Galoppsport

Bremer Rennverein will Renntage ausrichten

Der Bremer Rennverein könnte im nächsten Jahr wieder Renntage ausrichten. Zwei Termine für Galoppveranstaltungen hat der Verein bereits vormerken lassen – und zwar auf der Bahn in Rastede.
19.10.2018, 20:15
Lesedauer: 3 Min
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Bremer Rennverein will Renntage ausrichten
Von Frank Büter
Bremer Rennverein will Renntage ausrichten

Spannende Rennen, große Kulisse, neue Bahn: Der Bremer Rennverein denkt über einen Umzug nach Rastede nach.

Frank Koch

Die rund 110 Mitglieder des Bremer Rennvereins erhalten in den nächsten Tagen Post. Darin ist eine Einladung des Vorstands zu einer Mitgliederversammlung, terminiert für Freitag, den 9. November. An diesem Abend soll es unter anderem um die Zukunft und die Ausrichtung des Traditionsklubs gehen. Was die Mitglieder womöglich noch nicht wissen: Bereits in naher Zukunft, nämlich schon im nächsten Jahr, könnte der Bremer Rennverein wieder als Ausrichter eines Galopprenntages fungieren.

„Uns liegen Anmeldungen seitens des Bremer Rennvereins für zwei Veranstaltungen im nächsten Jahr vor“, bestätigt Rüdiger Schmanns auf Anfrage des WESER-KURIER. Schmanns arbeitet in der Abteilung Renntechnik beim Direktorium für Vollblutzucht und Rennen in Köln. Das Direktorium ist die oberste Verwaltungsstelle für Galopprennen in Deutschland, dort wird auch der bundesweite Veranstaltungskalender erstellt und gepflegt. Wenn es um renntechnische Angelegenheiten geht, ist Schmanns erster Ansprechpartner. Er weiß ganz genau, welcher Verein wo und wann einen Renntag plant.

Nur vorsorglich geblockt

Der Bremer Rennverein, teilt Schmanns nun weiter mit, habe für die Wochenenden 15./16. Juni sowie 21./22. September nächsten Jahres zwei Termine vormerken lassen. Als Austragungsort ist dabei indes nicht – wie bis zum Auslaufen des seitens der Stadt vorzeitig aufgekündigten Pachtvertrages Ende 2017 jahrzehntelang üblich gewesen – die Galoppanlage in der Bremer Vahr vorgesehen, sondern die Rennbahn in der nördlich von Oldenburg gelegenen Gemeinde Rastede. Die Rennbahn, auf der bisher der Oldenburger Landesrennverein einmal jährlich einen Renntag mit Galopp- und Trabrennen ausgerichtet hat.

„Wir sind aus Rastede angesprochen worden, ob wir uns das vorstellen könnten“, sagt Frank Lenk, Vorstandsmitglied und Sprecher des Bremer Rennvereins, diesbezügliche Planspiele. Man sei aber noch in Gesprächen und habe die Termine für das kommende Jahr deshalb nur vorsorglich geblockt, so Lenk weiter. Eine Stellungnahme zu Beweggründen und Hintergründen möchte der Vereinssprecher im Moment nicht abgeben, das sei zu früh.

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Vielmehr ginge es dem Vorstand mit Präsidentin Tonya Rogge an der Spitze jetzt darum, die Mitglieder zu informieren und zu befragen, das sei wichtig. Eines aber macht Frank Lenk hinsichtlich der möglichen Entwicklung dann doch noch deutlich: „Diese Entwicklung hat nichts mit dem Standort Bremen zu tun. Wir stehen weiterhin fest an der Seite der Bürgerinitiative, die für den Erhalt der Galopprennbahn in der Vahr kämpft. Und wir werden weiter daran mitwirken, in Bremen Galopprennsport zu gestalten.“

Ob der Galoppsport in der Vahr allerdings eine Zukunft haben wird, ist mehr als ungewiss. Die Stadt Bremen möchte auf dem Areal bekanntlich Wohnungen bauen lassen. Und so zieht es den Bremer Rennverein nun also womöglich nach Rastede. In eine Region, in der der Pferdesport allgemein eine große Bedeutung und zudem auf dem idyllisch am Schlossplatz in Rastede gelegenen Turnierplatz seit vielen Jahren eine feste Heimat hat.

Eine etwas pikante Note

Verwalter dieser Anlage ist die Residenzort Rastede GmbH, eine einhundertprozentige Tochter der Gemeinde Rastede. „Es wird eine Zusammenarbeit mit dem Bremer Rennverein geben“, sagt Robert Lohkamp, der Geschäftsführer der Residenzort GmbH. Über Details, wie diese Zusammenarbeit inhaltlich aussehen wird, will Lohkamp nicht reden – noch nicht. Er möchte erst anberaumte Mitgliederversammlungen abwarten und dann mit Informationen an die Öffentlichkeit gehen. Das könnte Mitte November der Fall sein, kündigt Lohkamp an.

Die Angelegenheit klingt spannend, hat offenbar aber auch noch eine etwas pikante Note. Und die betrifft den bisherigen Ausrichter, den Oldenburger Landesrennverein. „Unser nächster Renntag im Schlosspark zu Rastede findet am Sonntag, 16. Juni 2019 statt“, heißt es auf der Internetseite des Vereins. Also an dem Termin, den nun der Bremer Rennverein für sich geblockt hat. Man habe bisher keinen Kontakt mit dem Bremer Rennverein gehabt, sagt Vorstandsmitglied Karin Kunze im Gespräch mit dem WESER-KURIER. Man wisse zwar von Verhandlungen, wolle aber im Moment keine Stellung beziehen. Vielleicht geschieht dies in Kürze. Denn auch der Oldenburger Landesrennverein hat für Anfang November zu einer Mitgliederversammlung eingeladen. Und auch dort dürfte die Frage nach der Zukunft im Mittelpunkt stehen.

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