Brinkum mit Remis

Brinkmann-Elf beißt sich die Zähne aus

Nicht alles lief nach Plan, als der Brinkumer SV in der Fußball-Bremen-Liga den SV Werder Bremen III empfing. Zwei blitzsaubere Konter langten den Jungs vom Brunnenweg, um einen Zähler einzufahren.
08.10.2017, 19:58
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Von Stephan Stegmann
Brinkmann-Elf beißt sich die Zähne aus

Schoss die Hausherren im Spiel gegen Werders Dritte in Front: Tempodribbler Malik Gueye (links) vom Brinkumer SV.

Jonas Kako

Brinkum. So recht sollte keiner der Brinkumer Verantwortlichen aus dem 2:2 (2:1)-Remis gegen die Drittvertretung des SV Werder Bremen schlau werden. „Es war klar, dass wir es mit schnellen Konterspielzügen gegen einen spielstarken und dynamischen Gegner versuchen werden. Und zwei blitzsaubere Kontertore sind uns ja auch gelungen“, bilanzierte Walter Brinkmann als Coach des Bremen-Ligisten Brinkumer SV. Die andere Seite der Medaille ist, dass seine Elf gegen die wendigen und quirligen Werderaner abermals einige Defizite offenbarte, die sich einerseits in offensivem Stückwerk ausdrückten und den Jungs vom Brunnenweg obendrein auch zwei Gegentreffer bescherten. „Gerade beim zweiten fehlte der Abwehr die Geschwindigkeit, um das Gegentor zu verhindern“, beobachtete der BSV-Coach. Alles in allem sei es darum eine „leistungsgerechte Punkteteilung“ gewesen, die tabellarisch dazu führte, dass der vom vormaligen BSV-Trainer Kristian Arambasic gecoachte, nun punktgleiche FC Oberneuland den drittplatzierten Brinkumern auf die Pelle rückt.

Dabei rollte die Brinkumer Offensivmaschine vielversprechend los, als Maximilian Wirth in der zweiten Minute allein vor Werders Keeper Tariq Olatunji auftauchte, die scharfe Hereingabe vom rechten Flügel jedoch um Haaresbreite verpasste. Postwendend machten die in der Folge sehr druckvoll agierenden Gäste deutlich, dass mit ihnen nicht zu spaßen ist. Shinji Yamada ließ auf der rechten Brinkumer Abwehrseite Wirth aussteigen und servierte auf den agilen Taegyeong Lee. Der fackelte nicht lange und versenkte das Leder gedankenschnell im Zusammenspiel mit dem Innenpfosten zum 1:0 für die Hansestädter (5.).

Ohne Zeit zu verlieren preschten die Hausherren vom Anstoß weg über die linke Seite voran, das Zuspiel in die Schnittstelle fand BSV-Goalgetter Saimir Dikollari, der aus 16 Metern abzog. Kurz darauf zappelte sein abgefälschter Schuss im Netz der Gäste – 1:1 (6.). Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Die Brinkumer ließen die kombinationssicheren Gäste, allen voran Lee, anrennen, warteten ab und verlegten sich aufs Kontern. Eine gefährliche Strategie, zunächst allerdings mit Erfolg: Blitzschnell setzte die BSV-Hintermannschaft nach eigenem Ballgewinn Malik Gueye mit einem Steilpass in Szene. Der ließ sich nicht lumpen und vollstreckte mit einem trockenen Flachschuss ins lange Eck zum 2:1 (14.).

Obwohl die Gastgeber führten, bekamen sie die technisch beschlagenen Gegenspieler nicht in den Griff. So auch, als Jakob Raub sich mit Tempo über die rechte Angriffsseite bis zur Grundlinie durchtankte und auf Lee ablegte, dessen gechippter Abschluss über den Brinkumer Querbalken flog (20.). Für die Hausherren kam vermehrt der laufstarke Wirth zum Abschluss, dessen Schüsse aus der Distanz jedoch am Kasten vorbeirauschten (26./31.). Brinkums offensive Durchschlagskraft blieb weitestgehend auf der Strecke, auch weil die Bremer vielbeinig verteidigten. „Irgendeine Fußspitze bekamen die Werderaner immer dazwischen. Das war auch ein Grund dafür, dass unsere finalen Pässe zu selten ankamen“, befand BSV-Trainer Walter Brinkmann zur bis dato folgenlosen Ladehemmung seiner Elf.

Aus der Pause kamen die Gäste deutlich energischer. Eiskalt erwischte der stark aufspielende Lee die Brinkumer Hintermannschaft bei seinem Solo über die rechte Seite, bei dem er zwei Gegenspieler narrte und scharf in die Zentrale servierte. Dort stand Werder-Kapitän Darko-Ivan Krajina goldrichtig und schoss zum 2:2-Ausgleich ein (53.). Kurz darauf drohte das Spiel erneut zu kippen, als Lee seinen 18-Meter-Knaller über die Latte jagte, bevor Yamada mit einem Kopfball aus kurzer Distanz scheiterte (57./59.). Nach gut getimtem Pass von Gueye kam auf der anderen Seite Marcel Dörgeloh zum Abschluss, zielte mit seinem Schuss aber nicht präzise genug (62.). Weil es einfach nicht sein Tag war, flog kurze Zeit später überdies Dörgelohs direkter Freistoß aus gut 16 Metern am linken Torwinkel vorbei (65.). Auch Marcel Brendel, der in Durchgang zwei als Brinkums Zehner agierte, konnte der Partie keine Wendung mehr geben und scheiterte bei seinem Schussversuch aus 18 Metern, weil ihm die Kugel über den Schlappen rutschte (85.).

Den unschönen Schlusspunkt einer größtenteils taktisch geprägten Partie setzte Werders Kapitän und Torschütze Krajina, indem er im Infight mit BSV-Spielführer Jannik Bender unter der Gürtellinie austeilte und sich noch in der Nachspielzeit eine glatte Rote Karte abholte.

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