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DJ Toddy weiß sich in Szene zu setzen
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Ein Mann im Vollgas-Modus

Alexandra Knief 18.01.2017 0 Kommentare

Pinkfarbener Nebel breitet sich auf der großen Bühne in Halle 4 aus. Immer mehr spucken die Nebelmaschinen am vorderen Bühnenrand aus, bis fast der gesamte Stagebereich im Dunst verschwindet. Plötzlich eine Stimme: „Ladies and Gentlemen, Welcome to DJ Toddy.“

DJ Toddy - Sixdays - Serie
DJ Toddy bei den Sixdays in Bremen. (Christina Kuhaupt)

Und da kommt er auch schon. Nach den ersten Sekunden ist klar: Dieser Mann versteht es, sich in Szene zu setzen. In Zeitlupe rollt er mit fast roboterartigen Bewegungen sein Pult in die Bühnenmitte, auf dem Kopf trägt er einen schwarzen Motocross-Helm. Dann drückt Toddy einen Knopf – und aus den Boxen schallt der erste Party-Hit. Als hätte jemand einen Schalter umgelegt, nimmt er den Helm ab, reißt die Arme zum Himmel und rastet richtig aus. Er singt mit, springt wild herum, rennt auf der Stelle und spielt Luftgitarre. Dabei ist es egal, ob gerade House, Schlager, Charthits oder ein 80er-Jahre-Klassiker läuft – der Entertainer geht in jedem Lied voll auf. 45 Minuten lang. Dann hat er eine Stunde Pause.

DJ Toddy heißt eigentlich Thorsten Siemer und ist in Bremen seit vielen Jahren für seine Bühnenshows bekannt. Seit etwa 17 Jahren ist er hauptberuflich als DJ und Entertainer unterwegs. Auch zu den Sixdays gehört er jedes Jahr als fester Programmpunkt dazu. Eigentlich ist er gelernter Zimmermann, hat aber schon mit zwölf die ersten Gehversuche als DJ bei der Kinderdisco im Jugendklub unternommen. Nach seiner Ausbildung und der Bundeswehr dauerte es nicht lange, bis wieder die Musik in den Mittelpunkt seines Lebens rückte.

Wie er es durchhält, mehrmals am Tag und zum Teil über Stunden hinweg auf der Bühne Gas zu geben? „Ich esse vor den Sixdays sehr viel, um mir ein kleines Polster anzufressen“, sagt er. „Die Leute sagen dann immer: Man, ist der dick geworden. Und wenn die Sixdays zu Ende sind, sagen sie: Oh, der hat aber abgenommen.“

"Es macht Spaß, Leute zum Lachen und Tanzen zu bringen"

Am stressigsten seien jedes Jahr die Tage von Freitag bis Sonntag. Zum Teil schläft der DJ in dieser Zeit nur drei Stunden pro Nacht. Das stört ihn aber nicht, er genießt seine Auftritte. „Es macht Spaß, Leute zum Lachen und Tanzen zu bringen“, sagt er. Den eigenen Musikgeschmack müsse man dabei als DJ zurückstellen. Aber auch das fällt Toddy nicht schwer. „Ich muss ehrlich sagen, ich finde fast alles toll und resette mich nach jedem Abend selbst“, sagt er. „Am nächsten Tag tue ich so, als ob ich die Lieder noch nie gehört habe, und freue mich mit den Leuten.“ Natürlich gebe es Titel, die kein DJ gerne spielt, die aber trotzdem gehört werden wollen. Welche das sind? Berufsgeheimnis.

Jetzt, wo die Sixdays vorbei sind, hat DJ Toddy erst mal ein paar Tage Zeit, um sich zu erholen. Aber nicht viele, wie er verrät: „Bald geht es schon weiter mit der Kohl-und-Pinkel-Zeit und der Karnevalssaison.“ Auch da wird der Entertainer wieder die eine oder andere Nacht zum Tag machen.


Fotos der Sixdays

Belgier gewinnen Sechstagerennen
Bilder: Der Abschluss der Bremer Sixdays
Sixdays Bremen 2019
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