Rhythmische Sportgymnastik Bremer Turnerinnen glänzen bei Titelkämpfen

Der Bremer Bundesstützpunkt glänzt mit Medaillen und einer perfekten Ausrichtung der deutschen Meisterschaft in der Rhythmischen Sportgymnastik. Und dass, obwohl die DM nur sehr kurzfristig auf die Beine gestellt wurde.
10.05.2016, 00:00
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Bremer Turnerinnen glänzen bei Titelkämpfen
Von Ruth Gerbracht

Der Bremer Bundesstützpunkt glänzt mit Medaillen und einer perfekten Ausrichtung der deutschen Meisterschaft in der Rhythmischen Sportgymnastik. Und dass, obwohl die DM nur sehr kurzfristig auf die Beine gestellt wurde.

Besser kann man sich nicht empfehlen. Nur wenige Tage nach der Ausrichtung des Deutschland-Cups demonstrierten der Bremer Turnverband und seine vielen Helfer, wie professionell sie kurzfristig eine deutsche Meisterschaft in der Rhythmischen Sportgymnastik im Bundesstützpunkt auf die Beine stellen können. Die Gymnastinnen zeigten sich genauso begeistert wie die Zuschauer, die dafür sorgten, dass an drei Tagen die Halle voll besetzt war. „Beim Deutschland-Cup war zwar noch mehr los, aber die Stimmung bei der Deutschen war ebenfalls super“, betont Larissa Drygala, leitende Trainerin am Bremer Leistungszentrum.

Höhepunkt des dreitägigen Spektakels im Bundesstützpunkt waren sicherlich die Wettkämpfe in der Meisterklasse. Hier gab es den erwarteten spannenden Zweikampf zwischen Jana Berezko-Marggrander und Laura Jung. Letztere begeisterte im Mehrkampf Publikum und Wertungsrichter gleichermaßen. „Laura hat einen großartigen Wettkampf geturnt“, erklärte Larissa Drygala. Vor allem sei es ihr gelungen, auch tänzerisch mit ihren Übungen zu überzeugen. Der Lohn: Sie gewann den Mehrkampftitel für Jana Beretzko. In den Einzelfinals schließlich revanchierte sich Jana Beretzko und gewann gleich dreimal Gold. Lediglich in der Keulen-Übung musste sie dann der Mehrkampf-Siegerin die Goldmedaille überlassen.

Bremen als Glücksfall

Für den deutschen Turnerbund war Bremen ein absoluter Glücksfall. Die Bereitschaft, kurzfristig einzuspringen, bewahrte den nationalen Verband vor einer ziemlichen Blamage. Kein anderer Landesverband war bereit − unter anderem auch aufgrund zu hoher Kosten − die Titelkämpfe in diesem Jahr auszurichten. Möglicherweise denken die Verantwortlichen in der Frankfurter Zentrale nach dieser kurzfristigen Rettung mal darüber nach, was auf ihrer Seite falsch läuft und wie sie die Verbände stärken können, um auch in der Zukunft genügend Ausrichter für Meisterschaften zu finden.

Für die Bremer Aktiven sind die dreitägigen Titelkämpfe so gut gelaufen, wie bereits im Vorfeld vermutet. Anastasia Onyshchuk von Bremen 1860 holte sich die meisten Medaillen. Sie gewann Silber im Mehrkampf sowie Gold mit dem Ball, Silber mit den Keulen und dem Seil sowie Bronze mit dem Reifen. Es hätte in der Altersklasse (AK) 13 so gar noch besser für sie laufen können, doch die Gymnastin von Bremen 1860 konnte vor den Meisterschaften an keinen vorbereitenden Turnieren teilnehmen. „Von daher sind wir sehr zufrieden. Denn ohne Wettkampfvorbereitung anzutreten, ist ein hohes Risiko“, betont Larissa Drygala. Doch Anastasia Onyshchuk zeigte sich in Bremen topfit und begeisterte die Zuschauer vor allem mit ihrer schönen Ballübung.

Gute Leistungen der Bremerinnen

In der AK 14 erturnte sich Annika Tietjen vom Blumenthaler TV Platz acht im Mehrkampf, was ihr unter anderem auch ein Lob der Landestrainerin einbrachte. „Annika hat äußerst eindrucksvoll geturnt und mit einer solch hinreißenden Begeisterung, das war schon toll“, meinte Larissa Drygala. Immerhin erreichte die Bremer Gymnastin aufgrund ihrer guten Vorstellung gleich zwei Einzelfinals. Annika Tietjen wurde Fünfte mit dem Seil und Sechste mit dem Ball.

Auch wenn an die Spitze in der Meisterklasse kein Rankommen war, so schlug sich Antje Ipgefer von Bremen 1860 hier sehr achtbar. Trotz der starken Konkurrenz erreichte sie Platz neun im Mehrkampf und qualifizierte sich für zwei Finals. Mit dem Band wurde sie Sechste, mit dem Reifen Achte. Insgesamt konnten sich die Leistungen der Bremer Turnerinnen sehen lassen, für die meisten war es eine gelungene Bestandsaufnahme.

Zukunft des Bundesstützpunktes ungewiss

Doch wie geht’s jetzt weiter mit dem Bremer Bundesstützpunkt, der mit der Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften erneut seine nationale Bedeutung erfolgreich unterstrichen hat? „Ich denke nicht, dass wir uns Sorgen machen müssen“, erklärt Matthias Wiatrek, Leiter der Sportstätte an der Universität. Was bei den sogenannten „Meilensteingesprächen“ zwischen dem Deutschen Turnerbund und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) heraus gekommen ist, weiß auch er nicht. „Die DOSB-Grundausrichtung heißt zwar verschlanken, aber da ist die Rhythmische Sportgymnastik bestens aufgestellt.“

Das heißt: Die Stützpunkte Halle und Wattenscheid gibt es nicht mehr, Berlin hat einen Antrag auf Neugründung gestellt. „Am Ende gibt es auf jeden Fall einen Stützpunkt weniger. Somit sind die Vorgaben erfüllt“, erklärt Wiatrek. Dementsprechend gelassen sieht er der weiteren Zukunft des Bremer Bundesstützpunktes entgegen.

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