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Bremer SV gewinnt Topspiel gegen den FC Oberneuland

Jörg Niemeyer 19.04.2019 0 Kommentare

Hatte mit einem Pfostentreffer Pech und war ein ständiger Unruheherd auf dem Rasen: Oberneulands Ebrima Jobe (links), hier im Laufduell mit Finn Zeugner.
Hatte mit einem Pfostentreffer Pech und war ein ständiger Unruheherd auf dem Rasen: Oberneulands Ebrima Jobe (links), hier im Laufduell mit Finn Zeugner. (Christina Kuhaupt)

Perfektes Drehbuch an einem perfekten Tag – zumindest für den Bremer SV: Besser hätte das Topspiel der Bremen-Liga aus seiner Sicht und der seiner Anhänger nicht laufen können. Ausgerechnet der Sekunden zuvor erst eingewechselte Nikky Goguadze schoss seine Mannschaft in der Schlussminute zum umjubelten 2:1 (0:1-)Sieg über den FC Oberneuland – und damit wohl auch zur Meisterschaft. Vertreter beider Klubs wollten von einer endgültigen Entscheidung im Titelrennen zwar noch nicht sprechen, doch angesichts des Vorsprungs von einem Punkt bei einer Partie weniger sollte dem BSV die Titelverteidigung nicht mehr zu nehmen sein.

„Fußball ist mein Leben, ich bin überglücklich“, sagte Nikky Goguadze, nachdem er sich aus der jubelnden Spielertraube befreit und auch die fünf Minuten Nachspielzeit unversehrt überstanden hatte. Der 20-Jährige mit doppelter Staatsbürgerschaft aus den Niederlanden und Georgien bestritt nach längerer Verletzung erst seinen dritten Kurzeinsatz und durfte sich dabei vor der Rekordkulisse von 2300 Zuschauern am Panzenberg als Held feiern lassen. „Ich wollte alles geben in diesen fünf Minuten“, sagte der Stürmer. Zweifellos war ihm das gelungen.

BSV-Fans feiern ihre Mannschaft

Goguadze hatte in seiner ersten Aktion in der letzten regulären Spielminute einen Steilpass des ebenfalls eingewechselten Tim Klowat erhalten, lief mit dem Ball am Fuß auf Oberneulands starken Torwart Hannes Frerichs zu und überwand ihn aus spitzem Winkel. Während die Mitspieler den Torschützen zu erdrücken drohten, stimmten die ohnehin sangesfreudigen BSV-Anhänger ihr schönstes Lied des Tages an: „Bremer Meister wird nur der BSV“, schallte es von der Tribüne hinunter auf den Rasen. Weitere fünf Minuten später feierten Fans und Spieler dann gemeinsam.

Mit dem späten 2:1 war letztlich auch der Mut des BSV-Trainerteams belohnt worden. „Ich habe mich mit Co-Trainer Necati Uluisik abgestimmt, und dann haben wir einen weiteren Stürmer aufs Feld geschickt“, sagte Ralf Voigt, „wir wollten den Sieg unbedingt noch.“ Dass es so kam, bezeichnete auch Voigt als glücklich. Doch am Ende war der Erfolg verdient, auch wenn er sich zur Halbzeit überhaupt nicht abgezeichnet hatte.

Fotostrecke: Bilder vom Spitzenduell in der Bremen-Liga

Der FCO, der schon das Hinspiel mit 1:3 verloren hatte, beherrschte seinen Gegner vor dem Seitenwechsel klar. Nur in den ersten fünf Minuten geriet er in Bedrängnis – das allerdings gleich mehrfach. Im Gegensatz zu seinen Vorderleuten war Keeper Hannes Frerichs jedoch von der ersten Sekunde an auf Betriebstemperatur und verhinderte mit Glanzparaden zweimal gegen Marcel Lück (1./2.) und gegen Vafing Jabateh (4.) frühe BSV-Treffer. Das allerdings war es auch schon mit der Herrlichkeit der Gastgeber. Der FCO übernahm das Kommando, hatte zunächst noch Pech mit einem Pfostentreffer von Ebrima Jobe (19.), ging dann aber nach Vorarbeit des technisch starken Karim Raho durch Onur Ozun (32.) in Führung. Jetzt sprach im Meisterschaftsrennen plötzlich alles für die Gäste. Und zeitweilig tobte BSV-Trainer Voigt wütend an der Seitenlinie.

"Ein 1:1 wäre für beide Teams in Ordnung gewesen"

Völlig überraschend wandelte sich das Bild nach der Pause. Für den angeschlagenen Moussa Alawie brachte Voigt Mannschaftsführer Alexander Arnhold, und fortan bestimmte der BSV das Geschehen. Zunächst noch ohne große Chancen im Angriff, aber mit einer ähnlich kontrollierenden Defensive wie es zuvor der FCO getan hatte. „Der Gegner war in der zweiten Halbzeit einfach galliger“, sagte Gäste-Trainer Kristian Arambasic. Er sah sich am Ende darin bestätigt, dass „der BSV einfach nicht aufgibt“.

Allerdings brauchten die Gastgeber sehr zum Ärger von Arambasic eine Standardsituation, um zum Ausgleich zu kommen: Nach Ecke von Malte Tietze stieg Marcel Lück am höchsten und köpfte zum 1:1 (61.) ein. Jetzt hielt der BSV wieder alle Trümpfe in der Hand. Und der amtierende Meister wollte mehr. Er überstand eine Schrecksekunde nach Kopfball von Jobe (80.) schadlos, ehe er durch Goguadze tatsächlich noch das Tor zur Meisterschaft ganz weit aufstieß.

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„Ein 1:1 wäre wohl für beide Teams in Ordnung gewesen“, resümierte Arambasic, der bei beiden Gegentoren mit der Abwehrleistung seiner Spieler haderte. „Leider waren wir in der zweiten Halbzeit nicht so präsent wie der BSV“, sagte Günter Hermann. Der Sportliche Leiter des FCO hält, anders als Arambasic, das Titelrennen damit für entschieden und hofft auf eine Revanche seiner Mannschaft im Finale des Bremer Lottopokals. Mit einem Sieg am 25. Mai würde Oberneuland wenigstens in den lukrativen DFB-Pokal einziehen.

Ralf Voigt denkt noch nicht so weit. Schon am Ostermontag um 15.30 Uhr steht für sein Team das Nachholspiel bei der SFL Bremerhaven an. Ein Sieg des Bremer SV auch beim Tabellendritten dürfte Arambasics letzte Hoffnung zerstören.


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Leserkommentare
holger_sell am 21.10.2019 13:11
Kretzschmar: Seit der Diskussion um den Brexit ist europaweit die Unterstützung für die EU gewachsen, sowohl in der Politik als auch in den ...
peteris am 21.10.2019 12:30
Vielleicht wissen wir am 1.11. um 11:11h mehr.


Sie meinen sicher den 11.11. um 11:11h?