt. Ich lege besonders viel Wert auf das Abschneiden beim Randori. Wer dort gewinnt, der hat eine Nominierung auch verdient“, sagte Bundestrainer Thomas Nitschmann, der in den Verdener große Hoffnungen steckt. „Stanislav hat ein sehr großes Potenzial und ist ein Athlet für die Zukunft. Bei der Weltmeisterschaft erwarte ich keine Medaille von ihm. Aber mittel- und langfristig will ich ihn aufbauen.“

Dabei lief in diesem Jahr längst nicht alles rund für den jungen Karateka. So erlebte Stanislav Littich im Juni eine herbe Enttäuschung. „Die Deutsche Meisterschaft ist für ihn sehr bescheiden verlaufen“, sagt Ulrike Maaß. Das sei sogar noch vorsichtig ausgedrückt. Denn obwohl er mit seinen Erfahrungen von der EM in Sofia angereist war, musste er bereits nach der ersten Runde die Koffer packen. „Das war einfach nicht mein Tag“, erinnert sich der Schüler.

Doch Stanislav Littich hat diesen Rückschlag überwunden und sich beim Randori und Krokoyama-Cup zurückgekämpft. Der Lohn ist nun die WM-Teilnahme. Dass es dort schwierig wird, wissen sowohl Littich als auch seine Trainerin. „Schließlich werde ich dort in einer neuen Altersklasse antreten“, sagt Littich. In Sofia startete er noch in der Jugendklasse. Laut Ulrike Maaß gehe es bei den Junioren schon wesentlich schneller und härter zur Sache. „Aber Angst hat Stanislav davor nicht“, ist sich Ulrike Maaß sicher. „Denn er ist für sein Alter schon sehr weit.“

Zudem bleiben den beiden noch einige Wochen, um sich perfekt auf die große Aufgabe einzustimmen. „Der Bundestrainer ist schon jetzt sehr zufrieden mit Stanislav“, weiß die Trainerin. „Es gibt nur noch Kleinigkeiten, die wir verbessern müssen.“ Den allerletzten Feinschliff für die WM will sich der Verdener im September in Duisburg verpassen, beim Training mit dem Bundeskader. Anschließend steht das Abenteuer auf Teneriffa an.

„Jetzt geht's erst so richtig los.“ Karateka Stanislav Littich
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