Wetter: wolkig, 7 bis 15 °C
Leichtathletik
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Stabhochsprung-EM ohne Werder-Beteiligung

Jörg Niemeyer 23.06.2019 0 Kommentare

Philip Kass (rechts) mit seinem Vater Leszek, der zugleich der Trainer des 20-jährigen Werderaners ist.
Philip Kass (rechts) mit seinem Vater Leszek, der zugleich der Trainer des 20-jährigen Werderaners ist. (Christina Kuhaupt)

Auch wenn das Bild einigermaßen kitschig ist: Die Hoffnungen von Philip Kass, sich auf den letzten Drücker noch für die U 23-Europameisterschaften im schwedischen Gävle (11. bis 14. Juli) zu qualifizieren, wurden buchstäblich vom Winde verweht. „Ich wäre gern nach Schweden gefahren“, sagte der 20-jährige Stabhochspringer des SV Werder nach den gemeinsamen Landesmeisterschaften von Bremen und Niedersachsen in Göttingen, „aber ein Weltuntergang ist die verpasste Teilnahme nun auch nicht.“

Philip Kass nahm das Scheitern mit großer Gelassenheit hin. „Ich bin gar nicht so enttäuscht, weil ich vor der Saison so lange verletzt war“, sagte er am Sonntag nach einem einigermaßen ungewöhnlichen Wettkampf. Ungewöhnlich war die Anzahl der Teilnehmer – sie lautete: einer. Nicht wirklich ungewöhnlich, dafür aber umso störender war der böige Wind auf der Anlage. „Anfangs habe ich mich noch durchfuchsen können, aber in der entscheidenden Phase habe ich die volle Wartezeit von fünf Minuten für einen Versuch ausgenutzt.“

Die Ausgangslage war klar: Philip Kass musste seine bisherige Bestleistung von 5,35 Metern, die er in Bremen und Ingolstadt in den vergangenen Wochen sogar zweimal geschafft hatte, für eine EM-Teilnahme um fünf Zentimeter steigern. „Er hat die 5,40 Meter drauf, das hat er schon mehrfach und nun auch in Göttingen wieder gezeigt“, sagte Philip Kass' Vater und gleichzeitiger Trainer Leszek Kass. Letztlich waren die Bedingungen aber zu schwierig. Die Böen von vorne seien im Abstand von fünf bis sieben Sekunden gekommen, sagte Kass senior.

Angesichts seines etwa siebensekündigen Anlaufs hatte Kass junior folglich große Probleme, Anlauf und Sprung richtig abzustimmen. 38 Meter Anlauf, 16 Schritte: Das sind die Philip Kass' Zahlen im Wettkampf. Bei Gegenwind fallen die Schritte automatisch kürzer aus – das erschwert das Treffen des Einstichkastens mit dem Stab enorm. Philip Kass schaffte es trotzdem. 4,90 Meter und 5,10 Meter übersprang er im ersten, 5,25 Meter im dritten Versuch. Dann ließ er die 5,40 Meter auflegen – und war im ersten Versuch nahe dran an der Bestleistung. Doch die Latte fiel, ebenso wie bei den beiden folgenden, durch Böen empfindlich gestörten Versuchen.

„Er hat bis zum letzten Versuch alles gegeben“, lobte der Vater seinen Sohn. Und Philip Kass war trotz der verpassten EM-Chance der Stolz auf eine bislang ordentliche Saison anzumerken. Eine schwere Knieverletzung hatte ihn im Winter außer Gefecht gesetzt. „So gesehen, ist es sogar seine beste Saison“, sagte Leszek Kass. Die Chance, das Jahr mit einer weiteren Bestleistung zu krönen, besteht weiterhin. Am kommenden Sonnabend beim Flutlichtspringen in Köln, danach bei anderen Wettkämpfen und schließlich am ersten August-Wochenende bei der Deutschen Meisterschaft der Männer in Berlin. „Dann wollen wir gegen die Großen noch einmal anstänkern“, sagte Leszek Kass, der mit seinem Sohn nun den Saisonhöhepunkt anvisiert. Philip Kass hat die DM-Qualifikation geschafft, und in Berlin wird er definitiv nicht allein starten müssen. „Wenigstens ein, zwei Konkurrenten mit meiner Stärke wären auch in Göttingen nicht schlecht gewesen“, sagte der 20-Jährige.

Außer Philip Kass musste am Wochenende auch die in Potsdam lebende Werderanerin Stina Seidler ihre EM-Hoffnungen begraben. Sie verfehlte, wie berichtet, am Sonnabend in Rostock die für die EM nötigen 4,25 Meter klar und musste sich mit der übersprungenen Anfangshöhe von 3,80 Metern begnügen.


Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

Lokalsport im Überblick

Sport in Bremen: Meldungen aus Bremen und den Stadtteilen

 

Die Norddeutsche: Sport aus Bremen-Nord, Schwanewede, Elsfleth, Berne und Lemwerder

 

Osterholzer Kreisblatt/Wümme-Zeitung: Sport aus Hagen, Hambergen, OHZ, Ritterhude, Gnarrenburg, Worpswede, Tarmstedt, Lilienthal, Grasberg

 

Achimer Kurier/Verdener Nachrichten: Sport aus Achim, Verden, Ottersberg, Oyten, Sottrum, Rotenburg, Langwedel, Thedinghausen, Kirchlinteln, Dörverden

 

Regionale Rundschau/Syker Kurier: Sport aus Stuhr, Weyhe, Syke, Bassum, Bruchhausen-Vilsen

 

Delmenhorster Kurier: Sport aus Delmenhorst, Hude, Ganderkesee, Dötlingen, Harpstedt, Wildeshausen

Sport aus der Region
Sport aus der Region
Leserkommentare
elfotografo am 22.10.2019 18:55
"Es ist doch ein Märchen, dass man mit einer Loge Geschäftskontakte akquiriert oder pflegt, geschweige denn Geschäfte abschließt."

Haben ...
FloM am 22.10.2019 18:51
@gorgon1:
Abgedroschen ist es den x-ten Kommentar mit undifferenzierten Anschuldigungen zu schreiben.

Die Erkenntnis, daß man Teil ...