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„Eishockey wäre ein Wahnsinn“

Mathias Sonnenberg 25.04.2019 0 Kommentare

Darnell Jackson beim Wurfversuch im Spiel gegen die Baskets aus Oldenburg. Die Partie in der ÖVB-Arena am 10. Februar verloren die Bremerhavener mit 83:88.
Darnell Jackson beim Wurfversuch im Spiel gegen die Baskets aus Oldenburg. Die Partie in der ÖVB-Arena am 10. Februar verloren die Bremerhavener mit 83:88. (Christina Kuhaupt)

Herr Schneider, sind Sie am Sonntag in der ÖVB-Arena und feuern die Eisbären an?

Hans-Peter Schneider: Leider nicht, wir ­haben parallel noch die Jazzahead in der ­Messehalle, da bin ich ziemlich eingebunden. Aber ich drücke natürlich aus der Ferne die Daumen.

Welchen Stellenwert haben die Eisbären-Gastspiele denn eigentlich für Sie?

Die Auftritte sind für uns eine feste Bank, da die Eisbären eine große Fan-Gemeinde haben. Und sportlich gesehen sind die Spiele ja auch immer Höhepunkte.

Meistens sind es drei Auftritte pro Saison. Hätten Sie denn nicht Lust auf mehr Basketball in der ÖVB-Arena?

Das hängt ja immer vom Veranstalter ab, wir sind ja nur der Vermieter. Die Eisbären machen das ja eigentlich ganz geschickt. Wenn sie merken, dass die Halle in Bremerhaven zu klein sein könnte, kommen sie zu uns. Bei Gegnern wie Bayern, Alba oder Oldenburg wird dann gerne in Bremen gespielt.

Aber die Spiele in Bremen sind eigentlich immer gut besucht, fast unabhängig von den Gegnern – im Gegensatz zu vielen Spielen in Bremerhaven.

Wenn der Kunde, also in diesem Fall die Eisbären, jeden Monat kommen möchte, wären wir bereit. Aber der Verein ist ja in Bremerhaven fest verankert, hat dort viele Fans und vor allem auch Sponsoren.

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Aber ein bisschen mehr Spitzensport in Bremen wäre doch gut.

Bei allem Respekt vor Werder, aber wir haben ja in der Stadt tatsächlich nicht mehr die großen anderen Sportarten, die Zuschauer ziehen. Basketball aber ist solch ein Sport, hochattraktiv und in der Halle für uns auch schnell umsetzbar. Eishockey geht ja leider nicht, das wäre ein Wahnsinn, weil der Auf- und Abbau sehr lange dauern würde.

Das wäre doch mal ein Ding: Eishockey in der ÖVB-Arena!

Schauen Sie mal, was passiert, wenn wir „Holiday on Ice“ zu Gast haben. Da brauchen wir drei Tage, um die Eisbahn aufzubauen und zwei Tage, um sie abzutauen. Und „Holiday on Ice“ bleibt dann aber auch vier Tage. Nein, Eishockey ist leider nicht darstellbar. Es ist ja nicht so, dass wir nur ein paar Eiswürfel brauchen und los geht’s. Dafür gibt es ja die Halle in Bremerhaven. Und dort gibt es ja auch diese Nähe zwischen den Spielern und den Fans. Das macht ja auch den Reiz aus.

Aber toll wär’s trotzdem, den Bremern mal die Pinguins live zu zeigen.

Ich halte nichts davon, dass der ganze Bremer Sport auch in Bremen gespielt wird. In Baden-­Württemberg wird ja auch nicht nur Sport in Stuttgart geboten.

Sind Sie denn grundsätzlich zufrieden mit der Sport-Auslastung in der ÖVB-Arena? Oder haben Sie das Gefühl, dass da noch mehr gehen könnte?

Wir machen ja nicht nur Rock ’n’ Roll, Messen und Konferenzen, sondern auch der Sport hat in der ÖVB-Arena eine große Daseinsberechtigung. Aber ein bisschen mehr geht ja immer.

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Was ist das Problem?

Das Problem ist, dass sich bei den ganz großen Veranstaltungen von Weltruf immer gleich auch Hamburg, Berlin und München bewerben, da ist es nicht einfach für uns, den Zuschlag zu kriegen. Aber wir sind trotzdem ganz gut aufgestellt: Tischtennis, Karate, Volleyball, Handball, da haben wir ja immer wieder große Events im Angebot. Aber ich habe das Motto: Genug ist nicht genug!

Gibt es ein Event, das Sie immer schon mal nach Bremen holen wollten?

Wir reden schon seit 15 Jahren darüber, einen Trial-Wettbewerb mit Motorrädern in die ÖVB-Arena zu holen. Wir haben vor zwei Jahren mit einem spanischen Streckenbauer gesprochen, ob sich das hier bei uns realisieren lässt. Das wäre noch mal eine Veranstaltung, über die ich mich sehr freuen würde.

Und was ist mit Tennis?

Da haben wir wenig Anfragen gehabt in der letzten Zeit. Aber auch da gilt: Wir sind für alle Events offen.

Viele Bremer Sportvereine träumen von einer Sport-Eventhalle mit einem Fassungsvermögen von bis zu 2500 Zuschauern. Für wie realistisch halten Sie das?

Das ist schwer zu sagen, ob es da wirklich Bedarf gibt. Das Problem ist ja, dass sie dann eine Halle brauchen, in der sowohl Schulsport stattfinden könnte, aber auch beispielsweise der TV Bremen-Walle 1875 seine Trainingszeiten hätte. Und trotzdem müsste solch eine Halle massenkompatibel sein. Und sie müssen solch eine Halle finanzieren, obwohl nicht an jedem Wochenende ein großes Event stattfinden würde. Ich glaube, dass man mit solch einer Halle ja eher den Breitensport ansprechen würde.

Sie meinen, dass es dann schwerer wäre, die mit Zuschauern zu füllen?

Das wäre zumindest nicht einfach. Schauen Sie sich mal Hockey zum Beispiel an. Da sind wir in Bremen traditionell stark, aber Hockey zieht trotzdem nicht die breite Masse an. Es wäre schwierig, mit diesem Angebot eine große Halle vollzukriegen.

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Ich muss auf jeden Fall noch mal nach Bremerhaven zum Eishockey, dieser Sport gefällt mir richtig gut. Ich würde mir überhaupt wünschen, dass wir Stadtbremer mal häufiger nach Bremerhaven fahren und dort die Pinguins anfeuern.

Und in der ÖVB-Arena?

Auf ganz viele Events, das wäre jetzt fast unfair, wenn ich da zwei, drei Sachen rausgreifen würde.

Das Gespräch führte Mathias Sonnenberg.

Zur Person

Hans-Peter Schneider ist seit 17 Jahren Chef der Messe in Bremen und ­leitet als Geschäftsführer die ÖVB-Arena. Der Volkswirt war vorher bei der Messe in Erfurt ­beschäftigt und ist begeisterter Radrennfahrer.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...