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Zahl der Mannschaften sinkt
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Bremer Korbballerinnen kämpfen um die Existenz

Aljoscha-Marcello Dohme 08.02.2019 0 Kommentare

Ein Korbball-Punktspiel in der Bundesliga-Nord: Die SG Findorff zählt zu den besten Mannschaften und führt regelmäßig die Tabellenspitze an.
Ein Korbball-Punktspiel in der Bundesliga-Nord: Die SG Findorff zählt zu den besten Mannschaften und führt regelmäßig die Tabellenspitze an. (Christina Kuhaupt)

Bremen gehört seit jeher zu den Korbballhochburgen in Deutschland. Entsprechend erfolgreich ist die Hansestadt auch in dem Sport. Die SG Findorff etwa steht regelmäßig an der Tabellenspitze der Bundesliga-Nord. Trotzdem werden die Vereine auch in Bremen nicht mehr, in denen der Sport angeboten wird. Ganz im Gegenteil. Die Zahl der Mannschaften hat sich in den vergangenen Jahren sogar verringert.

„Momentan gibt es neben der SG Findorff nur noch zwei weitere Vereine in Bremen, die Korbball anbieten, nämlich der SV Werder Bremen und der Habenhauser TV“, sagt Anke Mailand, Abteilungsleiterin bei der SG Findorff. Werder spielt in der Bezirksoberliga und in Habenhausen wird im Freizeitbereich trainiert. „Der SV Hemelingen und der TV 1875 Walle haben aufgehört“, so die Landesfachwartin. Doch das sind nicht die einzigen Vereine, die sich in der Hansestadt vom Korbball verabschiedet haben. Im Laufe der Zeit hat sich die Zahl der Mannschaften immer wieder verringert. 

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Der Grund hierfür ist, dass den Vereinen die Leute fehlen. „Die Sparten werden immer kleiner und dann lohnt sich der Aufwand nicht mehr“, erläutert die 48-Jährige. Wenn nur zwei oder drei Spieler ihre Mannschaft verlassen, weil sie etwa nach dem Abitur in einer anderen Stadt studieren, wären es dann schon zu wenig, um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. „Wenn das Engagement irgendwann nicht mehr da ist, dann geht das ganz schnell und dann wird eine Abteilung zugunsten einer anderen Sportart auch mal dichtgemacht“, sagt Mailand.

Dadurch sind die SG Findorff und der SV Werder Bremen zurzeit die einzigen Mannschaften in Bremen, die Korbball im Ligabetrieb spielen. Insbesondere für die Mitglieder der SG Findorff bedeutet das einen zusätzlichen Aufwand, da sie alle Spieler für die Auswahl des Landes Bremen stellen und sämtliche Ämter im Korbball besetzen. Da Werder nur eine Mannschaft hat, kümmert sich die Sportgemeinschaft um diese Aufgaben. „Im Umland, wenn Hannover Nord im Deutschlandpokal spielt, dann können die Ämter zwischen sechs, sieben Vereinen aufgeteilt werden“, sagt Mailand.

Korbballabteilung setzt auf verschiedene Maßnahmen

Dass es der Sportgemeinschaft einmal so gehen könnte wie dem SV Hemelingen oder dem TV 1875 Walle und der Korbball in Findorff eingestellt wird, glaubt Anke Mailand nicht. „Wir sind zurzeit gut mit Trainern besetzt und auch unser Kader ist voll.“ Damit der Verein auch in Zukunft über ausreichend Spieler verfügen kann, hat die SG Findorff eine E-Jugend-Mannschaft aufgebaut. „Man muss Nachwuchsarbeit betreiben, um in der Bundesliga spielen zu können. Das ist eine Regel beim Korbball und das ist auch gut“, sagt die gebürtige Bremerin. In Zukunft sei geplant, diese Aktivitäten weiter auszubauen und neben der E-Jugend- auch eine F-Jugend-Mannschaft zu gründen. Es geht also voran in Findorff.

Um neue Mannschaften aufbauen zu können, setzt die Korbballabteilung auf verschiedene Maßnahmen. Da der Verein im Stadtteil bekannt ist, könnten neue Spieler zum Teil durch Mund-zu-Mund-Propaganda gefunden werden. Daneben würde der Verein auch Anzeigen schalten, wenn neue Mannschaften gegründet werden sollen. Profitieren würde der Korbball zudem von der Ballschule der SG Findorff. Das Projekt würde auf den Sport aufmerksam machen und so weitere Kinder dafür begeistern, Korbball zu spielen. Aber auch die Bundesligaspieltage in Bremen wären eine gute Werbung und würden kleine Mädchen begeistern und zum Mitmachen animieren.

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Doch die Nachwuchsarbeit funktioniert nur, wenn sich genügend Menschen im Verein engagieren. Weil die Bevölkerung heute größtenteils in Vollzeit arbeitet, sei es schwieriger geworden, Trainer zu bekommen. Am Nachmittag hätte kaum noch jemand Zeit, um die Mannschaften zu trainieren. Dazu käme auch, dass die Schüler weniger Zeit für den Sport hätten, da sie durch die Ganztagsschulen länger im Unterricht sitzen als früher.

Den Nachwuchs braucht die SG Findorff aber nicht nur, um auch in Zukunft erfolgreich in der Korbball-Bundesliga spielen zu können. Die Unterstützung der Kinder und Jugendlichen ist bereits heute von großer Bedeutung für den Korbballsport in Bremen, wenn sie etwa bei Bundesligaspielen als Helfer und Organisatoren mitwirken. „Wir sind über den Verein hinaus eine große Korbballfamilie. Ohne Mannschaften wie Seckenhausen, Sudweyhe, Gessel oder Thedinghausen würde es den Korbballsport nicht geben. Das ist nicht die SG Findorff alleine“, sagt Mailand.

Der Korbball lebt vom Engagement aller Spieler, die diesen Sport ausüben. „Das ist ein reines Hobby und es wird kein Euro damit verdient. Das machen wir alles aus Spaß an der Freude“, sagt Mailand. Nur mit diesem Enthusiasmus könne der Korbball überleben. 


Sporttabellen & Ergebnisse
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Leserkommentare
bremenkenner am 21.10.2019 18:08
Leider sehen das hier sehr viele genau anders herum und sind im festen Glauben dass Afrika zig mal in Europa reinpasst. Und viele Afrikaner glauben ...
peteris am 21.10.2019 17:36
Der Erdteil Afrika ist so groß, da passt Europa zig mal rein.

Es fallen dort nicht überall den Menschen Bomben auf den Kopf. ...