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Fußball-Landesliga Bremen
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VfL 07 verdrängt TuS Komet Arsten noch von Rang drei

Jörg Niemeyer 26.05.2019 0 Kommentare

Co-Trainer Giuliano Cala versucht unmittelbar nach Spielschluss, die enttäuschten Spieler des TuS Komet Arsten aufzurichten.
Co-Trainer Giuliano Cala versucht unmittelbar nach Spielschluss, die enttäuschten Spieler des TuS Komet Arsten aufzurichten. (Fotos: Jonas Kako)

Am Ende war es für die Spieler des TuS Komet Arsten dann doch eine besonders schmerzhafte Niederlage. Da saßen sie zusammengesunken und nachdenklich auf dem Rasen am Jürgensdeich – vereint durch ihre Traurigkeit und Enttäuschung. Während Trainer Steffen Dieckermann noch einige Augenblicke für sich allein brauchte, versammelte Co-Trainer Giuliano Cala das Team um sich herum und versuchte, es aufzurichten. „Andere Mannschaften waren in dieser Saison konstanter als wir, aber unsere Stärke war immer, dass wir zusammengehalten haben.“

Das 1:3 beim FC Union 60 am letzten Spieltag der Fußball-Landesliga war für den TuS Komet Arsten besonders schmerzhaft, weil es ihn von Platz drei auf Platz vier der Tabelle zurückwarf. Ein paar Kilometer entfernt, nordwestlich von der Pauliner Marsch, feierte in Findorff derweil die Mannschaft, die von Rang vier auf Rang drei kletterte: der VfL 07. Dessen Trainer Niko Klein schickte nach dem 5:1 seiner Elf über den TSV Melchiorshausen Dankesgrüße an den FC Union, dessen Schützenhilfe für die Findorffer den ersten Schritt zurück in die Bremen-Liga bedeutete.

Schritt zwei soll am kommenden Mittwoch folgen, und wieder ist der VfL 07 auf fremde Hilfe angewiesen. Dann muss es der Bremen-­Liga-Meister Bremer SV richten – und zwar mit einem Sieg über den Heider SV in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga. Nur wenn der BSV es in die Regionalliga schafft, ist in der Bremen-Liga ein Platz frei für den VfL 07. Nach dem 1:1 zwischen Altona 93 und dem Heider SV am Sonntag steht fest: Der Hamburger Meister, der am vergangenen Mittwoch mit 3:2 auf dem Panzenberg gewonnen hatte, ist bereits am Ziel angelangt. Und den Schleswig-Holsteinern wird am Mittwoch ab 19.30 Uhr ein weiteres Unentschieden gegen die Bremer bereits reichen, um als Zweiter der Dreierrunde aufzusteigen.

So wird es in Bremen am Mittwoch noch einige Daumendrücker mehr geben als nur die Fans des Bremer SV. Der VfL 07 hofft nach Teil eins seiner Saison-Abschlussparty am Sonntag auf Teil zwei und eine richtige Sause. „Wir haben uns schon zum Livestream verabredet“, sagte Niko Klein. Wäre der Aufwand unter der Woche nicht so groß, würde der Trainer zur Unterstützung des BSV sogar mit einer Abordnung nach Heide fahren. So aber fiebern die Findorffer aus der Ferne mit – in der Hoffnung, dass „wir die Nacht zum Feiertag zum Tage machen können“.

Niko Klein hatte sich am Sonntag eine Doppelaufgabe verpasst: Er coachte das eigene Team gegen Melchiorshausen und war per Headset seines Handys live mit dem Spiel des Konkurrenten beim FC Union verbunden. „War schon komisch, immer Geräusche vom anderen Sportplatz im Ohr zu haben“, sagte Klein, der zwei Freunde als Außenposten am Jürgensdeich aufgestellt hatte. Und was er zunächst hörte, stimmte ihn keineswegs optimistisch: In der 22. Minute war Komet Arsten durch Sidarta Howard Barbosa Ferreira mit 1:0 in Führung gegangen. Zu diesem Zeitpunkt brachte das eigene frühe 1:0 dem VfL 07 also nichts. Er musste gegenüber den Südbremern zwei Punkte und acht Treffer in der Tordifferenz aufholen – das war nur realistisch, wenn Komet Arsten verliert.

