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Bremer Rennverein legt Rastede-Pläne vorerst auf Eis

Frank Büter 21.01.2019 0 Kommentare

Spannender Galoppsport auf hohem Niveau: Der Bremer Rennverein möchte in diesem Jahr zwei Renntage in Rastede ausrichten, doch die Verhandlungen stocken.
Spannender Galoppsport auf hohem Niveau: Der Bremer Rennverein möchte in diesem Jahr zwei Renntage in Rastede ausrichten, doch die Verhandlungen stocken. (Fotos: Christina Kuhaupt)

„Willkommen zu den Traditionsrenntagen im herzoglichen Schlosspark am 15. und 16. Juni 2019“: Unter diesem Titel wurde im Internet noch bis vor wenigen Tagen eine Wochenend-Veranstaltung in Rastede beworben. Angekündigt waren dort zehn Galopp- und Trabrennen pro Tag sowie Polovorführungen und historische Sportarten wie Hickory-Golf und Cricket. „Wir freuen uns auf ein ganz besonderes Wochenende mit Ihnen“, hieß es abschließend – unterzeichnet von Tonya Rogge, der Präsidentin des Bremer Rennvereins, und Gregor Schober als Ausrichter und Veranstalter.

Nun ist es nicht neu, dass sich der Bremer Rennverein nach dem Aus in der Bremer Vahr nach einem anderen Austragungsort für Galoppveranstaltungen umgesehen hat. Und es ist auch nicht neu, dass der Bremer Traditionsklub damit geliebäugelt hat, in diesem Jahr in der nördlich von Oldenburg gelegenen Gemeinde Rastede zwei Renntage auszurichten und die Termine beim Direktorium in Köln vorsorglich schon mal angemeldet wurden. Entsprechende Planspiele hatte Frank Lenk, Vorstandsmitglied und Sprecher des Bremer Rennvereins, bereits im Oktober gegenüber dem WESER-KURIER bestätigt.

Die Pläne gibt es laut Lenk nach wie vor: „Es gab eine Anfrage aus Rastede, wir haben mehrere Arbeitsgespräche geführt – und dann war klar: Wir machen das!“ Das war der Stand im Dezember. Jetzt aber ist nur klar, dass nichts klar ist – da sich die Beteiligten mit der Umsetzung offenbar schwertun. Und was nun sogar darin gipfelte, dass die eingangs geschilderte Ankündigung des ersten Rennwochenendes auf der Homepage des Veranstalters gelöscht worden ist. Frank Lenk sagt dazu: „Wir haben das Vorhaben erst mal auf Eis gelegt.“

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Die Gemengelage ist etwas undurchsichtig. Es sind neben den Bremern mehrere Parteien beteiligt, die sich zu dieser Thematik indes öffentlich gar nicht oder nur vage äußern wollen. Die idyllisch gelegene Anlage mit der 1000 Meter langen Rennbahn im Schlosspark zu Rastede gehört der Gemeinde. Um die Vermietung des Areals wiederum kümmert sich die Residenzort Rastede GmbH, die eine einhundertprozentige Tochter der Gemeinde ist. Als Veranstalter vor Ort tritt Gregor Schober (Ceres Projektmanagement) auf. Und dann gibt es noch den Oldenburger Landesrennverein, der eben dort in Rastede alljährlich einen Renntag durchgeführt und seine nächste Veranstaltung ebenfalls für den 16. Juni 2019 terminiert und angekündigt hat. Überdies mischt nach Informationen des WESER-KURIER auch Torsten Schmidt mit, der in Rastede seit mehreren Jahren als Organisationschef des traditionsreichen Oldenburger Landesturniers fungiert und nun Interesse bekundet haben soll, sich bei der Ausrichtung von Galopprenntagen einzubringen.

