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Bremerhavens Fischtown Pinguins in der Krise

Frank Büter 28.01.2019 0 Kommentare

Ein Schritt nach dem anderen: Wenn es darum geht, die Situation einzuordnen, findet Pinguins-Trainer Thomas Popiesch klare Worte
Ein Schritt nach dem anderen: Wenn es darum geht, die Situation einzuordnen, findet Pinguins-Trainer Thomas Popiesch klare Worte (Hartmut Adelmann)

Thomas Popiesch zuckte kurz zusammen. Dem Trainer der Fischtown Pinguins war anzusehen, dass ihm die Formulierung der Fragestellung nicht gefiel. Dreimal hatte seine Mannschaft am Sonntag gegen die Eisbären Berlin geführt, am Ende aber 4:5 verloren. Warum sein Team es nicht schaffe, die Spiele locker zu Ende zu spielen, wollte man nun von Popiesch wissen. Immerhin habe man zuvor in Köln sogar mit 3:0 vorne gelegen und noch verloren. „Wenn ich locker höre“, sagte Popiesch schließlich, „dann wird's mir gruselig im Nacken.“

Nein, locker geht's in Fischtown in diesen Tagen nicht zu. Die Hauptrunde in der Deutschen Eishockey-Liga DEL geht auf die Zielgerade – und ausgerechnet jetzt sind die Kufencracks aus Bremerhaven in eine Ergebniskrise gerutscht. In den so wichtigen Duellen gegen die direkten Konkurrenten aus Ingolstadt, Augsburg und eben Köln holten die Pinguins nur vier von maximal neun möglichen Punkten. Und gegen Berlin ging der Klub bekanntlich gänzlich leer aus.

Was in der Tabelle nicht ohne Folgen geblieben ist: Bremerhaven, nach dem 3:0-Erfolg am 13. Januar gegen Schwenningen zwischenzeitlich sogar Vierter, liegt jetzt auf Rang sechs, drei Zähler hinter dem Vierten aus Köln und punktgleich vor dem Rivalen aus Ingolstadt auf Platz sieben. Neun Spieltage vor Ende der Hauptrunde ist der Kampf um einen Platz unter den Top sechs und die damit verbundene direkte Qualifikation für das Play-off-Viertelfinale also voll entbrannt. Und auch diese Formulierung mag Thomas Popiesch so gar nicht.

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„Wir haben immer gesagt, dass wir um Platz zehn mitspielen – und dann den nächsten Schritt machen wollen“, betonte Popiesch. Platz zehn, das bedeutet so eben noch den Einzug in die Pre-Playoffs, in denen vier Teams ab dem 7. März zunächst zwei weitere Teilnehmer für das Viertelfinale ausspielen. In den ersten beiden Jahren ihrer DEL-Zugehörigkeit haben sich die Fischtown Pinguins in eben diesen Pre-Playoffs durchgesetzt und die Runde der besten acht erreicht. Angesichts des Saisonverlaufs aber wurden in Fischtown Erwartungen geschürt – bei den treuen Fans, die fast ständig für eine ausverkaufte Eisarena sorgen. Aber auch bei den Spielern selbst.

„Daran glauben wir“

Im Schatten der Topvereine mischt der Underdog aus Bremerhaven die höchste deutsche Spielklasse auf, schrieb jetzt die Deutsche Presse-Agentur. Und zitierte in dem Zusammenhang Pinguins-Kapitän Mike Moore, der sogar den Titelgewinn für möglich halte: „Daran glauben wir“, sagte der 34-Jährige. „Bei uns in der Mannschaft ist das durchaus ein Thema.“ Titelträume in der Seestadt? Teammanager Alfred Prey ist das eine Nummer zu groß. Man höre so etwas sehr gerne, sagte Prey, „aber wir als Verantwortliche müssen auf dem Boden bleiben“.

Thomas Popiesch gefallen derartige Gedankenspiele – man ahnt es – überhaupt nicht. „Hier werden schon zu viele Schritte nach vorne gemacht“, sagte der Trainer. Von außen werde zu viel hineininterpretiert, „aber wir sind einfach noch nicht so weit!“ Dass solche Titelträume seinen Akteuren womöglich ein wenig den Kopf verdreht und die Konzentration auf das Wesentliche geraubt haben könnten (Stichwort: locker), mag Popiesch indes nicht gelten lassen. „Die Jungs wollten Punkte holen und haben bis zum Schluss gefightet, das hat man gesehen“, sagte Thomas Popiesch nach der bitteren Heimpleite gegen Berlin.

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Neun Partien sind in der DEL jetzt noch zu bestreiten. Neun Partien, in denen Popiesch mit seinem Team alles dafür tun möchte, um die bestmögliche Platzierung zum Hauptrundenabschluss zu erreichen. Platz sechs zu behaupten, das wird nicht einfach, das weiß der noch amtierende DEL-Trainer des Jahres. „Die Topmannschaften, also die Mannschaften, die Meisterschaftsambitionen haben, werden nach hinten raus immer stärker“, sagte Popiesch. Ab jetzt werde hart gefightet. „Das wird schwierig – und trotzdem sind wir dabei, darauf sind wir stolz“, so der Coach, für den sich durch das Berlin-Spiel an der Ausgangssituation nichts geändert hat: „Wir bereiten uns jetzt auf das nächste Spiel am Donnerstag in Straubing vor und wollen da Punkte holen. Das ist unser erklärtes Ziel.“


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Leserkommentare
suziwolf am 23.10.2019 12:00
@lterwaller ...

Die ,autofreie Innenstadt‘ ist nur mit
zusätzlichen Brücken über die Weser zu haben.

Wird sich ...
peteris am 23.10.2019 11:59
Das kann doch niemals kontrolliert werden, da fehlt es doch an "Personal"!

Wenn man den Drogenhandel schon nicht in den Griff bekommt, ...