Fußball

Bicakci beschenkt sich selbst

Er ist seit Wochen in Top-Form - und hat sich an seinem 25. Geburtstag gleich doppelt selbst beschenkt: Mert Bicakci war der Matchwinner beim 4:1-Sieg des Brinnkumer SV über den FC Union 60.
29.09.2020, 22:30
Lesedauer: 3 Min
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Von Thorin Mentrup

Brinkum. Mert Bicakci strahlte – und er hatte allen Grund dazu. Schließlich hatte ihm seine Mannschaft gerade ein Ständchen zum 25. Geburtstag gehalten. Glückwünsche durfte er aber auch für seine ganz starke Leistung beim 4:1 (2:0)-Erfolg seines Brinkumer SV in der Fußball-Bremen-Liga über den FC Union 60 entgegen nehmen. Mit zwei Toren und drei Punkten beschenkte sich der Offensivspieler an seinem Ehrentag auch selbst.

„Besser hätte ich es mir nicht vorstellen können“, lachte Bicakci. Zeit zum Feiern mit seiner Familie war bis dato noch gar keine geblieben. „Ich bin direkt von der Arbeit zum Spiel gefahren, habe nur eine Kleinigkeit gegessen“, verriet der Matchwinner, der die Party also auf das Feld verlegte.

Ein Aktivposten

Von Müdigkeit nach einem langen Arbeitstag war bei Bicakci jedoch keine Spur. Im Gegenteil: Er zählte auf dem rechten Flügel zu den Aktivposten im Brinkumer Spiel. Dass er seinem Team mit seinen beiden Treffern den Weg zum vierten Sieg im fünften Spiel ebnete, passte zu seinem starken Auftritt. Zunächst war er nach einem Vorstoß Ramien Safis über die linke Seite clever eingelaufen und vollstreckte aus dem Rückraum (29.), dann profitierte er davon, dass Union-Keeper Marc-Adrien Zongos einen langen Ball von Nicolai Gräpler falsch einschätzte und das Spielgerät beim Versuch zu klären nicht richtig traf (43.). Es waren leichte Übungen für Bicakci, der seine Saisontreffer drei und vier markierte.

Der Angreifer bestätigte seine Topform eindrucksvoll. Bereits in den vergangenen Spielen hatte er zu den besten Brinkumern gehört. Sein Geheimnis? „Es macht mir einfach unwahrscheinlich viel Spaß in der Mannschaft. Ich fühle mich sehr wohl, spüre das Vertrauen von meinen Trainern und verstehe mich mit allen sehr gut.“ Dieses Vertrauen zahlte Bicakci erneut mit Leistung zurück.

Lob für das Team

Zu sehr wollte er sich allerdings nicht im Mittelpunkt stellen. „Die ganze Mannschaft hat es gut gemacht. Nicht nur heute. Wir haben Charakter“, blickte er auf die Partien gegen Neustadt (3:2) und Geestemünde (5:3) zurück, in denen Brinkum jeweils einen 0:2-Rückstand noch gedreht hatte. „Das schafft nicht jeder“, wusste er.

Eine Aufholjagd brauchten die Gastgeber gegen Union nicht. Das freute auch Trainer Mike Gabel. „75 Minuten haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht“, sagte er zufrieden. Nur eine einzige Schwächephase musste seine Elf überstehen. „Nach dem 3:0 haben wir ein, zwei Gänge zurückgeschaltet und die Spannung verloren. Das hat man sofort gesehen.“ Und das schlug sich auch direkt im Ergebnis nieder, denn prompt kamen die Gäste durch Lucca Biermann zum 1:3-Anschlusstreffer.

Esin Demirkapi, in der Innenverteidigung ebenfalls ganz stark, hatte ein paar Minuten nach Wiederbeginn den Ball zur Vorentscheidung über die Linie gestochert (51.). „Und wir hätten wieder mehr Tore schießen können“, wusste Gabel, dass sich der BSV die kurze Schwächephase, in der Union allerdings nur einmal dem zweiten Treffer nahe kam, hätte sparen können. „Denn das sind wir nicht. Wir spielen anders Fußball“, verwies er auf den ansonsten intensiven und nach einer kurzen Phase zu Beginn auch kombinationssicheren Stil seiner Mannen. Herman Mulweme, der den Pfosten traf (25.), Hamudi Taha (28.), Julius Rahmig (50.) und Ramien Safi (81.) etwa verpassten weitere Treffer für die Gastgeber. „Das war insgesamt ein richtig guter Auftritt“, hob Gabel die starken drei Viertel der Partie hervor. Eine kleine Mahnung, die Zügel nicht schleifen zu lassen, war das schwächere verbliebene Viertel dennoch.

Spitzenspiel am Sonntag

Denn Brinkum hat noch viel vor: „Wir wollen in dieser Woche neun Punkte holen“, kündigte Bicakci, seit dem vergangenen Winter am Brunnenweg, an. Sechs haben er und sein Team bereits eingetütet, weitere drei sollen im Spitzenspiel am Sonntag bei der Leher TS folgen. Etwas Kraft konnte der Matchwinner für diesen letzten Abschnitt der Englischen Woche sparen: Nach etwas mehr als einer Stunde nahmen ihn Mike Gabel und Kevin Artmann vom Platz. Beide wissen: Auf einen Bicakci in Topform können sie nicht verzichten. Ihr Angreifer wird sich aber erst einmal auf den Mittwoch freuen. Dann kann er seinen Geburtstag auch mit seiner Familie feiern.

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