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Auf Sportanlage Stadtwerder
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Bremer Sportverein plant erste diverse Umkleide

Vanessa Ranft 05.03.2019 18 Kommentare

Eine Umkleide für das dritte Geschlecht? Was der ATS Buntentor plant, wäre bisher einmalig in Bremen.
Eine Umkleide für das dritte Geschlecht? Was der ATS Buntentor plant, wäre bisher einmalig in Bremen. (123rf/ Montage: Stevie Schulze)

Auf der Sportanlage Stadtwerder könnte noch in diesem Jahr die erste Umkleide für Menschen diversen Geschlechts in Bremen gebaut werden. Der ATS Buntentor plant eine Erweiterung seines bisherigen Umkleidehauses. In dem Anbau sollen sich dann nicht nur Gemeinschaftsumkleiden für Frauen und Männer befinden, sondern auch eine Umkleide mit Dusche und Toilette für Menschen, die sich aufgrund ihrer biologischen Geschlechtsmerkmale nicht eindeutig als Mädchen oder Junge einordnen lassen.

„Bisher ist im Verein niemand auf mich zugekommen und hat Bedarf an einer solchen Kabine geäußert“, sagt Jürgen Maly, Vorsitzender des ATS Buntentor. Aber bevor es dazu komme, wolle man vorpreschen. Wenn alles nach Plan läuft, könnte am 1. August mit dem Bau begonnen werden. „Wir haben uns gesagt, wenn wir was Neues machen, machen wir etwas Modernes, etwas, was der Zeit entspricht.“

In Bremen ist niemand als "divers" registriert

Seit Jahresbeginn gibt es im Geburtenregister neben „männlich“ und „weiblich“ ein drittes Geschlecht. Der Bundestag hatte die Einführung der Option „divers“ Mitte Dezember beschlossen. Damit setzte das Parlament eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2017 um. Die Bundesregierung geht davon aus, dass es in Deutschland rund 160.000 intergeschlechtliche Menschen gibt - darunter ein Drittel Diverse. Wie viele in Bremen leben, ist unklar. Bislang sei kein Kind als divers registriert worden, teilt der Senat für Inneres auf Nachfrage mit.

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Die Gesetzesänderung hat dennoch Folgen für die Hansestadt. Für die Sprache, zum Beispiel bei der Anrede in Stellenausschreibungen, und überall dort, wo es die Möglichkeit der Geschlechtswahl gibt: vom Personalausweis über Toiletten bis eben zur Umkleide. „Ich finde es wunderbar, dass der Bremer Sportverein mitdenkt und sagt, da schaffen wir eine Kabine“, sagt Lucie Veith, Gründerin des Vereins „Intersexuelle Menschen“ und Leiterin der Geschäftsstelle des Landesverbandes in Niedersachsen. Sie rät allerdings davon ab, die Umkleide explizit als divers auszuschildern. „Sie sollte offen für alle Personen sein, die ein Schutzbedürfnis haben.“ Das können Intersexuelle sein, aber eben auch Menschen, die eine Behinderung haben oder sich schlichtweg nicht vor anderen umziehen wollen. In Hannover beispielsweise gebe es bereits Vereine, die über Einzelkabinen verfügen oder einen Vorhang in ihren Gemeinschaftsumkleiden integriert hätten.

(Christina Kuhaupt)

In Bremen scheint der ATS Buntentor Vorreiter zu sein. „Mir ist kein anderer Verein bekannt, der sich derzeit damit befasst, eine diverse Umkleide einzurichten“, sagt Karoline Müller, Geschäftsführerin des Landessportbunds Bremen. Das bedeute jedoch nicht, dass sich die anderen Vereine keine Gedanken darüber machten. „Gerade in Zeiten von Inklusion und Integration wollen die Vereine eine Willkommenskultur schaffen. Auch in den einzelnen Ligen.“

Das sagt auch Jürgen Maly vom ATS Buntentor. Er könne bisher nicht beurteilen, welche Konsequenzen die Existenz eines dritten Geschlechtes für den Sport habe, für die Einteilung der Ligen in Damen- und Herrenteams. „Aber wenn die Situation aufkommt, dass wir in irgendeiner Sportart jemanden haben, der divers ist oder sich im falschen Körper fühlt, dann würden wir eine Lösung finden, die die Persönlichkeitsrechte desjenigen wahrt.“ Der Verein hat nun erst einmal seine Mitglieder dazu aufgerufen, sich vertraulich an den Vorstand oder die jeweiligen Abteilungsleiter der einzelnen Sportarten zu wenden, wenn sie die neue Umkleide nutzen wollen.

Am Dienstag ist das Bauvorhaben auf dem Stadtwerder Thema in der Sportdeputation. Dann entscheidet sich, ob das Sportamt den Bau des dreistöckigen Hauses, in dem neben der diversen Umkleide für bis zu vier Personen weitere Gemeinschaftsumkleiden, eine Behindertentoilette und Büros für Schiedsrichter und Fußballer entstehen sollen, bezuschusst. Die Kosten für das Projekt werden auf 320.000 Euro geschätzt. Die Hälfte will der Verein stemmen.

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Leserkommentare
IhrenNamen am 19.10.2019 14:35
Die SPD kann hier aber höchstens zu 50% Schuld sein da das DSM zu 50% vom CDU-Regierten Bund finanziert wird.

Ich denke die Schuldigen ...
suziwolf am 19.10.2019 14:35
@dmiral ...

Und ,ausländischen Eltern‘ die nicht nur darauf bedacht sind, Ihren Kindern eine
• gute Bildung zukommen zu ...