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Probleme mit der neuen Heimat

Stefan Freye 14.08.2019 0 Kommentare

Ivan-Steeve Takongmo Folefack ist einer der Spieler des SV Mfandena.
Ivan-Steeve Takongmo Folefack ist einer der Spieler des SV Mfandena. (Fotos: Christina Kuhaupt)

Aller Anfang ist schwer. Das gilt auch für den SV MFandena, sogar in doppelter Hinsicht. Der neue Bremer Fußball-Verein kassierte in seinem ersten Pflichtspiel nicht nur eine 1:4-Pokalniederlage gegen den VfL 07. Er hat auch ein Problem mit der sportlichen Heimat. „Das muss sich noch finden“, sagt Claude Kenfack. Er ist der Sportliche Leiter von MFandena. Aber da Kenfack seit einigen Jahren bereits zu den Verbandsschiedsrichtern des Bremer Fußball-Verbandes zählt, also die Spiele der höchsten Spielklassen leitet, ist er noch viel mehr als das: Der 39-Jährige kümmert sich auch um das Drum und Dran seines Vereins – er kennt sich eben gut aus im Bremer Fußball.

Nachdem MFandena nun vor einigen Monaten gegründet wurde, hatte das Sportamt gemäß eines Verteilungsschlüssels die Bezirkssportanlage Scheevemoor für den Klub ausgewählt. Dort trat der Klub dann auch an zum ersten Pflichtspiel der Saison. Aber wirklich heimisch fühlen sich seine Mitglieder auf dieser BSA noch nicht. Denn mit Bekanntgabe der Auswahl-Entscheidung trat OT Bremen auf den Plan. Seit Eröffnung der BSA in den achtziger Jahren sind die Blau-Weißen so etwas wie der Stammverein der Plätze nahe Tenever. Zwar gab es immer mal wieder einen Klub, der ebenfalls dort antrat – etwa der SV Mardin –, aber OT ist die Konstante. Ein Platzhirsch in Scheevemoor, der sich aber nicht anfreunden konnte mit einem weiteren Verein auf „seiner“ Anlage.

Also setzten die Verantwortlichen alle Hebel in Bewegung, schalteten den Osterholzer Beirat, das Ortsamt und den Bremer Fußball-Verband ein. Ohne Erfolg. Denn natürlich musste OT akzeptieren, dass das Sportamt den SV MFandena auf der städtischen Anlage platziert. Dort sind alle Vereine schließlich zunächst einmal nur Gast. Immerhin schaltete sich aber der Bremer Fußball-Verband ein und trat als Vermittler auf. „Das war auch gut so“, sagt Holger Franz, BFV-Vizepräsident. Er hat schon ein gewisses Verständnis für die Bedenken und versteht, dass OT „not amused“ war. Schließlich muss der Verein allein 22 Fußballmannschaften auf der Anlage unterbringen, zudem seine Leichtathleten und die Footballer.

Erst kürzlich war ein Cricket-Team der SG Findorff aus Platzgründen nach Scheevemoor verlegt worden – auf eine Sportanlage, deren Rasenplätze zwischen Oktober und März regelmäßig gesperrt werden. Dann wird es eng. Aber Holger Franz sagt auch: „MFandena soll und kann dort spielen.“ Sie müssen also zusammenrücken, so viel steht fest. Das hat mittlerweile auch Ute Brunzel akzeptiert. Die 1. Vorsitzende von OT findet, es sei nun auch genug geredet worden über diesen Vorgang. Sie sagt lediglich: „Wir warten jetzt erst mal ab und hoffen, dass es klappt.“ Und Claude Kenfack? Er spricht von „Vorurteilen“, sieht den Grund für die Vorbehalte der Gegenseite also nicht allein in den räumlichen Gegebenheiten der Bezirkssportanlage.

In gewisser Hinsicht kann er das sogar nachvollziehen. „OT hat damals schlechte Erfahrungen mit dem SV Mardin gemacht, aber wir sind nicht Mardin“, betont Kenfack. Es ginge nun für beide Seiten darum, aufeinander zuzugehen mit der Bereitschaft zur Verständigung. Und so macht der Funktionär des SV MFandena gleich mal den ersten Schritt: „OT hat nur seine Bedenken geäußert – das macht man, wenn man neue Nachbarn bekommt.“ Im Oktober wollen die Parteien ein erstes Fazit ziehen.

Dann werden sie beim SV MFandena auch wissen, wie es sportlich weitergegangen ist. Der Auftakt im Pokal verlief in gewisser Weise vielversprechend, weil das Team nicht in Bestbesetzung angetreten war. Am Sonntag stand für die Kameruner schließlich noch das wichtige Finale im African Football Cup auf dem Programm, das mit einer Niederlage gegen Sierra Leone endete. Nun geht es für das Team in der 1. Kreisklasse weiter. Trainiert wird es von Bertrand Bingana, einem in Bremen durchaus bekannten Stürmer, der derzeit für den Habenhauser FV antritt. Der B-Lizenzinhaber geht davon aus, dass sein SV MFandena als Favorit in der unteren Spielklasse antritt. Die Ambitionen sind groß. „In spätestens vier Jahren wollen wir in der Landesliga antreten“, sagt Bingana. Fest steht, dass der Verein sich nicht abschotten will. „Wir sind für alle offen, die sich bei uns wohlfühlen“, sagt Bingana.


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Leserkommentare
ManUD7 am 22.10.2019 07:37
Wieso wird die Bevölkerung aufgehetzt? Jahrelang sieht man doch nur noch Mais. Und dieser dient weitestgehend zum Betrieb der Biogasanlagen. Dafür ...
Mangaguide.de am 22.10.2019 07:30
Ein Punkt in Flensburg fuer den Halter war ja geplant, wurde aber leider wieder verworfen.

Alternativ koennte man ja auch Feuerwehr, ...