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„Ein großes Turnier von Mattias Falck“

Jörg Niemeyer 03.05.2019 0 Kommentare

Werders Teamchef Sascha Greber freut sich auf den schwedischen Neuzugang Mattias Falck.
Werders Teamchef Sascha Greber freut sich auf den schwedischen Neuzugang Mattias Falck. (Bernd Kramer)

Glückwunsch an den SV Werder: Er verstärkt sich für die kommende Saison mit dem amtierenden Vizeweltmeister Mattias Falck. Wie fühlt sich der Teamchef nach diesem Coup?

Sascha Greber: Sehr sehr gut. Das war ein ganz großes Turnier von Mattias. Als er vor vier Monaten bei uns unterschrieben hat, war er ja schon die Nummer 13 der Welt und hat danach auch zwei sehr gute Turniere gespielt. Aber mit dem Vizeweltmeistertitel hat er jetzt natürlich noch mal richtig einen oben draufgesetzt.

Hatten Sie dem Schweden bei der WM eine derartige Leistung zugetraut?

Er ist ja schon lange in der Weltspitze vertreten. Aber in so ein großes Turnier muss man natürlich erst mal auch gut hineinkommen. Trainer Cristian Tamas und ich haben ihm so eine Leistung auf jeden Fall zugetraut. Und ein bisschen Losglück, das man braucht, hat er auch gehabt.

Wie sehr haben Sie mit Ihrem künftigen Schützling schon mitgefiebert? Hatten Sie überhaupt Kontakt?

Während der WM nicht, erst am Mittwoch dieser Woche haben wir zum ersten Mal telefoniert. Aber wir haben bei seinen Spielen im Internet mitgefiebert. Ich glaube, dass nicht nur Cristian und ich, sondern auch viele Werderaner ihm kräftig die Daumen gedrückt haben.

Trainer Tamas und Sie haben auf der Suche nach einer neuen Nummer eins für Bastian Steger offensichtlich einen guten Riecher bewiesen. Macht Sie das jetzt auch ein bisschen stolz?

Natürlich sind wir jetzt froh, dass sich nach vielen guten Spielern, die für Werder in den vergangenen Jahren aufgeschlagen haben, nun wieder ein Weltklassemann für Werder entschieden hat.

Zum Glück haben Sie die Verpflichtung von Mattias Falck schon vor einigen Monaten perfekt machen können. Hätte sich Werder auch um ihn bemüht, wenn er damals schon Vizeweltmeister gewesen wäre? Hätte Werder dann überhaupt Chancen gehabt?

Als wir Mattias ansprachen, war bei ihm sofort ein großes Interesse an uns zu spüren. Doch es ist richtig: Als Verein hätten wir jetzt wahrscheinlich eine schwierigere Verhandlungsposition.

Für den Spieler dürfte sich so ein Titel, auch wenn es nur ein Vizetitel ist, vermutlich also bezahlt machen.

Selbstverständlich. Und im Finale gegen den Chinesen Ma Long hat er ja auch noch ein ausgezeichnetes Spiel gemacht. Mattias Falck ist jetzt in aller Munde.

Was bedeutet es für Werder, einen so prominenten Spieler in seinen Reihen zu haben?

Mattias ist bekannt und beliebt in der Tischtennis-Szene. Er hat die Fähigkeit, in unserer neuen Mannschaft ein Führungsspieler zu sein. Auch mit seiner Ruhe und Zurückhaltung bringt er ganz viel Qualität mit.

Ich könnte mir vorstellen, dass der SV Werder bei Auswärtsspielen künftig als die Mannschaft präsentiert wird, die mit dem Vizeweltmeister antritt.

Natürlich bedeutet Mattias' Silbermedaille auch für uns einen Imagegewinn. Wer gesehen hat, wie Mattias nach dem Turnier in Schweden unzählige Interviews gegeben hat und in vielen Sendern gefeiert wurde, kann nur zu diesem Schluss kommen. Schweden ist natürlich auch eine große Tischtennis-Nation.

Ist der Erfolg von Mattias Falck für Werder ein reiner Glücksfall oder könnte er, was zum Beispiel die Erwartungshaltung der Fans betrifft, auch eine Bürde sein?

Auf keinen Fall. Ich sehe nur Vorteile, die Mattias mitbringt.

Aber nachdem Werder mit Chuang Chih-Yuan 2012 einen in der Weltrangliste ähnlich hoch platzierten Spieler verpflichtet hatte, wurde der Klub 2013 Meister. Was sagen Sie all denen, die jetzt von Ähnlichem träumen?

Die deutsche Bundesliga ist hinter der chinesischen Liga die zweitstärkste der Welt. Düsseldorf und Ochsenhausen werden in der kommenden Saison vorne weggehen, aber dahinter werden viele Mannschaften auf einem gleich hohen Niveau agieren. Dazu zähle ich auch unser Team.

Neben Mattias Falck gibt es mit Kirill Gerassimenko und Marcelo Aguirre zwei weitere Zugänge, vom Vorjahresteam ist nur Hunor Szöcs geblieben. Was ist von der neuen Mannschaft um den Vizeweltmeister zu erwarten?

Ich möchte zunächst eine Lanze für Cristian Tamas brechen: Die guten Spieler, die zu uns kommen, gucken natürlich genau, was für einen Trainer wir haben. Sie wissen, dass wir mit Cristian einen sehr guten Trainer haben, der Spieler weiterbringen kann. Und konkret zur neuen Mannschaft: Im August werden wir die Spieler zehn Tage zusammen haben, dann werden Maßnahmen zur Teambildung ganz oben auf der Liste stehen. Wir hoffen, dass wir anschließend gut in die neue Saison starten. Nur über Erfolge können die Spieler Selbstvertrauen aufbauen.

Was wird Werders Saisonziel sein?

Angesichts der Ausgeglichenheit der Liga möchte ich kein Ziel benennen. Wir wollen gut spielen und eine intakte Mannschaft haben – dann werden die Erfolge schon kommen.

Aber vermutlich würde sich im Klub niemand beschweren, wenn es mal wieder mit einer Play-off-Teilnahme klappen würde, oder?

Nein, ganz sicher nicht.

Falck hat bei Werder einen Vertrag für eine Saison unterschrieben – erst mal. Wird der Verein den Schweden danach halten können, oder treibt der Titel eines Vizeweltmeisters den Preis eines Spielers unerschwinglich in die Höhe?

Nein, das wird nicht der Fall sein. Er hat sich für Werder Bremen entschieden, nachdem er sich über den Verein informiert hat. Er weiß, welch gute Bedingungen er hier vorfindet. Wenn sich ein Weltklassespieler ein Jahr vor den Olympischen Spielen für einen Klub entscheidet, will er sich auch weiterentwickeln können. Sonst entscheidet er sich nicht für diesen Verein. Wir wollen versuchen, ihn davon zu überzeugen, dass es für ihn gut sein wird, länger für uns zu spielen.

Die Fragen stellte Jörg Niemeyer.

Zur Person

Sascha Greber (49)

ist seit 2000 Teamchef des SV Werder. Der größte Erfolg des verheirateten Familienvaters ist der Gewinn der deutschen Meisterschaft 2013. Seit 2007 spielt Werder ununterbrochen erstklassig.


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Leserkommentare
panorama am 18.10.2019 19:32
Lesen soll ja bekanntlich bilden.

https://dejure.org/gesetze/JGG/114.html
BreTSF am 18.10.2019 19:29
rheimsoth:
Das Bremer Bündnis für die Verkehrswende engagiert sich schon lange für Veränderungen und nicht nur „die abgebildeten Personen“. Es ...