Fußball-Lottopokal Blumenthaler SV scheitert erneut

Die Akteure des BSC Hastedt setzten sich im Finale des Fußball-Lottopokals im Stadion Obervieland mit 3:0 (1:0) Toren durch.
22.05.2018, 16:43
Lesedauer: 4 Min
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Von Olaf Schnell

Ein Pokal-Endspiel zu bestreiten, ist schon etwas Besonderes. Diese Begegnung dann auch noch für sich zu entscheiden, wird man so schnell nicht vergessen. So auch sicherlich nicht die Akteure des BSC Hastedt, die sich im Finale des Fußball-Lottopokals im Stadion Obervieland mit 3:0 (1:0) Toren durchsetzten. Weil der Favorit die wenigen Möglichkeiten eben eiskalt nutzte.

Im Vorfeld der Partie, die auch Millionen Zuschauer in einer ARD-Konferenzschaltung verfolgten, betonte der Blumenthaler Trainer Malte Jaskosch noch einmal, dass seine Mannschaft mit diesem Spiel schon viel erreicht hat. „Den Pokal kann man nur gewinnen. Es ist doch schon ein Erlebnis im Finale zu stehen“, meinte Jaskosch. Stimmt, doch unter dem Strich waren die BSV-Kicker nach dem Schlusspfiff schon sehr enttäuscht.

Wie viele Blumenthaler Akteure zeigte sich auch Denis Spitzer, der in der 46. Minute eingewechselt wurde, nach Spielende sehr geknickt. „Im Endeffekt hat die aggressivere Mannschaft gewonnen. Wir waren viel zu ängstlich und haben viel zu früh den langen Ball gesucht.“ Auch vermisste der BSV-Leistungsträger Spieler, die das Heft mal in die Hand nehmen. „Wir waren eine sehr junge Truppe, vor allem in der ersten Halbzeit. Wahrscheinlich haben wir da auch ein bisschen Lehrgeld gezahlt. Nach der Verletzung von Sedat (Yücel, Anm. d. Red.) verlor Hastedt etwas den Faden, aber das konnten wir leider nicht ausnutzen“, so Spitzer. Auch bemerkte er, dass sie über die 90 Minuten keine richtige Torchance hatten.

„Das war einfach viel zu wenig“, äußerte sich Spitzer, der eigentlich auch damit gerechnet hatte, von Beginn an zu spielen. „Weil ich fit war. Es war halt doof, dass ich zuvor aus privaten Gründen gefehlt hatte. Aber letztlich war es eine Trainerentscheidung und das muss ich akzeptieren.“ Nun möchte auch Spitzer im nächsten Jahr einen neuen Anlauf im Lotto-Pokal starten. „Es bleibt uns nichts anderes übrig. Die Gespräche für die neue Saison laufen und da sieht es ganz gut aus“, ergänzte Denis Spitzer.

Besonders Basdas vermisst

Rund acht Stunden vor dem Anpfiff war Blumenthals Trainer Malte Jaskosch noch einmal mit dem Hund unterwegs. Es half alles nichts – auch die lautstarken Anfeuerungen der zahlreichen BSV-Fans konnten den Pott nicht nach Bremen-Nord holten. „Weil Hastedt mit einer sehr erfahrenen, abgezockten Mannschaft auflaufen konnte und bei uns eben Abdullah Basdas, Arne Meyer und Ibrahim Fidan fehlten. Zudem mussten wir in der zweiten Halbzeit ja auch noch auf Tim Pendzich verzichten. Das konnten wir einfach nicht auffangen. Gerade mit Abdullah im Mittelfeld wäre die Welt für uns bestimmt eine andere gewesen“, meinte Malte Jaskosch.

Der BSV-Trainer erwähnte aber auch, dass er mit der Einwechslung der erfahrenen Denis Spitzer und Daniel Rosenfeldt in Halbzeit zwei nachgebessert hat. „Entscheidend war, dass wir uns ganz vorne nicht richtig durchgesetzt haben. Nach der Halbzeit wollten wir dann mutiger auftreten, doch ins letzte Drittel haben wir einfach keine Qualität bekommen. Wenn das Risiko erhöht wird, bekommt man dann die entscheidenden beiden Konter. Für die Fans tut es mir nun sehr leid. Aber irgendwann wird es auch wieder klappen“, so Jaskosch.

Nach der verlorenen Partie herrschte in der Blumenthaler Kabine laut Jaskosch eine Totengräberstimmung. „Anschließend haben wir uns geschlossen im Hotel Union noch getroffen und die Wunden geleckt. Die Enttäuschung bei uns war schon riesengroß“ (Malte Jaskosch).

Im Vergleich aber zum DFB-Pokal, wo die unterlegenen Spieler des FC Bayern München sich bei der Siegerehrung einfach so vom Acker machten, zeigte sich der Blumenthaler SV in der ohnehin sehr fairen Partie als guter Verlierer und beglückwünschte die Hastedter nach der Pokalübergabe zum Sieg. Aus BSV-Sicht passt es nun, dass sich ein Großteil der Mannschaft erst einmal direkt nach dem verlorenen Endspiel auf Mallorca ablenken kann.

Auch im nächsten Jahr werden die Bremen-Liga-Kicker nach Saisonende sicherlich wieder im Flieger nach Malle sitzen – und vielleicht geht dann ja auf der Reise in den Süden nach dem Pokalspiel mit dem Siegerpott so richtig die Post ab – nach nun drei vergeblichen Anläufen im Lottopokal des Bremer Fußball-Verbandes.

Info

Zur Sache

Dreimal in Folge kein Tor erzielt

Acht Mal hielten die Spieler des Nordbremer Traditionsvereins Blumenthaler SV den Landespokal bereits in ihren Händen. Doch diese Erfolge liegen bereits lange zurück. Zuletzt holte sich Blumenthal 1978 mit einem 2:1-Erfolg über die Werder Amateure den Pott. Die weiteren Endspielsiege: 1977 1:0 gegen den Lüssumer TV, 1974 5:0 gegen BSC Grünhöfe, 1970 4:2 nach Verlängerung gegen SG Oslebshausen, 1965 2:0 gegen Geestemünder SC, 1963 4:3 nach Verlängerung gegen SV Hemelingen, 1960 4:3 nach Verlängerung gegen AGSV Bremen und 1953 2:1 gegen Hemelingen. Aus der jüngeren Vergangenheit datieren hingegen die drei Finalniederlagen – allesamt gegen den Bremer SV erlitten. 1980 gab es ein 3:7 nach Verlängerung, 2014 ein 0:1 und 2016 ein 0:3. Und jetzt folgte das 0:3 gegen den Bremen-Liga-Konkurrenten BSC Hastedt. PJ

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Dreimal in Folge kein Tor erzielt

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