In Kirchtimke treten heute die Alt-Paulianer um „Hansi“ Bargfrede gegen eine Regionsauswahl an Bock aufs Spielen, nicht aufs Hinterherlaufen

Kirchtimke. Mit seinen 56 Jahren denkt Hans-Jürgen Bargfrede schon sehr genau darüber nach, auf welcher Position er in diese Partie geht. Ex-Profi Bargfrede, den sie im Fußball-Volk meist nur Hansi nennen, schwankt zwischen offensivem Mittelfeld und zurückgezogen in der Abwehr: „Vielleicht als abgewandelter Libero.
25.07.2015, 00:00
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Von Thomas Müller

Mit seinen 56 Jahren denkt Hans-Jürgen Bargfrede schon sehr genau darüber nach, auf welcher Position er in diese Partie geht. Ex-Profi Bargfrede, den sie im Fußball-Volk meist nur Hansi nennen, schwankt zwischen offensivem Mittelfeld und zurückgezogen in der Abwehr: „Vielleicht als abgewandelter Libero.“

Er muss mal wieder ran. Was er prinzipiell herzlich gerne tut als Vollblutkicker. Vor allem, wenn es mit seinen alten Jungs vom FC St. Pauli auf den Rasen geht. Für den Hamburger Kult-Club bestritt er schließlich 233 Erst- und Zweitliga-Spiele. Auch am heutigen Sonnabend, 16 Uhr, freut er sich darauf, mit Klaus Ottens, Andre Golke & Co. mal wieder die Pille laufen zu lassen. Zumal es sozusagen in seiner alten Heimat ist – in Kirchtimke unweit seines Heimatorts Heeslingen, wo er jetzt wieder die Oberliga-Mannschaft des SC coacht, geht es mit den St. Pauli-Altstars gegen eine S 40-Auswahl der Region. Und genau die bereitet ihm ein wenig Sorgen. Das hängt mit einem Mann zusammen, dessen Trainer er war von 1992 bis 1996 bei seiner ersten Amtszeit als Übungsleiter in Heeslingen. Die Rede ist von Matthias Gerdes, immerhin rund zwölf Jahre jünger als er selbst. Bargfrede: „Matthias kann uns gefährlich werden. Er ist fit, kann laufen und schießen. Und ich habe absolut keine Lust, ihm hinterherzulaufen.“ Insofern spricht alles dagegen, dass Bargfrede im Mittelfeld aufläuft, weil es dort direkte Duelle mit dem Tarmstedter geben könnte.

Dass die Regionsauswahl über einen weiteren prominenten Stürmer verfügt, bereitet Bargfrede weniger Kopfzerbrechen: „Torsten Gütschow? Mit dem habe ich am Mittwoch noch eine Tasse Kaffee getrunken. Der läuft keinem mehr weg. Aber im 16er darf er natürlich nicht den Ball bekommen.“ Gütschow, in Kürze 55 Jahre und in Heeslingen ebenfalls schon mal Trainer, scheint also seinen Schrecken als einstiger Oberligastürmer von Dynamo Dresden und mehrfacher DDR-Auswahlspieler verloren zu haben.

Nein, dass die Paulianer heute verlieren werden, das kann sich Bargfrede beim besten Willen nicht vorstellen. Ein Gegentor sicherlich schon: „Wir laufen ja nur ungern zurück.“ Da könne es schon mal klingeln. Aber weil Michel Dinsey („der ist absolut fit“) und Andre Golke („vorne einfach top“) für sein Team stürmen, ist er zuversichtlich, dass Pauli wenigstens ein Tor mehr schießt. „Letzte Woche hatten wir auch wieder so ein 8:4.“ Bargfrede deutet an, worum es bei den Auftritten geht: Spaß am Spiel. Möglichst Ball und Gegner laufen lassen. So machen die Alt-Paulianer es immer. Alles in allem sind es an die 50 Mann, die ziemlich regelmäßig noch auflaufen. Und sich natürlich auf das Gesellige freuen: „Erst neulich waren wir mit 30 Mann auf Mallorca“, erzählt Bargfrede.

Auch Matthias Gerdes, seit Anfang desMonats bekanntlich Trainer der Heeslinger Zweiten und schon deshalb im engen Kontakt und Austausch mit Bargfrede, freut sich auf das Ereignis und einen lockeren Kick. Dass Bargfrede tatsächlich auflaufen wird, ist für Gerdes klar: „Es sei denn, Hansi bricht sich die Haxen beim Tennis.“

Hautenge Zweikämpfe werde es sicher nicht geben. Blutgrätschen schon mal gar nicht. „Danach kämen einige ja gar nicht wieder hoch“, schmunzelt Gerdes. Das Wichtigste sei die gute Atmosphäre auf dem Platz – und natürlich die „3. Halbzeit“.

Die Organisatoren um Stefan Müller haben Kicker und Gäste zum gemütlichen Beisammensein eingeladen, üppiges Catering eingeschlossen. Müller, einst selbst Spieler unter Bargfrede in Heeslingen, freut sich ebenfalls riesig auf die Begegnung, die im Rahmen der Sportwoche des FC Ummel stattfindet: „Es handelt sich ja um das frühere Samtgemeindeturnier. Und da wollten wir gerne mal ein Highlight präsentieren.“ Durch die Unterstützung der Tarmstedter Ausstellungs-GmbH und weiterer Sponsoren habe man das realisieren können. Weil: „Ganz umsonst kommt der FC St. Pauli natürlich nicht.“

S 40-Auswahl (Zusagen): Stephan Brodtmann, Dietmar Martens, Matthias Gerdes, Udo Meyer, Ralf Thoden, Thorsten Gerdes, Rainer Bammann, Torsten Gütschow, Ralf Berkau, Michael Blanken, Otto Winkelvos, Hinni Haar, Lars Mahnken, Thomas Ziegler, Frank Allers

St. Pauli-Auswahl (Zusagen): Dirk Dammann, Stefan Studer, Klaus Ottens, Hans-Jürgen Bargfrede, Andre Golke, Daniel Sager, Ralf Sievers, Klaus-Dieter Schmidt, Flemming Nielsen, Michel Dinzey, Bernd von Soosten, Torsten Wilkening, Dieter Schiller

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