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Bremer Badminton-Verband
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Badminton-Vereinen fehlt es an Nachwuchs

Stefanie Grube 23.02.2013 0 Kommentare

Wolfgang Lindhorst ist Vorsitzender des Bremer Badminton-Verbands.
Wolfgang Lindhorst ist Vorsitzender des Bremer Badminton-Verbands. (Frank Koch)

Bremen. Europäisches Gold für die deutsche Badminton-Mannschaft. "Es geht aufwärts", sagt Wolfgang Lindhorst, Vorsitzender des Bremer Badminton-Verbands. International, meint er. Aber der Vereins-Badminton in Bremen? "Wir haben die Goldmedaille geholt und jetzt gehe ich morgen zum Badminton – das sagt, glaube ich, niemand", kommentiert Lindhorst.

In einem Interview mit unserer Zeitung bemerkte der Polizei-SV-Spieler Tobias Langpaap, Bremen sei als Badminton-Standort nicht besonders attraktiv. Der Polizei SV (PSV) ist das Bremer Aushängeschild in Sachen Badminton. Künftig spielt das Team allerdings viertklassig, von der Regionalliga steigt der PSV in die Oberliga Nord ab – erstmals seit 13 Jahren. Victoria Tsvetanova wurde regelmäßig aus Glasgow eingeflogen, um die Probleme im Dameneinzel zu beheben. "Eine übliche Praxis im Badminton. Aber das können sich natürlich nur wenige Vereine finanziell leisten", sagt Lindhorst. Für die meisten Bremer Klubs sei es schon schwierig, ein Auswärtsspiel zu finanzieren.

Aber Geldmangel sei nicht das größte Problem: "Es fehlt eben der Nachwuchs", sagt Lindhorst. Neben seinem Vorsitz im Bremer Badminton-Verband ist er auch Abteilungsleiter des 1. Bremer Badminton Klubs (BBC). Die Schnuppertage, die der BBC veranstalte, seien früher gut besucht gewesen. "Jetzt kommen manchmal nur zwei oder drei Kinder", so Lindhorst. "Die Masse fehlt." Bremen sei nun einmal ein kleines Bundesland und könne nicht allzu viele Spieler hervorbringen. Viele Vereine hätten es dann auch noch jahrelang versäumt, sich um Nachwuchs zu kümmern, und könnten sich jetzt mit wenigen Mitgliedern keine Trainer leisten. "Da trainieren dann die Spieler", erklärt Lindhorst.

Und dann noch die Ganztagsschulen: Zum einen hätten die Schüler nicht mehr so viel Zeit für Hobbys, bei denen auch mal ein Wochenende draufgehe, erklärt Lindhorst. Zum anderen seien die Schulhallen, die die Badminton-Vereine benutzten, durch die langen Unterrichtszeiten nur noch abends zu mieten – und auch andere Sportarten buhlten um die Hallen. "Das BBC-Jugendtraining zum Beispiel ist freitagabends. Das ist natürlich ein ungünstiger Termin. Für viele beginnt da bereits das Wochenende", sagt Lindhorst. 2600 Euro kostet den Verein allein die Miete der Trainingshalle im Jahr – für zwei Abende die Woche. Rund 65 Mitglieder habe der BBC, davon bestehe immerhin ein Drittel aus Jugendlichen, so Lindhorst.

An Schulen wirbt er für Badminton und weiß, dass er mit anderen Sportarten konkurriert, und dass seine nicht zu den populärsten gehört. Um das kleinste Bundesland größer werden zu lassen, hat der Bremer Badminton-Verband mit Niedersachsen vereinbart, dass die Jugendlichen auf beiden Landes-Ranglisten stehen. Die Veröffentlichung der Listen im Internet funktioniere als Ansporn.

Genau dorthin müsse man die Jugendlichen bringen, meint Tammo Graue, Leiter der Abteilung Badminton der SG Aumund-Vegesack: "Wenn sie merken, dass sie Erfolg haben, Urkunden bekommen, bleiben die Jugendlichen beim Sport."

In der SG Aumund-Vegesack spielen derzeit fünf Mannschaften: Zwei in der Weser-Liga, eine in der Bezirks-Liga, eine Jugend- und eine Schülermannschaft. Auch hier sind die Trainingszeiten oft ab 20 Uhr abends. Die Nachwuchsprobleme kennt Tammo Graue. Nach langem Versäumnis steckt der Verein seit Ende der 90er Jahre wieder viel Energie in die Jugendarbeit. Graues bester Spieler, Yannik Windhorst, ist einer der talentiertesten Nachwuchsspieler Bremens: 2012 hat er es bis in die Deutsche Rangliste geschafft. Mit dem steigenden Erfolg Windhorsts habe der Verein seine Grenze aber auch erreicht: "Mehr können wir ihm nicht bieten. Yannik wird sicherlich abwandern, zum PSV oder BBC", sagt Graue. Das sei aber gut so, gut für eine in der Zukunft erfolgreichere Bremer Badminton-Szene.


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Leserkommentare
hopfen am 21.10.2019 11:38
Ein sehr gutes Beispiel dafür wie realitätsfern Politiker inzwischen sind. Würden alle fast identische Ferienzeiten bekommen, würde das absolute ...
admiral_brommy am 21.10.2019 11:29
Zitat: ".....und die Behörden lehnen seinen Asylantrag ab. "

Ausreisepflichtig scheint er aber nicht zu sein. Warum?
Warum ...