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Die etablierten Lehrlinge
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Lisa Klein und Lisa Brennauer gewinnen Madison-Rennen bei den Sixdays

Olaf Dorow 13.01.2019 0 Kommentare

Die Sektfontäne der Siegerinnen: Lisa Brennauer (links) und Lisa Klein genießen auf der Bremer Sechstage-Bühne ihrenErfolg im Madison-Rennen bei den Frauen.
Die Sektfontäne der Siegerinnen: Lisa Brennauer (links) und Lisa Klein genießen auf der Bremer Sechstage-Bühne ihrenErfolg im Madison-Rennen bei den Frauen. (Kuhaupt)

Lisa Klein war fertig. Sie war aus einem sehr anstrengenden Trainingslager auf Mallorca nach Bremen angereist. Dann auf dieser anspruchsvollen Bremer Bahn dieses superanstrengende Madison-Rennen. In welchem sie gemeinsam mit Lisa Brennauer vor den Niederländerinnen Kirsten Wild und Amber van der Hulst siegte. In dem sie aber auch, wie sie anschließend erzählte, „voll am Anschlag gefahren“ sei. Und jetzt schnell noch eine Teambesprechung, duschen und ab ins Auto. Fünf Stunden bis Erfurt, wo die gebürtige Saarländerin seit knapp drei Jahren wohnt und am Olympiastützpunkt bei Trainer Michael Beckert trainiert. 

Geht alles gerade zack, zack im noch relativ jungen Sportlerleben einer jungen Sportlerin. Lisa Klein, 22 Jahre alt, war vor dem Nationalmannschafts-Camp von Mallorca im Dezember noch mit ihrem Rennstall-Team Canyon SRAM Racing für zwei Wochen zum harten Training in Malaga. Und auch im Dezember: hat sie zusammen mit der Allgäuerin Lisa Brennauer das allererste Madison-Rennen ihres Lebens absolviert. Also in jenem Wettbewerb, dessen Namen von der Geburtsstätte dieser Disziplin kommt, dem Madison Square Garden in New York. Jenem Wettbewerb, der in technisch wie taktischer Hinsicht aus der Liga für Fortgeschrittene stammt. Weil zwei Fahrer zu einem Team gehören, sich alle paar Runden ablösen und permanent die Bewegung im Peleton beäugen müssen.

Kleins Partnerin Lisa Brennauer ist deutlich erfahrener, sie ist bereits 30 Jahre alt. Sie ist erst im vergangenen Sommer in Glasgow Europameisterin in der Verfolgung geworden. Und einen Tag später EM-Dritte im Straßenrennen. Auch Lisa Klein hat sich in der Szene bereits etabliert. Das Canyon-SRAM-Racing-Team wurde auf den Straßen von Innsbruck Weltmeister im Mannschaftszeitfahren. Doch im Madison, das 2020 in Tokio auch für die Frauen olympisch ist? „Da sind wir Lehrlinge“, sagt Lisa Klein. Sie sieht das wie ein Abenteuer. Oder wenigstens wie eine Herausforderung. Der Fokus liege weiter klar auf dem Vierer für die Bahn-Rennen sowie auf den Straßen-Rennen. Das eigentlich mehr als hundert Jahre alte Madison ist in Deutschland derzeit noch, oder: wieder – und anders als beispielsweise in den Niederlanden – in einer Art Embryo-Stadium. Im Mal-gucken-was-draus-wird-Stadium.

Bis zu ihrem ersten Madison-Rennen im Dezember in Grenchen in der Schweiz hätten sie diese Disziplin weder im Training noch im Wettkampf probiert. Das Schwierigste seien gar nicht die Ablösungen, sagt Lisa Klein. Das hätte man nach dem Rennen am Sonntag in Bremen, dem zweiten hier nach der Premiere 2018, so annehmen können. Da missriet häufiger mal ein Wechsel. Einmal stürzte ein Paar dabei. Zum Glück nur leicht, es konnte schnell wieder aufs Rad steigen.

Das Schwierigste sei, den Rennüberblick zu behalten. Wann antreten? Wann und wie und in welchem Tempo den Wechsel machen, wie ihn vorbereiten? Wie eine Punktewertung vorbereiten, die all paar Runden ansteht? Wie den richtigen Zeitpunkt für einen Rundengewinn erkennen? „Wir lernen so viel, und das ist was richtig Schönes“, sagt Lisa Klein.

Und im Vergleich zum Grenchen-Rennen vom Dezember, in dem sie den finalen Spurt falsch vorbereitet hätten und so nur Vierter statt Sieger wurden, hätte es im Bremen-Rennen vom Januar schon viel besser geklappt mit dem letzten Spurt. Sie schlugen darin die niederländische Konkurrenz schließlich um Reifenbreite. Gewonnen hätten die beiden Lisas auch so, der Vorsprung war durch einen Rundengewinn groß genug. Aber sie wollten bis zum Schluss voll am Anschlag fahren. Sie wollen ja lernen.


Fotos der Sixdays

Belgier gewinnen Sechstagerennen
Bilder: Der Abschluss der Bremer Sixdays
Sixdays Bremen 2019
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