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Bremerin Kim Behrens ohne Partnerin

Olaf Dorow 04.02.2019 0 Kommentare

Sie schmeißen sich nicht mehr gemeinsam in den Sand: Für Sandra Ittlinger (rechts) eine große Chance,  für Kim Behrens ein großes Problem. 
Sie schmeißen sich nicht mehr gemeinsam in den Sand: Für Sandra Ittlinger (rechts) eine große Chance,  für Kim Behrens ein großes Problem.  (Peter Weber/imago)

Jetzt sind sie also in Florida. Trainingslager. Ein Trainingslager für was? So muss man leider im Fall von Kim Behrens fragen. Die Bremer Beachvolleyballerin trainiert im Sand von Amerika gemeinsam mit Sandra Ittlinger. Es stehen Turniere der World Series an, es geht mit Blick auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio um Weltranglisten-Punkte. Und schon in diesem Sommer kommt ein fast ebenso hochwertiges Highlight: das WM-Turnier in Hamburg.

Kim Behrens hatte das alles klar im Visier, das hat sie irgendwie immer noch. Aber sie hat  Sandra Ittlinger nicht mehr. Nur noch jetzt für das Training in Florida und danach weiter als „gute Freundin“, wie Sandra Ittlinger in einer Pressemitteilung des Verbandes zitiert wird. Aber nicht mehr als Blockspielerin des ambitionierten Beachvolleyball-Duos Behrens/Ittlinger, das sich immerhin bis auf Weltranglistenplatz 15 vorgearbeitet hatte und um ein Tokio-Ticket kämpfen wollte. Ittlinger wechselt an die Seite von Chantal Laboureur – und Behrens hat erst mal niemanden an ihrer Seite. „Ich stehe bei der Suche noch sehr am Anfang“, sagt sie.

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Zurück auf Anfang: Das stimmt zwar nicht ganz, weil Kim Behrens sich beständig gesteigert und verbessert hat. Das stimmt andererseits mehr, als ihr lieb sein kann. Weil die Partnerin weg ist, der Trainer Kay Matysik auch, und weil vor allem die anderen deutschen Beachvolleyballerinnen auf gehobenem Leistungsniveau fest vergeben sind. In der Weltrangliste steht inklusive Behrens/Ittlinger immerhin ein Quartett unter den besten 17 Teams. Das nächstfolgende deutsche Duo ist in dem Ranking auf Platz 136 zu finden.

Behrens will weiterhin trainieren

„Ich werde mich fit halten und weiter voll trainieren, um jederzeit auf Abruf zu sein, falls sich eine Möglichkeit ergibt“, sagt Kim Behrens. Ja, falls. Das scheint das sehr knifflige Thema zu sein. Denn an der Spitze des deutschen Beachvolleyballs der Damen hat etwas eingesetzt, das man ohne große Fantasie als die sprichwörtliche Reise nach Jerusalem bezeichnen kann. Diese Reise nahm bei Olympiasiegerin Kira Walkenhorst ihren Anfang und führte schließlich zum leeren Platz neben Kim Behrens.

Zu Beginn des Jahres hatte Kira Walkenhorst ihre Karriere beendet. Sie ist verheiratet mit der ehemaligen Beachvolleyballerin Maria Kleefisch, die im Oktober Drillinge zur Welt gebracht hatte. Walkenhorsts Beach-Partnerin und Mit-Olympiasiegerin von Rio, Laura Ludwig, brauchte eine neue Partnerin und fand sie in Margareta Kozuch. Kozuch wiederum hatte dafür Karla Borger verlassen, die sich daraufhin mit Julia Sude zusammentat. Sude war 2018 gemeinsam mit Chantal Laboureur EM-Fünfte geworden – und wurde als stärkstes deutsches Team in der Weltrangliste auf Platz sechs notiert.

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Also musste auch Chantal Laboureur auf die Suche gehen. „Sandra war meine Wunschpartnerin. Mit ihr als Blockspielerin bin ich davon überzeugt, weiterhin an dem Projekt Olympische Spiele in Tokio festhalten zu können. Sie hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt“, wird Chantal Laboureur in einer Pressemitteilung zitiert. Sie habe nicht vorgehabt, Kim Behrens in „eine solche Lage zu bringen“. Und habe Behrens als eine der ersten über ihre Anfrage informiert.

Neustart mit Cinja Tillmann?

Kim Behrens, die einst die Sportbetonte Schule an der Ronzelenstraße besuchte, später in Stuttgart Polizeikommissarin und für den Leistungssport freigestellt wurde, versucht den sportlichen Tiefschlag sportlich zu nehmen. Sie akzeptiere voll und ganz, dass sich Sandra Ittlinger, mit der sie zusammen in Berlin trainiert hatte und von dort zu den Welt-Turnieren losgezogen war, „sich diese Chance jetzt nicht entgehen lassen will“. Die beiden besten deutschen Teams dürfen in Tokio starten.

Ihre eigene Chance, den Tokio-Traum wahr werden zu lassen, ist erheblich gesunken. „Es ist eine bescheidene Situation für sie“, räumt Niclas Hildebrand ein. Er ist der Sportdirektor für den Beach-Bereich im Deutschen Volleyball-Verband. „Uns gehen langsam die Blockerinnen aus“, sagt er in Bezug auf den Domino-Effekt, den der Walkenhorst-Abgang unter Deutschlands Spitzen-Beacherinnen zur Folge hatte. „Uns war klar, dass da eine auf der Strecke bleibt, und das ist derzeit leider Kim“, sagt Hildebrand. Er hätte im Moment auch keine klare Lösung. 

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Er hat quasi nur Denk-Optionen für Kim Behrens, deren sportliche Haltung in der Angelegenheit er zu schätzen wisse, mit der er bereits länger telefoniert habe und mit der er sich nach der Rückkehr aus Florida auch treffen will. Denkmodell eins wäre, nun ja, die Verletzung einer deutschen Spitzenspielerin, zumindest einer Abwehrspielerin. Kim Behrens wäre da die erste Wahl, um einzuspringen. Ein besonders wohliger Gedanken ist der Blick auf eine ernsthafte Verletzung von Kolleginnen eher nicht.

Option zwei wäre ein Neustart mit einer Nachwuchsspielerin. Das würde, sagt Hildebrand, für die mittlerweile 27-jährige Kim Behrens jedoch einen langen Atem erfordern. Die Nachwuchsathletin würde sehr von Behrens profitieren. Behrens, die zuletzt auf Fünf-Sterne-Turnieren auftrat, müsste sich auf Turniere mit nur einem Stern begeben und mit ihrer jungen Partnerin eine Art Fünf-Jahres-Plan entwerfen. Blickrichtung Olympia 2024.

Option drei klingt auch semioptimal. Auch Cinja Tillmann, ebenfalls 27 und zuletzt immerhin Dritte der Deutschen Meisterschaften, hat ihre Partnerin eingebüßt, in ihrem Fall Teresa Mersmann. Problem: Wie Behrens ist Tillmann eher Abwehr- statt Blockspielerin.


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Leserkommentare
alanya_fuchs am 23.10.2019 07:35
Raten Sie mal, wieviele Geschäftspartner, Ein- und Verkäufer sich beim 6-Tagerennen treffen.
suziwolf am 23.10.2019 07:11
„Heiopei“ 😃und
„Zwangsmassnahmen“ ... 😒

Hallo, @rakase, Sie haben eine gute und widersprüchliche Zusammenfassung geliefert ...