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Eisbären Bremerhaven läuft die Zeit davon

Frank Büter 09.07.2019 1 Kommentar

Den Eisbären Bremerhaven, um Trainer Michael Mai, läuft die Zeit davon.
Den Eisbären Bremerhaven, um Trainer Michael Mai, läuft die Zeit davon. (Andreas Bez)

Sie haben keinen Trainer, keinen Spielerkader und einen immer noch wackligen Etat, aber sie haben einen Startplatz für die Pro A. Und nach dem Abstieg aus der Basketball-Bundesliga kämpfen die Verantwortlichen der Eisbären Bremerhaven in diesen Tagen mit Vehemenz dafür, die wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, eben diesen Startplatz auch in Anspruch nehmen zu können.

Die Lizenz für die zweithöchste Spielklasse gab es bisher nur unter Auflagen. Bis zum 15. Juli, also bis zum kommenden Montag, müssen die Eisbären bei der in Köln ansässigen Liga-Geschäftsstelle zumindest 80 Prozent der im Lizenzantrag angegebenen Sponsorenverträge vorlegen. Geschieht dies nicht, ist die Lizenz womöglich futsch – und das wäre gleichbedeutend mit dem Aus für Leistungs-Basketball am Standort Bremerhaven.

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„Wir wollen die Pro A angehen“, sagt Marc Bergmann, der Co-Geschäftsführer der Eisbären. „Aber nicht um jeden Preis.“ Was im Klartext heißt: Die Verantwortlichen wollen das finanzielle Risiko überschaubar halten und streben eine möglichst große Planungssicherheit an. Ein wesentlicher Baustein in der Etatplanung ist dabei der sogenannte Marketingvertrag mit der Stadt-Tochter „Erlebnis Bremerhaven“. Als Erstligist wurden die Eisbären in der Vergangenheit jährlich mit 450.000 Euro unterstützt, so viel war der Bundesligist der Stadt Bremerhaven als Werbeträger wert. Eine Summe, die nach dem Abstieg aber neu bewertet wurde.

Werbewert der Eisbären für Bremerhaven sinkt

Seit Dienstag liegt das Ergebnis der damit beauftragten Agentur Nielsen Sports mit Sitz in Köln vor. Die genaue Zahl ist nicht bekannt, „aber der Werbewert der Eisbären in der Pro A ist für die Stadt deutlich geringer“, sagt Volker Heigenmooser, der Pressesprecher des Magistrats der Stadt Bremerhaven. Auch in reduziertem Umfang ist dieser Marketingvertrag für die Eisbären indes weiterhin ein wichtiger Posten, „er macht ein Viertel unseres Gesamtetats aus“, sagt Marc Bergmann.

Die von der Agentur ermittelte Summe ist allerdings zunächst einmal nur eine Richtgröße, die tatsächliche Höhe des Werbewertes müssen jetzt die zuständigen Gremien festlegen. Und dafür ist nun eigens eine Sondersitzung des Aufsichtsrates der Erlebnis Bremerhaven GmbH einberufen worden, wie deren Geschäftsführer Raymond Kiesbye gegenüber dem WESER-KURIER bestätigte. „Danach wird es eine Entscheidung geben, die publiziert werden kann“, so Kiesbye.

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Die Sondersitzung ist für den Donnerstag kommender Woche, also für den 18. Juli und damit drei Tage nach Ablauf der vom Lizenzausschuss gesetzten Frist terminiert. Für die Eisbären ist dies – unabhängig von der noch abschließend zu fixierenden Höhe der Leistungsvereinbarung – hinsichtlich der Lizenzierung eine schlechte Nachricht. Denn ohne den fest eingeplanten Marketingvertrag „reicht es nicht, auf die geforderten 80 Prozent zu kommen“, sagt Marc Bergmann.

„Es wird für die Eisbären ein vernünftiges Angebot geben.“

„Einen Vertrag wird es vorher aber nicht geben“, sagt Volker Heigenmooser. Schließlich handele es sich um öffentliche Gelder, „da wird das Geld nicht mit einem Fingerschnippen bereitgestellt“. Die Nöte der Eisbären hinsichtlich der Frist seien bekannt gewesen, aber, betont der Pressesprecher des Magistrats, „für die Sondersitzung des Aufsichtsrates war dies mit einer ohnehin schon verkürzten Ladungsfrist der frühestmögliche Termin“. Immerhin sagt er auch: „Es wird für die Eisbären ein vernünftiges Angebot geben.“

Nur eben aus terminlichen Gründen etwas später. Und das setzt die Eisbären natürlich zusätzlich unter Druck. Ob eine Verlängerung der Frist möglich ist? Ob Unterlagen in Köln nachgereicht werden können? Ausgeschlossen sei dies nicht, sagt Nadine Vongehr, die Medienchefin der 2. Basketball-Bundesliga, auf Anfrage des WESER-KURIER. Der Gutachterausschuss werde gegebenenfalls prüfen, aus welchen Gründen die Frist nicht eingehalten werden konnte, „eine Nachlizenzierung wäre dann möglich“.

Für die Eisbären Bremerhaven, den früheren Imageträger der Stadt, bleibt also womöglich doch noch eine Hintertür offen. Trotzdem hat der schleichende und nun im Abstieg gipfelnde Niedergang der letzten Jahre deutliche Spuren hinterlassen. Die Wirtschaft hat sich abgewendet, Sponsoren sind immer schwieriger zu gewinnen. Und auch die Zuschauerzahlen sind regelrecht eingebrochen. Mit dem Ergebnis, dass die Eisbären ihre Heimpartien in der Stadthalle mitunter nicht einmal mehr kostendeckend austragen konnten. Bei der Stadthallen GmbH ist dadurch inzwischen ein größerer Betrag unbezahlter Hallenmieten aufgelaufen, nach Informationen des WESER-KURIER handelt es sich um eine sechsstellige Summe.

Ein Fehlbetrag, der von den Gesellschaftern auf jeden Fall noch ausgeglichen werde, sagt Marc Bergmann. Aber er sagt auch: „Wir können nicht jedes Jahr Fehlbeträge ausgleichen.“ Und daher hofft er, den Klub so ausrichten zu können, „dass er finanziell auf eigenen Füßen steht“. Bergmann weiß indes auch um die Schwere dieser Aufgabe, denn echtes Einsparpotenzial gäbe es nicht. „Ob Bundesliga oder Pro A: Die Kosten sind fast gleich. Wirklich sparen kann man nur beim Spieleretat.“


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...