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Freytag-van-der-Linde-Junior-Cup
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Der FC Union 60 schlägt Chelsea und schafft Historisches

Marius Beneke 26.05.2019 0 Kommentare

Diesen Schuss konnte der ­Keeper des 1. FC Köln noch parieren. Am Ende reichte es für den Titelverteidiger jedoch nur zu Platz drei.
Diesen Schuss konnte der ­Keeper des 1. FC Köln noch parieren. Am Ende reichte es für den Titelverteidiger jedoch nur zu Platz drei. (Frank Koch)

Sie waren platt. Mit hängenden Köpfen schlichen die Spieler des FC Union 60 in der Pauliner Marsch vom Platz. Wirklichen Grund zur Enttäuschung hatte das Team aber nicht. Der Gastgeber erreichte beim Freytag-van-der-Linde-Junior-Cup schließlich Historisches: Zum ersten Mal erreichte eine Bremer Mannschaft bei dem großen internationalen U 11-Turnier einen Platz unter den besten zwölf Mannschaften. Am Ende gab es also mehr Grund zur Freude als zur Enttäuschung.

Nach dem letzten Spiel versammelten sich die Nachwuchskicker des FC Union 60 noch einmal in einem Kreis. Es gab aufmunternde Worte für eine kämpferische Leistung. Zuvor hatte das Team im Spiel um Platz neun eine Niederlage gegen den polnischen Vertreter FFA Warschau hinnehmen müssen. „Wir konnten leider nicht an die Leistungen vom Vortag anknüpfen“, sagte Peter Szaraz. Dennoch war der Trainer mit den Ergebnissen seiner Jungs überaus zufrieden, hatte doch vor dem Turnier keiner den Gastgeber auf dem Zettel für die Masterrunde gehabt. In einem hoch dekorierten Teilnehmerfeld in der Pauliner Marsch konnte Szaraz' Mannschaft unter anderem den zum ersten Mal angetretenen FC Chelsea mit 1:0 schlagen.

"Die Mannschaft war einfach kaputt"

„Wir haben schon gehofft, einen großen Gegner zu schlagen. Dass uns in der Vorrunde dann gleich drei Siege gelingen, hat uns selbst überrascht“, sagte Peter Szaraz. So ließ seine Mannschaft den Londoner Vertreter hinter sich und zog als Dritter, punktgleich mit Hertha BSC Berlin und mit einem Zähler Rückstand auf Gruppensieger Eintracht Frankfurt, in die Runde der besten Zwölf ein.

In der Masterrunde blieb den Kickern des FC Union 60 dann eine weitere Überraschung verwehrt. Nach vier Niederlagen und nur einem Sieg in der Zwischenrunde ging es in die Platzierungsspiele um die Ränge neun bis zwölf. Dort wartete mit Tottenham Hotspur ein weiterer Hochkaräter, den die Bremer gerne ärgern wollten. Mit der Unterstützung ihrer Fans lieferten die jungen Spieler wieder einen großen Kampf, wurden am Ende aber nicht belohnt und verloren mit 0:3. „Die Mannschaft war nach den vielen Spielen einfach kaputt“, sagte Peter Szaraz. So war es kein Wunder, dass auch im letzten Spiel kein Sieg für die aufopferungsvoll kämpfenden Unioner heraussprang. Den Applaus bei der Siegerehrung für ihren zwölften Platz hatten sich die Kicker dafür umso mehr verdient. Und einen Titel konnten der FC Union 60 am Ende doch noch abgreifen: Jan Barfuss wurde mit sieben Treffern bester Torschütze des Turniers.

Alle Augen auf Hertha BSC Berlin und den FC Porto

Während sich der Bremer Klub über sein Abschneiden freute, endete die Dominanz des 1. FC Köln. Die Domstädter hätten mit einem dritten Turniersieg in Serie den großen Wanderpokal behalten dürfen. Doch in der Runde der letzten Vier kam es anders. Nach der Niederlage im Halbfinale gegen Hertha BSC Berlin platzte ihr Traum von der Titelverteidigung. So gab es die Neuauflage der Finalpartien aus den vergangenen zwei Jahren gegen Eintracht Frankfurt diesmal im Spiel um Platz drei. Dort setzte sich der Kölner Nachwuchs mit 7:6 nach Neunmeterschießen durch.

Danach richteten sich alle Augen auf das große Finale zwischen Hertha BSC Berlin und dem FC Porto. Nach einem spannenden Match, das 1:1 endete, gab es auch hier ein Neunmeterschießen um den Sieg. Dort zeigten die Berliner die besseren Nerven und konnten die Partie mit 6:5 für sich entscheiden. Unter Beifall ließen sich die Hauptstädter feiern, während die bis dato ungeschlagenen Spieler des FC Porto traurig den Platz verließen. „Wir haben einen verdienten Sieger gefunden“, sagte Organisator Christian Schlemm. In diesem Augenblick hatten die Anhänger des FC Union 60 schon ein besonderes Anliegen: „Gibt es auch Turniersieger-Besieger-T-Shirts?“, hörte man sie vergnügt fragen. Schließlich hatte der Gastgeber in seiner ersten Partie gegen die Hertha gewonnen.

Bei der Siegerehrung waren die Köpfe bei den Kindern des FC Union 60 schon wieder oben. Wie alle anderen schauten sie gebannt zum DFB-Truck, von dem aus die Spieler von Hertha BSC Berlin den großen Wanderpokal in den Bremer Himmel hoben. Ein Moment, in dem sich auch der FC Union 60 wie ein Gewinner fühlte.

Zur Sache

Wie eine große Familie

Auch in diesem Jahr kamen wieder Fußballer aus aller Welt in die Pauliner Marsch. Ein solches Turnier hat somit auch einen großen logistischen Aufwand, müssen doch alle Spieler einen Platz zum Schlafen haben. „Die internationalen Vereine buchen sich meist ein Hotel“, sagte Organisator Christian Schlemm. Bei den Bundesligisten sieht es derweil anders aus. „Die Familien der Bremer Mannschaften nehmen meist bis zu zwei Kinder für das Wochenende bei sich auf“, sagte Schlemm. So entstehen viele neue Freundschaften unter den Kindern, die sich auch neben dem Platz ständig ausstauschen. „Es ist hier eben wie in einer großen Familie“, sagte Christian Schlemm.


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Leserkommentare
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...
aguahorst am 20.10.2019 16:55
In der Nähe von Wilhelmshaven baut man neue Kavernen, um damit Geld zu verdienen. In Bremen will man sie verfüllen und stilllegen.....was passiert ...