„Bis zum Ausgleich der Unioner haben wir es richtig gut gemacht“, sagte TuS-Trainer Steffen Dieckermann. Er saß jetzt genauso enttäuscht vor den Umkleideräumen wie zuvor seine Schützlinge auf dem Spielfeld. „Im Moment überwiegt die Traurigkeit“, sagte er, „aber wir wollen eine an sich hervorragende Saison auch nicht kaputtreden.“ Lange hatte Komet Arsten sogar Platz zwei im Visier gehabt. Auf dem stand am Ende der FC Union, der schon vor acht Tagen neben Landesliga-­Meister SV Hemelingen den Bremen-Liga-­Aufstieg perfekt gemacht hatte.

Seit acht Wochen sprach zumindest im Kampf um Platz drei dann alles für den TuS – bis am Sonntag Mehmet Ali Eslikizi (32.), Robin Kalbhenn (38.) und Lucca Biermann (54.) mit ihren Treffern alle Arster Hoffnungen zerstörten. „Wir haben Union mit unseren Fehlern starkgemacht“, sagte Dieckermann, der seinen Schützlingen nach dem in der Tat vermeidbaren 1:1 eine ungewohnte Unsicherheit attestierte. Das war der eine Teil der Wahrheit. Der andere Teil sah so aus, dass auch die „Kometen“ nur mit Unterstützung der gegnerischen Abwehr zum 1:0 gekommen waren.

Schließlich galt aber auch festzuhalten, dass die Unioner trotz der Bedeutungslosigkeit dieses Spiels aus ihrer Sicht so auftraten, als ob es noch um etwas ginge. Damit überzeugten sie ihren Trainer Frank Dahlenberg, der während der 90 Minuten zufrieden war und genau diesen Einsatz auch gefordert hatte. „Wir wollen uns nicht nachsagen lassen, dass wir uns hängen gelassen haben.“

Sowohl der FC Union als auch der TuS Komet Arsten präsentierten sich am Sonntag sehr sportlich. Die Gastgeber ackerten, die Gäste waren ein fairer Verlierer. Einer, der jetzt trotzdem und wie der VfL 07 die Daumen für den Bremer SV drückt. „Es würde mich sehr freuen, wenn endlich mal wieder ein Bremer Team den Sprung in die Regionalliga schaffen würde“, sagte Steffen Dieckermann.

Zur Sache

TV Bremen-Walle 1875 steigt ab

Im Abstiegskampf der Fußball-Landesliga ist am letzten Spieltag auch die letzte Entscheidung gefallen. Neben dem abgeschlagenen Schlusslicht TSV Lesum-Burgdamm, das gegen OT Bremen nicht mehr antrat und zum zweiten Mal die Punkte kampflos abgab, muss der TV Bremen-Walle 1875 den Gang in die Bezirksliga antreten. Dem Tabellenvorletzten reichte auch der 2:1-Erfolg bei DJK Blumenthal nicht zum Klassenerhalt, weil der mitgefährdete SV Grohn mit 3:1 gegen den SV Lemwerder triumphierte. So blieb es beim Zwei-Punkte-Rückstand der 1875er auf die Nordbremer. An der Tabellenspitze hatte die SV Hemelingen schon seit Wochen als Meister festgestanden, der mit dem Zweiten, FC Union 60, in die Bremen-Liga aufsteigt. Vom Abschneiden des Bremer SV in der Regionalliga-Aufstiegsrunde hängt ab, ob der VfL 07 als Dritter noch aufsteigen kann.


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Leserkommentare
kretzschmar am 23.10.2019 15:04
So sieht das aus, 9 Millionen arbeiten im niedrig Lohn Bereich, (Mindestlohn) das sind die zukünftigen Renten Aufstocker. Was eigentlich eine ...
holger_sell am 23.10.2019 14:58
Dann schreiben Sie doch einfach mal nichts.
Jede Entscheidung gegen die Pläne des PM erhöht die Chance auf eine neue Volksabstimmung. Mit dem ...