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Judo-Wettkampf
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Zukunft der Bremen Open ist ungewiss

Maren Brandstätter 15.05.2019 0 Kommentare

(Mikhail Metzel/TASS PUBLICATION)

Die Japaner haben schon abgesagt. Sven Antonik hat ihnen sicherheitshalber Bescheid gegeben, dass die Bremen Open 2019 im Dezember auf der Kippe stehen. Seit mittlerweile 17 Jahren veranstaltet die Judo-Abteilung des TV Eiche Horn den internationalen Wettkampf in der Uni-Sporthalle. Rund 1000 Judoka nehmen laut Cheftrainer Antonik daran teil, angefeuert von bis zu 800 Zuschauern. Doch genau die haben wie berichtet derzeit keinen Zutritt mehr in die Sporthalle der Universität, weil die Lüftungsanlage defekt ist.

Aktuell läuft daher eine fieberhafte Suche nach einer Alternative. Das sei ein äußerst schwieriges Unterfangen, so Antonik, denn im Grunde reichten selbst die fünf Hallen der Uni nur knapp aus, um das Sportereignis – das laut Antonik zu den drei wichtigsten in Deutschland zählt – auszurichten. „Im Moment führen wir Gespräche mit der Jacobs Universität“, berichtete er jetzt im Horn-Leher Fachausschuss für Soziales, Kultur und Sport. „Diese Lösung wäre aber mit enormen Umbauarbeiten verbunden.“

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Auch über die Hallen an der Delfter Straße in Huchting sei nachgedacht worden. Die seien aber alles andere als ideal, da sie getrennt voneinander liegen, was wiederum erhebliche Einschränkungen bedeuten würde. Und dann sei da noch die Halle 7, die zwar von der Größe her passen würde – aber nicht vom Budget. „Die Halle kostet 38 000 Euro Miete“, sagte Antonik. „Und die haben wir nicht.“ Das Startgeld für die Teilnehmer betrage 15 Euro, Sponsoren gebe es keine, rechnete er vor. Für die vier übrigen Großveranstaltungen des Judoverbands mit jeweils rund 300 Teilnehmern und eben so vielen Zuschauern werde man wohl oder übel in die Räumlichkeiten des TV Eiche Horn ausweichen – „in abgespeckter Form“.

Die Bremen Open indes seien ohne die Unihallen langfristig nicht mehr machbar, betonte er. „Wenn wir im nächsten Jahr aus dem Terminplan rausfallen, reiben sich andere Städte die Hände“, prognostizierte er. Und das könne bedeuten, dass das Judo-Event für Bremen verloren gehe. Die aktuelle Hängepartie bedeute nicht nur eine Enttäuschung für die japanischen Sportler, sagte der Cheftrainer. „Auch die Schweizer sind sauer.“ Denn die Japaner hätten im Zuge der Bremen Open eigentlich auch noch an einer Judo-Großveranstaltung in der Schweiz teilnehmen wollen, die sie nun ebenfalls abgesagt hätten. 

Angesichts dieses Dilemmas richteten sich die Blicke der Ausschussmitglieder auf Christian Zeyfang. Die zentrale Frage an den Sportamt-Leiter war: Wer hat in dieser Angelegenheit den Hut auf und ist für das nötige Krisenmanagement verantwortlich? Zeyfang erklärte, dass sich zu der Thematik diverse Akteure an einen Tisch setzen müssten. Der Wissenschaftsausschuss und die Sportdeputation hätten sich bereits mit der Angelegenheit befasst, und Sportsenatorin Anja Stahmann wolle zudem das Wissenschaftsressort und die Universität dazu anhalten, sich ihrerseits Gedanken zu möglichen Lösungen zu machen. „Dass sich alle Blicke nur aufs Sportamt richten, ist unfair“, betonte er. 

Landessportbund ist alarmiert 

Ebenso wie der Ausschuss fand Karoline Müller diese Auskunft nicht sonderlich befriedigend. „Es ist eine Katastrophe, was hier passiert“, betonte die Geschäftsführerin des Landessportbunds Bremen. Es müsse dringend ein Ansprechpartner benannt werden, an den sich die Vereine wenden könnten. „Wir brauchen jetzt sofort Lösungsansätze für die Organisatoren der Großveranstaltungen“, betonte sie. Andernfalls wäre der Imageschaden für Bremen immens.

Nach Ansicht von Catharina Hanke (SPD) ist es jetzt dringend angezeigt, die Zuständigkeit für die Uni-Sporthallen neu zu verhandeln. Dirk Porthun (CDU) regte außerdem an, zügig die konkreten Kosten für die Instandsetzung der Lüftungsanlage zu ermitteln. Um fürs Erste die Bremen Open 2019 zu retten, konzentrierte sich die Diskussion schließlich vor allem auf die Halle 7. Wenngleich die keinen Schwingboden habe, sei sie von allen Alternativen am besten geeignet, erklärte Antonik.

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Wären da nicht die Kosten. Zeyfang bestätigte, dass die Halle 7 auch aus Sicht des Sportamtes als äußerst geeignet erachtet werde. Man habe diesbezüglich daher Kontakt mit der Bremer Wirtschaftsförderung (WFB) aufgenommen und um Unterstützung gebeten. Ulf-Brün Drechsel (FDP) betonte, dass man im Gespräch mit der WFB unbedingt darstellen müsse, wie viel Geld der Stadt verloren gehen würde, wenn die Bremen Open hier nicht mehr ausgetragen werden könnten. Die Mietkosten für die Halle 7 müssten demnach in Relation zu den 500 bis 600 Hotel-Übernachtungen, der Bedeutung für die Gastronomie und nicht zuletzt zum Imagegewinn gesetzt werden, betonte er.

Abschließend bekräftigte der Ausschuss einmal mehr seine Forderung, unverzüglich einen Runden Tisch mit allen betroffenen Ressorts und Akteuren – den Beirat inbegriffen – zu initiieren. Mit der Bedeutung der Uni-Sporthallen für den Schulsport befasst sich der Bildungsausschuss des Beirats am Mittwoch, 22. Mai, um 17 Uhr im Ortsamt Horn-Lehe.


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Leserkommentare
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