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Trainer-Wechsel beim Bremer SV
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Paukenschlag am Panzenberg

Stefan Freye 04.10.2019 0 Kommentare

Ralf Voigt hatte im Sommer vergangenen Jahres den Trainer-Job beim Bremer SV übernommen.
Ralf Voigt hatte im Sommer vergangenen Jahres den Trainer-Job beim Bremer SV übernommen. (Frank Thomas Koch)

Wann, wenn nicht jetzt? Die Fußballer des Bremer SV sind zwar amtierender Meister der Bremen-Liga. Aber es ist bereits zu diesem Zeitpunkt nahezu ausgeschlossen, dass sie die laufende Saison ähnlich erfolgreich abschließen werden. In der Meisterschaft liegt der BSV auf Platz sieben, mittlerweile zehn Punkte getrennt vom Spitzenreiter FC Oberneuland, und im so wichtigen Pokalwettbewerb ist das Team gar nicht mehr vertreten. Wann, wenn nicht jetzt, ließen sich die Strukturen des Vereins verändern?, fragte man sich also beim Bremer SV. Und dann veränderten die Verantwortlichen die Strukturen umgehend: Ab sofort ist Ralf Voigt nicht mehr Trainer, er wird zukünftig als Sportlicher Leiter fungieren.

Seine Rolle auf der Bank nehmen die bisherigen Assistenten ein: Turan Büyükata und Maik Stolzenberger treten als Team an und sind – angesichts des Pokalwochenendes – erstmals im Heimspiel gegen den Habenhauser FV (12. Oktober) in neuer Funktion im Einsatz. „Ich selbst habe das vorgeschlagen“, sagt Ralf Voigt. Er hatte sich Gedanken gemacht über den Bremer SV, vor allem in der letzten Zeit. Den sportlichen Misserfolg führt Voigt zwar auch auf eine ganze Reihe von Ausfällen zurück. Für den 54-Jährigen steht aber fest, dass die Strukturen des BSV einer Neugestaltung bedurften. Schließlich galt es nicht nur, die vergangenen Wochen zu bewerten, sondern einen Zeitraum von mehreren Jahren.

Fünf Meisterschaften gelangen dem Klub in den vergangenen sechs Spielzeiten. Damit waren fünf Chancen auf den Aufstieg in die Regionalliga verbunden. Genutzt hat der BSV nicht eine. „Warum sind wir immer gescheitert, und was muss man verändern?“, fragte sich Ralf Voigt also. Das Ergebnis seiner Analyse: „Wir brauchen unbedingt einen Sportlichen Leiter.“ Nun ist es allerdings nicht so, dass der Bremer SV bislang ohne diese Position ausgekommen ist. Allerdings war dabei nie ganz klar, wie die Kompetenzen im Trio aus Fred Heise, Jens Fröhlich und dem mittlerweile zurückgetretenen Gerd Lenk verteilt sind – und in welche Richtung die dreiköpfige Sportliche Leitung sich ausrichten will. „Die Struktur war nicht gut“, sagt Voigt.

Mit dieser Feststellung traf er im Vorstand des Vereins auf offene Ohren. Auch dort sah man die Notwendigkeit einer personellen Veränderung, zudem traut man den neuen Trainern eine Menge zu. „Sie besitzen beste Voraussetzungen, um eine erfolgreiche Entwicklung einzuleiten“, findet Vizepräsident Fred Heise. Der scheidende Trainer sieht es ähnlich. „Unser Ziel ist, für die kommende Saison eine Mannschaft aufzubauen, die Meister wird“, betont Voigt. Er wird sich in den kommenden Monaten verstärkt um den Kader kümmern, Gespräche führen mit aktuellen Spielern und potenziellen Zugängen. Daneben zählt Voigt zu den Aufgaben eines Sportlichen Leiters, gute Arbeitsbedingungen für Trainer und Team herzustellen, in vielerlei Hinsicht. „Die neue Aufgabe ist umfangreicher als die alte, das könnte ich in einer Doppelfunktion gar nicht bewältigen“, sagt er.

Die Arbeit seiner beiden Nachfolger wird Voigt daneben auch im Blick haben: „Ich bin ihr Vorgesetzter, und sie müssen nun Leistung abliefern.“ Das klingt allerdings ein bisschen härter als gemeint. Schließlich ist Voigt „überzeugt, dass sie es schaffen“. Es war ja auch Teil seines Planes, die Assistenten zu befördern. Zum regelmäßigen Austausch zwischen Sportlichem Leiter und Trainerteam wird es kommen, das gehört einfach dazu. Reinreden in die tägliche Arbeit will der neue starke Mann seinen Mitarbeitern aber nicht. „Das gehört sich nicht, die beiden haben freie Hand“, sagt Ralf Voigt. Auch Turan Büyükata geht nicht davon aus, dass es Probleme geben wird in dieser Hinsicht. „Ralf ist unser Ansprechpartner, wenn wir Hilfe brauchen, und er wird uns sicher auch Hinweise geben, wenn er von außen etwas sieht“, sagt der 34-Jährige. Er hat sich bereits mit seinem Kollegen getroffen und die Aufgabenverteilung festgelegt. „Das ist jetzt klar abgesprochen“, bestätigt Maik Stolzenberger.

Büyükata will Profi-Trainer werden

Er gilt als absoluter Fachmann, stark in der Analyse der gegnerischen Teams, und versehen mit einem organisatorischen Talent. „Wenn man ehrlich ist, macht Ralf mehr als ich“, sagt Turan Büyükata augenzwinkernd. Er verantwortet zukünftig den taktischen Bereich und hält die Ansprachen. Für den A-Lizenzinhaber ist mit der Beförderung „ein wichtiger Schritt in meiner Karriere“ verbunden. Schließlich will der 34-jährige Büyükata seinen Weg machen: „Mein Ziel ist es, einmal als Trainer Geld zu verdienen.“ Vom Fußball leben muss Maik Stolzenberger angesichts eines festen Engagements bei einem Energieversorger nicht. Die nötige Leidenschaft bringt der 41-Jährige trotzdem mit. Und so eint das Trainergespann auch die Motivation für ihre neue Aufgabe. „Wichtig ist der BSV, er ist etwas Besonderes“, sagt Stolzenberger. Und sein Trainer-Kollege Turan Büyükata geizt nicht mit großen Worten: „Ich will an den alten BSV anknüpfen. Einen Verein, vor dem die Leute Respekt haben.“


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Leserkommentare
elfotografo am 22.10.2019 18:55
"Es ist doch ein Märchen, dass man mit einer Loge Geschäftskontakte akquiriert oder pflegt, geschweige denn Geschäfte abschließt."

Haben ...
FloM am 22.10.2019 18:51
@gorgon1:
Abgedroschen ist es den x-ten Kommentar mit undifferenzierten Anschuldigungen zu schreiben.

Die Erkenntnis, daß man Teil ...