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Was niedersächsische Vereine zu einer Oberliga-Fusion sagen

Tobias Dohr, Patrick Hilmes, Niklas Johannson und Mathias Sonnenberg 12.06.2019 0 Kommentare

(Frank Thomas Koch)

Das Thema elektrisiert nach wie vor die Fußball-Szene in Bremen und Umgebung: Was würde eine Zusammenlegung der Bremen-Liga und Oberliga Niedersachsen wirklich bringen? Der Bremer Fußball-Verband (BFV) hatte in der vergangenen Woche erstmals Gespräche angeboten (der WESER-KURIER berichtete) und die betreffenden Vereine animiert, aktiv auf den BFV zuzugehen.

Doch das ist bislang nicht geschehen, auch wenn der Bremer SV nach dem fünften Scheitern in den vergangenen sechs Jahren in der Regionalliga-Relegation Gesprächsbedarf für eine mögliche Oberliga-Fusion angekündigt hatte.

Gerd Lenk aus der Sportlichen Leitung hatte auch gesagt: „Aber es macht nur Sinn, wenn wir das Thema mit mehreren Vereinen angehen.“ Doch beim FC Oberneuland, der sich zumindest für erste Gespräche interessierte, hat die Auslosung zur ersten Runde im DFB-Pokal am Sonnabend das Thema Fusion zumindest kurzfristig verdrängt.

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Uwe Piehl, zweiter Vorsitzender des FC Oberneuland, hatte in der vergangenen Woche erklärt: „Es gibt durchaus sportliche Gründe, dass Bremer Vereine in der Oberliga Niedersachsen antreten. Aber ich bin skeptisch, ob das wirtschaftlich darstellbar ist.“ Einen Vorteil aber hätte eine Zusammenlegung sowohl für den BSV wie auch den FCO: Es gäbe attraktive Derbys gegen die Oberliga-Nachbarn aus Niedersachsen – das sind aktuell der FC Hagen/Uthlede, Atlas Delmenhorst und der TB Uphusen. „In Hagen vor mehreren Hundert Zuschauern zu spielen, das wäre schon eine schöne Sache“, sagt FCO-Trainer Kristian Arambasic.

Aber wie denken die Klubs im Bremer Umland eigentlich über eine Fusion mit der Bremen-Liga? Grundsätzlich heißt es: sinnvolle Idee, aber es gibt Zweifel, ob die Liga für einige Bremer Klubs nicht zu stark wäre. Bastian Fuhrken, Teammanager bei Atlas Delmenhorst, sagt: „Ich würde eine Fusion begrüßen. Man muss jedoch einen guten Plan haben, da einige Mannschaften nicht das Niveau haben, bei uns in der Oberliga beziehungsweise in der Landesliga zu bestehen. Oberneuland und der Bremer SV aber könnten in unserer Oberliga bestehen.“ Für die Vereine rund um Bremen wäre eine gemeinsame Liga mit Niedersachsen und Bremen von Vorteil und auch für Zuschauer wesentlich interessanter. „Ein Derby am Panzenberg“, findet Fuhrken, „hätte schon etwas.“

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Carsten Werde, Trainer beim FC Hagen/Uthlede, ist einer Zusammenlegung mit Bremer Vereinen auch nicht abgeneigt. „Rein sportlich hätten besonders der Bremer SV und der FC Oberneuland natürlich definitiv eine Berechtigung für die Oberliga“, sagt er und fügt an: „Insgesamt würde das die Liga sicher auch attraktiver machen, besonders für uns als Verein aus der näheren Umgebung Bremens.“ Das sei schon charmant, schließlich hätte man kürzere Fahrten und Spiele gegen starke Gegner. „Und diese Spiele hätten schon einen anderen Charakter für uns.“ Das sieht auch Mike Gabel so, Sportlicher Leiter beim TB Uphusen. „Für zwei Mannschaften, Bremer SV und Oberneuland, wäre eine Fusion sinnvoll. Sie würden die Oberliga auch bereichern und wir hätten vier Derbys und kurze Fahrten.“

Doch es gibt auch Zweifel, ob eine Fusion für alle Beteiligten ein Gewinn wäre. Hagens Trainer Werde etwa glaubt, dass den Oberliga-Vereinen rund um Bremen ein Alleinstellungsmerkmal abhandenkommen würde. „Eine gemeinsame Liga wäre für uns natürlich ein Nachteil, weil wir gegenüber potenziellen Neuzugängen aus dem Bremer Raum nicht mehr argumentieren könnten, dass die Oberliga Niedersachsen eine attraktivere Liga ist als die Bremen-Liga.“ Die jetzt noch wechselwilligen Spieler könnten dann in Bremen bleiben und dort Oberliga spielen.

