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ATS Buntentor scheitert in der Relegation

Stefan Freye 10.06.2019 0 Kommentare

Enttäuschung nach dem Anpfiff: Ylenia Sachau (rechts) tröstet ihre am Boden sitzende Teamgefährtin Esther Herzog. Buntentor hat sportlich den Aufstieg in die Regionalliga verpasst.
Enttäuschung nach dem Anpfiff: Ylenia Sachau (rechts) tröstet ihre am Boden sitzende Teamgefährtin Esther Herzog. Buntentor hat sportlich den Aufstieg in die Regionalliga verpasst. (Oliver Baumgart/hansepixx)

Beim Gegner waren die Feierlichkeiten bereits im vollen Gange: Die Fußballerinnen des Hamburger SV hatten sich mit dem 2:0 (1:0)-Auswärtssieg gegen den ATS Buntentor den Aufstieg in die Regionalliga Nord gesichert, und nun floss der Sekt, und gesungen wurde auch („Wer nicht hüpft, der ist ein Bremer“). Die benannten Bremer – oder genauer: Bremerinnen – waren nur Zuschauer dieser Szenen. Sie sahen ein wenig traurig aus, aber wirklich enttäuscht waren sie nicht. „Wir gehen erhobenen Hauptes vom Platz“, meinte Trainer Marc Schönthal, und Spielmacherin Jennifer Brimmer bekannte: „Es hätte schon alles passen müssen.“ Es passte nicht, musste man also feststellen.

Vor allem die Chancenverwertung nicht. Mit 0:4 hatte der ATS bereits das Hinspiel beim HSV verloren. Vor gut einer Woche war in der Halbzeitpause allerdings nur die Spielhälfte des ATS bewässert worden, und deshalb hatten die Bremer auch einen Protest gegen die Wertung der Partie eingelegt. Er wurde abgewiesen. Also wollte Buntentor gegen den HSV mit 5:0 gewinnen. Das hätte alle Zweifel beseitigt, wer wollte sich auch schon auf ein Urteil verlassen. Und die wohl bemerkenswerteste Feststellung nach der 0:2-Niederlage betraf das Wunschergebnis: Ein 5:0 lag tatsächlich im Bereich des Möglichen.

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Der ATS Buntentor hatte seine Chancen besessen. Gleich zu Beginn der Partie etwa, als Aline Stenzel allein aufs Hamburger Tor zulief, den Abschluss aber verzog (7. Minute). Oder beim Abseitstor von Karla Kedenburg (19.), dem Kopfball von Alva-Lina Veenhuis an die Latte des gegnerischen Gehäuses (25.) oder dem Solo von Stenzel, das erst kurz vorm Tor gestoppt wurde (32.). Der Gastgeber hatte das Geschehen in der ersten Halbzeit keineswegs dominiert. Aber er war engagiert aufgetreten und hatte mutig den Weg nach vorn gesucht.

„Das Hinspiel hat für Wut im Bauch gesorgt“, fasste Jennifer Brimmer die Stimmung des ATS-Teams zusammen. Es sei ja auch ziemlich „unfair“ vom HSV gewesen, nur die eigene Angriffshälfte zu bewässern. Zumindest zwei der vier Treffer wären bei trockenem Rasen wohl nicht gefallen. Nach dem Training am Montag, als der anstehende Protest thematisiert worden war, hatte die Konzentration zwar auf der sportlichen Seite des Duells gelegen. Aber natürlich befand sich die umstrittene Aktion noch immer in den Hinterköpfen der Bun­tentorer Mannschaft. „Das musste nicht sein, aber es zeigt auch, dass der HSV es offenbar nötig hat“, so Brimmer.

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Dabei unterstrich der Gast von der Elbe auch im zweiten Aufstiegsspiel, dass er spielerisch die Nase vorn hat. Vor allem aber präsentierten sich die Hamburgerinnen deutlich effektiver als ihr Gegner. Die Flanke vorm 1:0 war zudem recht lange in der Luft, ehe Kimberly Zietz sie per Kopf über die Linie drückte – hier war die Abwehr des ATS einfach nicht auf der Höhe. Das passte bei allem Engagement der Bremerinnen also auch nicht ganz: Gegen das gute Offensivspiel des HSV hätte es schon einer über 90 Minuten konzentrierten Leistung in der Defensive bedurft.

„Ich vergleiche das mit Doping“

Das wurde auch noch der Pause noch einmal deutlich: Der ATS, obwohl mittlerweile ja insgesamt mit 0:5 im Rückstand, stemmte sich mit aller Macht gegen die Niederlage und besaß nun auch mehr Spielanteile als der Gegner. Aber es sprang nicht mehr heraus als ein weiterer Kopfball durch Veenhuis (65.) sowie eine weitere Chance für Aline Stenzel, die schließlich auch im Nachschuss scheiterte (75.). „Wir sind manchmal einfach nicht in der Lage, das Tor zu machen“, meinte Dennis Bittner, der zweite ATS-Coach. In der Lage, einen weiteren Hamburger Treffer zu verhindern, war die – allerdings aufgerückte – Defensive auch nicht. Doch auf den Treffer von Carla Morich wenigen Minuten vor dem Ende kam es ja auch nicht mehr an. Oder doch?

Fotostrecke: ATS Buntentor setzt sich klar durch

Kurz nach Spielschluss unterstrich ATS-Präsident Jürgen Maly, dass der Verein nun gegen das abschlägige Urteil des Sportgerichts vorgehen werde: „Wir werden das weiterverfolgen, mit dem Ziel einer Disqualifikation des HSV.“ Für den Funktionär ist mit der einseitigen Bewässerung nämlich ein „manipulativer Eingriff“ verbunden. „Ich vergleiche das mit Doping“, so Maly. Wie die Chancen in der Berufung stehen, weiß der Jurist natürlich nicht.

Geht es nach dem Trainer des Hamburger SV, sieht es allerdings nicht gut aus. „Der ATS klammert sich an den letzten Strohhalm, aber er hat aus unserer Sicht keine Chance“, meint Christian Kroll. Auch wenn sich der HSV-Coach am Sonntag ein „dominanteres Auftreten“ seines Team gewünscht hätte, stand wohl für alle Beteiligten fest, dass die Hamburgerinnen das Duell mit Buntentor unterm Strich verdient für sich entschieden hatten. Aber es gibt ja nach wie vor diese Fragestellung, welche Auswirkungen das einseitige Bewässern im Hinspiel auf den sportlichen Verlauf hatte.


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Leserkommentare
suziwolf am 22.10.2019 13:29
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Bremen-Fan am 22.10.2019 13:25
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