„Es wird eine Zusammenarbeit mit dem Bremer Rennverein geben“, hatte Robert Lohkamp, der Geschäftsführer der Residenzort GmbH, im Herbst erklärt, zu dem Zeitpunkt aber noch keine Auskunft über Details dieser Zusammenarbeit geben wollen. Jetzt sagt er: „Es wird noch verhandelt.“ Es gäbe Gespräche, bei denen er selbst nicht dabei sei. Gespräche, die Veranstalter Schober führe. „Es gab schon eine Entscheidung, ja“, sagt derweil Günther Henkel, der Vertreter des Bürgermeisters in der Gemeinde Rastede. „Aber diese Entscheidung scheint revidiert worden zu sein.“ Wieso? Warum? Henkel rätselt selbst – und sagt: „Ich warte mit ziemlicher Spannung auf eine Rückmeldung des Veranstalters.“

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Diese Rückmeldung möchte Gregor Schober aber nicht geben, zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt. Er bestätigt nur, dass er eine Vereinbarung mit der Gemeinde hat. „Ich bin der Veranstalter“, sagt Schober. „Und ich plane weiter auf das Event hin.“ Ein Event, bei dem sich der Bremer Rennverein als Partner um die sportlichen Inhalte kümmern werde, so Schober zur angedachten Aufgabenverteilung. Das klingt einerseits sehr konkret, zumal die Termine auch schon festgezurrt und öffentlich gemacht wurden. Fakt ist aber, dass Schober derzeit mit weiteren Parteien verhandelt. Zum einen mit dem Oldenburger Landesrennverein, dem langjährigen Platzhirsch, der sich dem Vernehmen nach als Ausrichter nicht rausdrängen lassen will. Karin Kunze, Vorstandsmitglied des Vereins, möchte mit Verweis auf laufende Gespräche keine Stellungnahme abgeben. Und dann ist da noch Torsten Schmidt, der in der regionalen Wirtschaft gut vernetzte Leiter des Landesturniers, dessen Kontakte auch für Galoppveranstaltungen interessant sein könnten.

Mit dem Bremer Rennverein wird derweil nicht gesprochen – nicht mehr. Was Frank Lenk und seine Mitstreiter im Vorstand zunächst irritiert und verwirrt habe, so der Vereinssprecher. „Es gibt dort offenbar eine neue Situation“, sagt Lenk. Zwar habe man grundsätzlich weiter Interesse daran, in Rastede Renntage auf einem hohen Niveau auszurichten – allein oder auch an der Seite von starken Partnern, „auch das könnte eine Option sein“, sagt Lenk. Zurzeit sei das Thema aber ausgesetzt. „Wir wollen keine zusätzliche Unruhe reinbringen und halten uns raus. Wir haben keinen Druck. Wir warten ab, bis die vor Ort den Konflikt aufgelöst haben und wieder auf uns zukommen“, betont Lenk und ergänzt: „Wenn es dann nicht passt, ziehen wir uns ganz zurück.“

Zur Sache

Klares Bekenntnis zur Galoppanlage in der Bremer Vahr

Die Bürgerinitiative Rennbahngelände hat in den zurückliegenden Wochen viel dafür getan, einen Volksentscheid herbeizuführen. Die Aktivisten um Sprecher Andreas Sponbiel haben bei der Stadt zu Monatsbeginn 29 018 Unterschriften für den Erhalt der Galopprennbahn in der Vahr abgegeben. Für den Entscheid brauchen die Rennbahn-Freunde 21 237 gültige Unterschriften von Bürgern aus der Stadtgemeinde. „Die Initiative hat einen super Job gemacht“, sagt Frank Lenk, der Sprecher des Bremer Rennvereins. Der Traditionsklub habe die Bürgerinitiative nach Kräften bei ihrem Bemühen unterstützt, das Volksbegehren und damit eine Abstimmung über ein neues Nutzungskonzept für das Areal zu erreichen. Sollte es tatsächlich so weit kommen und das Rennoval erhalten bleiben, betont Lenk, wäre der Rennverein bereit und willens, in der Vahr wieder regelmäßig Galoppsportveranstaltungen auszurichten. Die Pläne mit Rastede würden damit nicht kollidieren. „Ein Ja für Rastede ist kein Nein für Bremen“, sagt Frank Lenk. Zuvor gäbe es indes noch ein paar Formalitäten zu regeln. „Im Moment haben wir kein Mietverhältnis – wir sind da ganz raus“, sagt Lenk. Der Vorstandssprecher sagt aber auch, dass er erwarte, dass die Stadt dann gegebenenfalls auch mit dem örtlich ansässigen Rennverein das Gespräch suche, „sonst würde sich der Senat ein weiteres Mal blamieren“.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...