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Über die Umsetzung hat man sich auch in Uphusen bereits Gedanken gemacht. „20 Mannschaften in einer gemeinsamen Oberliga wären zu viel“, sagt Gabel. „Man darf die niedersächsischen Vereine nicht bestrafen, indem man plötzlich sieben Absteiger aus der Oberliga hat.“ Jetzt gebe es ja eine 18er-Oberliga, die über zwei Jahre wieder auf 16 Mannschaften reduziert werde. „In diesen zwei Jahren könnte man es gut planen, die beiden Bremer Mannschaften in der Oberliga zu integrieren, um dann in einer 18er-Staffel zu spielen“, fügt er an. Die restlichen Bremer Mannschaften würden dann einen Aufsteiger ausspielen.

Wann eine Oberliga komme? Da winkt das niedersächsische Trio ab. „Ich kann mir die Umsetzung Stand heute sehr schwer vorstellen“, sagt Atlas-Manager Fuhrken. Mögliche Bremer Bedenken kann Carsten Werde jedenfalls nachvollziehen. „Man muss sich natürlich aus Bremer Sicht fragen, was das für die Bremen-Liga bedeutet, wenn die besten drei Teams dann irgendwann dauerhaft in der Oberliga Niedersachsen spielen. Das wertet die Bremen-Liga natürlich nicht gerade auf.“

Zur Sache

Neuer Co-Trainer für den Bremer SV

Der Bremer SV bekommt zur neuen Saison einen neuen Co-Trainer. Wie der Bremer Meister in einer offiziellen Erklärung mitteilte, muss Necati Uluisik, der bisherige Assistent von Ralf Voigt, aus beruflichen Gründen seine Zeit beim Fußball reduzieren. „Während seiner Tätigkeit beim Bremer SV hat Necati Uluisik große Einsatzbereitschaft gezeigt und dem Verein auch in schwierigen Phasen weiter geholfen“, erklärte BSV-Vorstand Fred Heise.

Der Nachfolger steht bereits fest, in der nächsten Saison wird es einen alten Bekannten als Co-Trainer auf die Bank ziehen. Turan Büyükata, der in der vergangenen Saison bereits als Videoanalyst für den Bremer SV tätig war, kommt vom KSV Vatan Sport an den Panzenberg. „Ich freue mich auf Turan“, erklärte BSV-Coach Voigt. Trainingsstart beim Bremen-Ligisten ist am 27. Juni.


Sporttabellen & Ergebnisse
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Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

Lokalsport im Überblick

Sport in Bremen: Meldungen aus Bremen und den Stadtteilen

 

Die Norddeutsche: Sport aus Bremen-Nord, Schwanewede, Elsfleth, Berne und Lemwerder

 

Osterholzer Kreisblatt/Wümme-Zeitung: Sport aus Hagen, Hambergen, OHZ, Ritterhude, Gnarrenburg, Worpswede, Tarmstedt, Lilienthal, Grasberg

 

Achimer Kurier/Verdener Nachrichten: Sport aus Achim, Verden, Ottersberg, Oyten, Sottrum, Rotenburg, Langwedel, Thedinghausen, Kirchlinteln, Dörverden

 

Regionale Rundschau/Syker Kurier: Sport aus Stuhr, Weyhe, Syke, Bassum, Bruchhausen-Vilsen

 

Delmenhorster Kurier: Sport aus Delmenhorst, Hude, Ganderkesee, Dötlingen, Harpstedt, Wildeshausen

Sport aus der Region
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Leserkommentare
holger_sell am 20.10.2019 15:36
Kultur ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und gerade auch in Bremen ein Magnet für den Tourismus.
Außerdem ist Kulturbewusstsein ein großer ...
holger_sell am 20.10.2019 15:30
Jede Politik hat ihre Klientel.
Wollen Sie im Ernst behaupten, dass Menschen, die sich für Kultur interessieren, keine normalen Leute sind ?