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Bremer Sixdays
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Bührmann und Elko geben Anteile ab

Jörg Niemeyer 20.09.2018 0 Kommentare

Während des Rennens lösen sich die Radprofis – hier das Siegerduo von 2018, Theo Reinhardt (rechts) und Kenny De Ketele – ab, gelegentlich verändert sich bei den Sixdays aber auch die Struktur der Gesellschafter. In Bremen gibt es jetzt zwei mehr.
Während des Rennens lösen sich die Radprofis – hier das Siegerduo von 2018, Theo Reinhardt (rechts) und Kenny De Ketele – ab, gelegentlich verändert sich bei den Sixdays aber auch die Struktur der Gesellschafter. In Bremen gibt es jetzt zwei mehr. (Frank Koch)

In 111 Tagen werden die 55. Bremer Sixdays angeschossen. Wer am 10. Januar 2019 zur Pistole greifen wird, steht noch nicht fest. Sicher ist aber, dass künftig zu allen Fragen rund um das Radsport-Großereignis mehr Verantwortliche nach Antworten suchen werden. Was im vergangenen Januar schon angekündigt wurde, ist im Sommer notariell vollzogen worden: Die Event und Sport Nord GmbH (ESN) hat zwei weitere Gesellschafter bekommen, die Anteilsverhältnisse der GmbH haben sich damit verschoben.

Neue Besen sollen bekanntlich gut kehren. "Es wird Veränderungen geben, aber die verkünde ich jetzt noch nicht", sagt Jens Wiegandt. Er ist Geschäftsführer der Firma AVM, die sich um die Veranstaltungstechnik bei Großveranstaltungen kümmert. Als AVM-Chef kennt er seit 2012 das Bremer Sechs-Tage-Rennen aus allernächster Nähe. Inzwischen ist der Schwaneweder Wiegandt nicht mehr nur Dienstleister in der ÖVB-Arena, sondern als Gesellschafter auch mitverantwortlich fürs große Ganze. Ebenso wie der Bremerhavener Kadir Soytürk, Inhaber der Firma Geschmackslabor Event & Catering, die sich ums leibliche Wohl der Hallengäste auf der Bürgerweide kümmert.

„Es ist immer gut, wenn Menschen die Veranstaltung kennen und ein großes Interesse an deren Fortbestand haben“, sagt Hans Peter Schneider. Der ESN-Geschäftsführer, neben Soytürk übrigens zweiter Geschäftsführer beim Geschmackslabor, sieht in der engen Verwobenheit der Gesellschafter auch kein Problem. Ganz im Gegenteil. „Nur Geld reingeben geht bei uns nicht“, sagt Schneider, „wir brauchen Arbeiter.“ Soll einerseits heißen: Wer finanziell in Verantwortung tritt, muss sich inhaltlich einbringen. Bedeutet andererseits aber vermutlich auch: Die Gesellschafter Wiegandt oder Soytürk dürften sich, wenn es um neue Verträge geht, als Dienstleister der Sixdays wohl kaum selbst ablehnen.

Familientreffen der Wiegandts 

Wer Jens Wiegandt über die Sixdays sprechen hört, kommt allerdings nicht auf die Idee, dass sich da jemand als Gesellschafter vorrangig einen Auftrag sichern möchte. „Seit ich vor sieben Jahren gefragt worden bin, ob ich die Sixdays begleiten möchte, habe ich sehr viel Spaß gehabt“, sagt er, „ich glaube an das Projekt und übernehme jetzt neben der Dienstleistung auch Verantwortung.“ Gemeinsam mit Mario Roggow, dem neuen Leiter der Sixdays, soll sich Wiegandt künftig auch um Künstler und die Auswahl des Showprogramms kümmern. Und er verspricht: „Weitgehend bleibt die Veranstaltung so, wie sie ist. Aber wir wollen noch mehr Aufenthaltsqualität fürs Publikum schaffen.“ Für alle Besucher, auch die in den Logen.

Die Sixdays werden für die Wiegandts eine besondere Form der Familienzusammenführung sein. Jens, der Senior, wird in der ESN künftig mit Felix, seinem Junior, eng zusammenarbeiten. Da die Bührmann-Gruppe ihren Anteil von der 50,1-Prozent-Mehrheit auf zehn Prozent reduziert und damit den Weg für Jens Wiegandt und Soytürk geebnet hat, ist Theo Bührmann junior nicht mehr der zweite ESN-Geschäftsführer neben Schneider. Diesen Posten hat der gelernte Veranstaltungskaufmann Felix Wiegandt übernommen, der vor Jahren als AVM-Firmenmitglied bei den Sixdays am Lichtpult gesessen hat und seit Anfang dieses Jahres Projektleiter beim Geschmackslabor ist. Er kennt also sowohl die Aspekte der Veranstaltungstechnik als auch die des Catering – nicht die schlechtesten Voraussetzungen, um für den Veranstalter verantwortlich zu arbeiten. „Es ist sicherlich ein Vorteil, dass ich die Sixdays schon lange begleite“, sagt Felix Wiegandt und freut sich auf seine neuen Aufgaben. Der Mittfünfziger Schneider wiederum ist froh, mit dem 25-jährigen Wiegandt junior nach Bührmann junior erneut einen jungen Partner als Geschäftsführer an der Seite zu haben.

Theo Bührmann, der am Donnerstag nicht zu erreichen war, werde bei den Sixdays trotz der Reduzierung seiner Anteile weiter „fleißig dabei sein“, sagt Schneider. Bührmann ist nach wie vor Gesellschafter und werde als Akquisiteur gebraucht. Ebenso übrigens wie der Delmenhorster Reiner Schnorfeil. Der ehemalige Geschäftsführer der Berliner Sixdays wurde im Januar als künftiger Gesellschafter angekündigt, wird aber „nur“ als Berater tätig werden. „Er soll Bargeld bringen“, sagt Schneider lachend, „Leute überzeugen, ein Team zu kaufen.“ Anders ausgedrückt: Schnorfeil soll unter anderem Sponsoren als zahlungskräftige Namensgeber für die Sixdays-Mannschaften auftreiben.

Eine Veränderung wird es schließlich auch im Kreis der Sprecher geben: Für Edgar Mielke, dessen Vertrag ausgelaufen ist, wird künftig Felix Gerhardt am Hallenmikrofon sitzen. Gerhardt ist, ebenso wie seine Sprecher-Kollegen Mathias Arians und Marcus Rudolph, ein Mann von Radio Bremen. 

Zur Sache

Die Gesellschafter und deren Anteile

Die Event & Sport Nord GmbH (ESN) hat nach den Sixdays 2018 die Anzahl ihrer Gesellschafter auf fünf erhöht. Der bisherige Mehrheitshalter, die Bremer Veranstaltungs- und Event GmbH (BVE), verkleinerte ihren Anteil von 50,1 auf 10 Prozent, die jetzt von der ebenfalls zur Bührmann-Gruppe gehörenden Bremer Immobilien Projektgesellschaft gehalten werden. Die Firma Elko Technik GmbH hält künftig statt 25,0 noch 5,1 Prozent. Bremen ist wie bisher mit 24,9 Prozent beteiligt, aber nicht mehr durch die Großmarkt Bremen GmbH, sondern durch die neu gegründete M3B GmbH. Jeweils 30 Prozent halten die neuen Gesellschafter, die Firma AVM und Kadir Soytürk.


Fotos der Sixdays

Belgier gewinnen Sechstagerennen
Bilder: Der Abschluss der Bremer Sixdays
Sixdays Bremen 2019
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