Fußball

Brinkumer SV feiert ersten Saisonsieg

Die Elf vom Brunnenweg muss bis zum Schluss zittern, dann aber steht der 4:3-Sieg gegen die SG Aumund-Vegesack fest.
16.08.2019, 21:56
Lesedauer: 3 Min
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Von Thorin Mentrup
Brinkumer SV feiert ersten Saisonsieg

Der Brinkumer SV hatte allen Grund zum Jubeln: Er feierte gegen die SG Aumund-Vegesack den ersten Saisonsieg.

Michael Braunschädel

Brinkum. Es brauchte nur ein Wort, um der gesamten Erleichterung Ausdruck zu verleihen: „Endlich!“, jubelte Kevin Artmann, spielender Co-Trainer des Brinkumer SV, nach dem 4:3 (2:1)-Erfolg des Fußball-Bremen-Ligisten über die SG Aumund-Vegesack, während er auf den Platz lief, um seine Mitspieler zu herzen. Endlich – dieser Ausruf zeigte auch, wie sehr Artmann, Chefcoach Mike Gabel und das gesamte Team diesen Moment herbeigesehnt hatten. All die Aufbruchsstimmung, die das Trainerduo in den vergangenen Wochen erzeugt hatte, wäre womöglich auf eine harte Probe gestellt worden, wenn es nach den erwartbaren Niederlagen gegen den Bremer SV und den FC Oberneuland nun auch gegen die SAV nicht geklappt hätte mit etwas Zählbarem.

Punkte, das weiß das Duo ganz genau, sind im Fußball durch nichts zu ersetzen. Deshalb sprach Gabel nach der Begegnung auch von einer „Wahnsinns-Erleichterung“. In erster Linie freute er sich darüber, „dass die Jungs sich belohnt haben“ – endlich natürlich. Noch in seiner ersten Ansprache im Kreis lobte er seine Elf für den leidenschaftlichen Einsatz. Kampfmaschinen nannte Gabel seine Spieler und untermauerte diese Aussage noch einmal: „Natürlich hinterlässt es Spuren, wenn man zweimal verliert, aber wir haben diese Last herausgelaufen und herausgekämpft.“

Das war auch nötig, denn auch beim ersten Punktspielsieg gab es schwierige Phasen wie die in der Mitte des ersten Durchgangs, als die Brinkumer die Kontrolle über die Partie verloren und etliche Standards in Strafraumnähe zuließen. Oder wie die zu Beginn der zweiten Hälfte, als die Gastgeber den schnellen Ausgleichstreffer zum 2:2 verdauen mussten. Diese „Tiefschlafphase“, wie Gabel die unaufmerksamen Momente direkt nach Wiederanpfiff nannte, schüttelte der BSV jedoch schnell ab. „Wir haben uns davon überhaupt nicht beeindrucken lassen. Es war stark, wir wir als Mannschaft zurückgekommen sind“, lobte der Coach die Reaktion seiner Elf, die gegen die gewohnt unangenehm zu bespielenden Gäste nicht aufsteckte. „Wir waren selbst unangenehm für Vegesack“, registrierte Gabel zufrieden. Denn genau diese Unbeugsamkeit und diese Leidenschaft sind die Tugenden, die es für den Brinkumer Weg unter dem neuen Trainerduo braucht. Auch SAV-Coach Björn Krämer musste anerkennen, „dass die Brinkumer um jeden Ball gefightet und sich immer wieder gepusht haben“.

Die Einstellung der Gastgeber war der Schlüssel zum Sieg. Während Krämer monierte, dass seiner Elf die letzte Konsequenz gefehlt habe, zeigte Brinkum genau diese. „Wir hatten vielleicht nicht übermäßig viele Chancen, aber wir haben sie wirklich gut herausgespielt und dann auch genutzt“, meinte Gabel. Die Gastgeber waren sehr effektiv. Linksverteidiger Julius Rahmig war gleich zweimal zur Stelle, traf überlegt zum 1:0 (23.) und dann wuchtig zum 4:2 (73.). Nachdem Bashki Toski ausgeglichen hatte (27.), sorgte Diyar Kücük für die etwas schmeichelhafte Pausenführung (44.). Der Sturmtank trat allerdings nicht nur als Torschütze, sondern auch als zweifacher Vorbereiter in Erscheinung und war damit einer der Matchwinner.

Der SAV half auch der schnelle Ausgleich Alexander Schlobohms nicht (46.), weil Brinkum durch Hamudi Taha (60.) die richtige Antwort gab. Rahmigs zweiter Streich war zwar noch nicht die Entscheidung, weil erneut Schlobohm traf (81.), doch der BSV erkämpfte sich den Sieg. Es war einfacher, aber effektiver Fußball, mit dem der Gastgeber zu seinen Toren kam. Viele lange Bälle verarbeiteten Kücük oder auch Dennis Krefta stark und ermöglichten ihren Mitspieler damit die Chance, in die Tiefe zu starten. Tahas 3:2 war ein Musterbeispiel dafür: Langer Abschlag von Keeper Kevin Kuhfeld, Kopfballverlängerung Krefta, Weiterleitung Kücük – und schon hatte der Torschütze freie Bahn. Fußball muss nicht kompliziert sein. „Die Mannschaft hat das umgesetzt, was wir uns in der zweiten Halbzeit vorgenommen hatten. Die Jungs hören zu und geben alles. Dass es dann auch mit einem Sieg belohnt wird, ist natürlich umso schöner für uns“, freute sich Gabel.

Dann erteilte er den Feierbefehl. „Es ist Freitagabend, da können die Jungs auch mal Gas geben“, sagte er und lachte. Noch wichtiger aber war für ihn: „Dieses Gefühl nehmen wir mit in die neue Woche.“ Beflügelt geht es für die Elf vom Brunnenweg am Mittwoch also zum Pokalspiel beim TSV Hasenbüren.

Ein ausführlicher Bericht folgt.

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