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Die schlechteste Mannschaft Bremens

Marius Beneke 08.06.2019 0 Kommentare

Nach einem Spiel gibt es viel zu besprechen. Für die Burger ist das Miteinander letztlich wichtiger als der Sieg.
Nach einem Spiel gibt es viel zu besprechen. Für die Burger ist das Miteinander letztlich wichtiger als der Sieg. (Frank Thomas Koch)

Da sitzen sie jetzt bei lauter Musik zusammen. Trotz der 2:20-Packung gegen den ATSV Sebaldsbrück III lässt kein Spieler des 1. FC Burg III seinen Kopf hängen. Vor der Kabine haben sie sich eben mit einem Getränk erst einmal heruntergekühlt, nun unterhalten sie sich über die vergangenen 90 Minuten. Aber schlechte Stimmung ist der Mannschaft von Trainer Olaf Schallert trotz des letzten Platzes in der 3. Kreisklasse nicht anzumerken – auch wenn es im Bremer Fußball nicht tiefer gehen kann. Bisher sammelte das Team in der untersten Spielklasse sechs Punkte und 19:56 Tore aus zehn Partien. Nur zehn, weil drei Vereine ihre Mannschaften im Lauf der Saison zurückgezogen haben und eine weitere wegen dreimaligen Nichtantretens aus der Wertung flog. Alles zweitrangig für die Nordbremer, bei denen der Spaß und das gemeinschaftliche Miteinander im Vordergrund stehen.

Training gibt es für die Mannschaft von Olaf Schallert normalerweise keines. „Wenn wir trainieren, dann nur auf freiwilliger Basis“, sagt Kapitän Helmut Thrams. Es wird also einfach nur gekickt. Das wird auch während des Spiels schnell deutlich, fordern einige Spieler doch schon nach kurzer Zeit die Wasserflasche von der Seitenlinie an. Jeder Einzelne hält aber bis zum Ende durch, egal wie der Spielstand gerade ist. „Ich bin stolz darauf, dass wir bisher zu jedem Spiel eine Mannschaft zusammen bekommen haben“, sagt Trainer Olaf Schallert. Und das trotz zahlreicher Schichtarbeiter. Eine Tatsache, die nicht jede Mannschaft in der untersten Bremer Spielklasse von sich behaupten kann. Doch die Nordbremer halten wacker die Stellung, obwohl sie derzeit den letzten Rang belegen. „Wir spielen jedes Wochenende mit einer neuen ersten Elf. Da ist es auch normal, dass nicht jeder gleich alle Bewegungsabläufe kennt“, sagt Helmut Thrams.

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Dass seine Mannschaft nicht in jedem Spiel zu glänzen weiß, bleibt auch dem Kapitän nicht verborgen. „Wir kennen die Ergebnisse“, sagt Thrams. Dem Spaß und der Stimmung untereinander tue das aber keinen Abbruch. Nach der Abfuhr gegen Sebaldsbrück gehen die Spieler zunächst einmal in die Kabine. Jeder bedient sich an der obligatorischen Kiste mit Kaltgetränken. Der eine nimmt sich ein Bier, der andere eine Cola. Einer dreht die Musik auf, dann zieht es alle wieder nach draußen. Zusammensitzen. Das Spiel besprechen. Keiner fährt sofort nach Hause – völlig egal, wie die Partie zuvor gelaufen ist.

„Wenn mal ein schlechtes Ergebnis dabei ist, dann ist das in der nächsten Woche abgehakt und man lacht darüber“, sagt Helmut Thrams. In Zeiten des Internets, wo jeder die Ergebnisse direkt nach Spielschluss einsehen kann, werden die Burger dennoch auf ihre derzeitige Situation angesprochen. Daraus macht sich aber keiner etwas. Schließlich können sich die Burger selbst gut einschätzen. „Einige von uns können nicht höher spielen, andere wollen es einfach nicht“, sagt Helmut Thrams.

Manch einem Spieler gelingt auch einmal ein Trick

Auf dem Platz versucht aber trotzdem jeder mal, in sich den Topstar Cristiano Ronaldo zu erwecken. Nicht immer mit Erfolg, aber manch einem Spieler gelingt doch einmal ein Trick. Dann ist das Staunen der Mitspieler garantiert. Gelingt es nicht, gibt es allerdings auch schon mal einen Kommentar. „Es ist normal, dass man sich auch auf dem Feld mal anmeckert. Danach ist es aber auch schnell wieder gut“, sagt Thrams. Und sollte die Stimmung doch mal auf den Nullpunkt zusteuern, weiß Olaf Schallert die Jungs mit seinen Sprüchen nochmal zu motivieren. „Nach dem Spiel trinken wir ein Bier.“

Ein Bier trinken die Nordbremer am liebsten nach den Partien auf dem eigenen Rasen. „Manchmal haben wir mehr Zuschauer als eine erste Herrenmannschaft in einer höheren Liga“, sagt Olaf Schallert. Für seine Spieler ist gerade das ein weiterer Motivationsschub, sich auf das Feld zu begeben. „Unsere Heimspiele freitagabends sind der Wahnsinn“, sagt Helmut Thrams. Kein Wunder also, dass jeder bei diesen Begegnungen dabei sein will. Olaf Schallert hat bei der Aufstellung dann die Qual der Wahl, schließlich will der Trainer jedem Akteur genügend Spielzeit geben. „Wenn man die Jungs gut behandelt, kommen sie auch gerne wieder“, sagt der Übungsleiter.

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Genau das scheint Schallert zu gelingen. Seine Truppe hat Spaß am Fußballspielen, egal wie es gerade läuft. Und sie präsentiert sich als eingeschworener Haufen. „Wenn wir als Mannschaft zusammen sind, ist keiner außen vor“, sagt Helmut Thrams. Jetzt will das Team im letzten Saisonspiel noch einmal eine starke Leistung auf den Platz bringen. Gegen den Tabellenzweiten TuS Schwachhausen IV hoffen die Kicker des 1. FC Burg III auf einen guten Tag. Am 16. Juni um 15 Uhr wollen sie vor heimischen Publikum mit einem Punktgewinn den letzten Platz an den FC Riensberg II abgeben. Hoffnung macht das Hinspiel gegen Schwachhausen, das die Schützlinge von Olaf Schallert nur mit 1:3 verloren.


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Leserkommentare
heinmueckausbremerhaven am 21.10.2019 20:47
Es gibt nur eine Chance wieviel Artikel beschrieben. Und jetzt schwindet mit dem Artikel von Stefan Rahmstorf das Argument, dass die BRD nur für ...
Bremen99 am 21.10.2019 20:41
Das Parken in Wild-West-Manier rund um den Freimarkt hat Tradition. Vor über 40 Jahren konnte man auch schon regelmäßig beobachten wie dreiste ...