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Tischtennis: German Open 2019
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Von Druckerpatronen und Kartoffelsalat

Frank Büter 08.10.2019 0 Kommentare

Männer der ersten Stunde: Ingo Tast (links) und Rolf Krukenberg sind seit zwei Jahrzehnten als freiwillige Helfer bei der German Open in Bremen im Einsatz.
Männer der ersten Stunde: Ingo Tast (links) und Rolf Krukenberg sind seit zwei Jahrzehnten als freiwillige Helfer bei der German Open in Bremen im Einsatz. (Frank Koch)

Kartoffelsalat. Sieben Tage lang Kartoffelsalat mit Bockwurst, sonst nix. Ingo Tast muss lachen, als er sich an seine Premierenveranstaltung zurückerinnert. Ingo Tast ist ein freiwilliger Helfer bei den German Open, ein sogenannter Volunteer. Tischtennis ist seine große Leidenschaft. Seit der Erstauflage der German Open in Bremen im Jahr 1999 ist er dabei. „Ich hatte einfach Lust, mich gemeinsam mit anderen Sportkameraden zu engagieren“, sagt Tast.

Seit zwei Jahrzehnten macht er das nun schon. Tast gehört – wie einige Mitstreiter auch – als Mann der ersten Stunde inzwischen quasi zum Inventar, wenn in Bremen eine Tischtennis-Großveranstaltung stattfindet. Dazu zählen auch die World-Tour-Turniere des Weltverbandes ITTF, die mit den German Open bereits zum achten Mal in der ÖVB-Arena Station machen. Der Kartoffelsalat auf der Speisekarte hat dabei längst Konkurrenz bekommen. Leckere Menüs gäbe es jetzt, mit Salaten und Nachtisch, erzählt Ingo Tast. Und ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Damals sind wir am dritten Tag zum Bahnhof rübergegangen und haben uns einen Döner geholt.“

Ingo Tast hat gute Laune an diesem Eröffnungstag der German Open. Der Betrieb läuft rund, er kann sich mal zurücklehnen. Der 53-Jährige ist Ur-Bremer, zehn Tage alt war er, als er aus seinem Geburtsort Rotenburg/Wümme in die Hansestadt kam. Tast ist in Osterholz aufgewachsen, hat bei OT, in Hammersbeck und Sebaldsbrück Tischtennis gespielt und ist jetzt seit rund zwölf Jahren in Borgfeld aktiv. Kontakte pflegen, das sei ihm wichtig, sagt er. Und der Zusammenhalt. Das gilt für das Vereinsleben, aber auch für seine Tätigkeit als Volunteer.

Ingo Tast ist als einer von drei Bereichsleitern für den Courtservice eingeteilt. Wie vor 20 Jahren schon. Damals wie heute war und ist auch Rolf Krukenberg dabei. Der inzwischen pensionierte Ingenieur aus Stuhr muss keinen Urlaub mehr nehmen, wenn derartige Events anstehen. Tast schon. Doch das ist es ihm wert. Der im Schichtdienst im Klinikum Bremen-Ost tätige Pfleger opfert diese Zeit gerne. Gemeinsam mit Krukenberg und Katrin Krüger, einer Meteorologin aus Göttingen, verantwortet er alles, was mit dem Auf- und späteren Abbau der Spielfelder zu tun hat.

Böden. Tische. Netze. Banden. Handtuchboxen. Wasserspender. Die Liste ist lang. Etwa 20 Freiwillige sind in diesem Bereich tätig. 1999, beim ersten Einsatz von Ingo Tast, wurde auch die Qualifikationsphase in der großen Arena ausgetragen, mit 20 Tischen und bis spät in die Nacht. Wenn an diesem Donnerstag der Umzug aus Halle 4 in die Hauptarena erfolgt, stehen dort maximal noch vier Platten. Alles ist professioneller geworden, sagt Ingo Tast. Doch wenn Flexibilität gefragt ist, dann sind sie da. Tast und Krukenberg mögen es, wenn sie auf unvorhergesehene Dinge reagieren müssen.

Zwölf Stunden und mehr sind die Volunteers täglich vor Ort. Für ihren ideellen Einsatz gibt es hier und da auch mal ein Dankeschön der prominenten Sportler. „Timo Boll“, sagt Tast, „hat immer ein nettes Wort für uns.“ Damals wie heute übrigens, denn Weltstar Boll war auch schon 1999 als aktiver Spieler dabei. Unverändert ist derweil auch das Abschlussritual. Am Veranstaltungsende nämlich trifft sich das Courtservice-Team zum Stuhlkreis im Lagerraum und leert eine Druckerpatrone, schildert Ingo Tast. Man könnte auch sagen: Sie treffen sich auf eine Flasche Bier – und bestimmt ohne Kartoffelsalat.


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Leserkommentare
Gissmo am 23.10.2019 09:36
Danke für die konstruktive Antwort, man kann sich scheinbar ja doch noch ohne Beleidigungen hier im Kommentarbereich austoben, so machts doch allen ...
RalfBlumenthal am 23.10.2019 09:28
Was macht ein Ortsamtsleiter, der seinen Willen nicht bekommt ?
Er macht nichtöffentlich, was öffentlich gehört !
So geht das nicht, Herr ...