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Eine Lücke im Etat der Eisbären Bremerhaven

Frank Büter 10.05.2019 0 Kommentare

Er kämpft um die Bundesliga-Lizenz: Eisbären-Geschäftsführer Wolfgang Grube.
Er kämpft um die Bundesliga-Lizenz: Eisbären-Geschäftsführer Wolfgang Grube. (Frank Büter)

Eigentlich hatte Wolfgang Grube an diesem Wochenende die Eisbären Bremerhaven auf ihrer wichtigen Auswärtstour mit Spielen in Berlin am Freitag (Endstand: ALBA Berlin - Eisbären Bremerhaven 107:104 n.V.) und beim Mitteldeutschen BC in Weißenfels am Sonntag begleiten und im Abstiegsfinale der Basketball-Bundesliga (BBL) unterstützen wollen. Der Kampf um den Klassenerhalt ist aber in den Hintergrund gerückt. Denn seit Donnerstagnachmittag kämpfen die Eisbären nicht mehr nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich ums Überleben. Und Wolfgang Grube, der geschäftsführende Gesellschafter der Eisbären Marketing GmbH, wird in Bremerhaven gebraucht – dringend.

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Am Donnerstagnachmittag war bekannt geworden, dass die Eisbären Bremerhaven für die nächste Saison in der BBL wegen eines unzureichenden Eigenkapitalnachweises keine Lizenz erhalten. Nach einer 2017 von den Erstligaklubs mehrheitlich beschlossenen Änderung der Statuten greift zur kommenden Spielzeit erstmals die Bestimmung, dass die Vereine einen auf drei Millionen Euro erhöhten Mindestetat und ein positives Eigenkapital in Höhe von 250.000 Euro nachweisen müssen. Die Etatanforderung erfüllen die Eisbären, „die drei Millionen sind nicht das Problem“, sagt Wolfgang Grube.

Das eigentliche Problem ist das geforderte Eigenkapital, ein Problem, „in das der Verein sehenden Auges hineingelaufen ist“, sagt Thomas Braumann. Braumann ist der Vorsitzende des Lizenzausschusses. Der 66-Jährige lebt in Bremen – und hat eine Eisbärenvergangenheit. Zwischen 2002 und 2006 war der Basketballfunktionär in der Seestadt tätig, zuletzt als Vorsitzender des Beirates der Betreibergesellschaft. Die Eigenkapitalvorschrift sei im letzten Jahr noch eine Kann-Bestimmung gewesen, erläutert Thomas Braumann. Eine Kann-Bestimmung, mit der man die Klubs auf die neue Ausgangssituation habe vorbereiten wollen. „In diesem Jahr ist diese Vorschrift ein Muss, also eine Voraussetzung für die Lizenzvergabe – das war bekannt“, so Braumann.

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Eine Voraussetzung, die die Eisbären Bremerhaven bei Weitem nicht erfüllt haben, sagt BBL-Geschäftsführer Stefan Holz, „da war noch eine große Lücke“. Eine Lücke, die offenbar auf Altschulden des Vereins in Höhe von etwas mehr als 800.000 Euro zurückzuführen ist. Für einen Großteil dieser Summe, nach Informationen des WESER-KURIER handelt es sich um 645.000 Euro, hat die Stadt Bremerhaven eine Bürgschaft bis zum Jahr 2032 übernommen. Sollten die Eisbären in die Insolvenz gehen, würde die Stadt Bremerhaven für diesen Betrag zur Kasse gebeten werden. Dass die Stadt indes in dieser Situation die Verbindlichkeiten übernehmen und ausgleichen könnte, sei keine Option, betont Torsten Neuhoff. Der Bürgermeister und Stadtkämmerer setzt dahinter sogar „ein Nein mit Ausrufezeichen“.

Wolfgang Grube ärgert es derweil, dass die BBL den Eisbären die Lizenz kategorisch verweigert, anderen Klubs die Lizenz aber unter Auflagen erteilt hat. „Bürgschaften sind heutzutage doch durchaus üblich“, sagt der Geschäftsführer. „Und der BBL ist seit 2008 bekannt, dass wir solche Verbindlichkeiten haben.“ Dem Lizenzantrag habe man diesbezüglich eine 60-seitige Ausarbeitung beigefügt und ein Gesprächsangebot gemacht, „gesprochen hat mit uns vor Bekanntgabe der Entscheidung aber niemand“. Grube bestätigt indes aber auch, dass die Eisbären GmbH noch einen weiteren Kredit in Höhe von 164.000 Euro zu bedienen hat, für den es keinen Bürgen gibt. Womöglich ist das die Lücke im Etat, also der Betrag, der fehlt, um das geforderte positive Eigenkapital zu erreichen. Womöglich ist es aber auch das große Ganze.

Fakt ist: Die Eisbären, die am Mittwoch erst die Vertragsverlängerung mit ihrem Hauptsponsor BLG Logistiks Group bekannt gegeben und am Freitag unter Auflagen die Lizenz für die Pro A erhalten haben, benötigen Geld  – und zwar kurzfristig. Man arbeite daran, sagt Grube. Bis Montagabend muss der Widerspruch bei der BBL eingegangen sein. „Die Eisbären können Rechtsmittel einlegen, sie sind aber gefordert, neue Fakten zu schaffen“, sagt Holz. Der Lizenzligaausschuss hat nach Eingang des Widerspruchs 14 Tage Zeit für eine Neubewertung. Sollte der Entscheid für die Eisbären dann erneut negativ ausfallen, bleibt noch der Weg vor das Schiedsgericht.


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?