A-Jugend-Korbball Brinkums Meister

Kürzlich haben die A-Jugend-Korbballerinnen des FTSV Jahn Brinkum die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Der Titel kommt nicht von ungefähr, ist dieser doch der Lohn des professionellen Trainings.
28.05.2018, 10:23
Lesedauer: 3 Min
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Von Tobias Denne

Brinkum. Im Moment lassen sie es im Training etwas ruhiger angehen. Kein Wunder, schließlich haben sie erst vor Kurzem die Deutsche Meisterschaft im Korbball gewonnen. Die A-Juniorinnen des FTSV Jahn Brinkum marschierten in der Altersklasse 16 bis 19 ungeschlagen in Oerlinghausen ins Finale und setzten sich dort gegen den Gastgeber und Titelfavoriten TuS Helpup mit 8:5 durch. Der jüngste Titel ist kein Zufall und kommt nicht von ungefähr. „Das Ziel war zwar die Deutsche Meisterschaft, aber ich hätte nicht gedacht, dass das so schnell klappt“, sagt Thorsten Böger, der das Team bereits seit fünf Jahren trainiert. Dabei absolvieren die Brinkumerinnen ihr erstes Jahr in der A-Jugend. Generell spielt der FTSV immer in zwei Staffeln, was konkret heißt: Ein Team spielt sowohl in der A- als auch in der B-Jugend. Mehr Partien, was gleichzeitig auch mehr Praxis bedeutet. „Die brauchen sie unbedingt. Das Gute ist, dass sie heiß aufs Spielen sind“, freut sich Böger über die Motivation seiner Schützlinge. Für ihn war daher seine Mannschaft auch die fitteste des Turniers, sodass die Brinkumerinnen einen entscheidenden Vorteil gegenüber den anderen Teams hatten.

Generell zieht sich ein Thema durch die Auftritte und das Training in der Halle der KGS Brinkum: Professionalität. Der Trainer lebt das vor, zum Beispiel wenn er Spielzüge erklärt. Böger ist mittendrin. Ob bei einer Besprechung umringt von seinem Team oder beim Spiel fünf gegen fünf. Er selbst kommt ebenfalls aus dem professionellen Sport. Zwar nicht vom Korbball, aber aus der 2. Basketball-Bundesliga. Für seine Einheiten ist er daher immer auf der Suche nach neuen Trainingsmethoden, um seine Spielerinnen besser zu machen. „Wir arbeiten viel mit Functional Fitness“, sagt Thorsten Böger und erklärt dabei, dass er weniger auf Ausdauereinheiten setzt, sondern mehr auf Übungen mit dem eigenen Körpergewicht – wie dem Wandsitzen. „Solche Übungen sind zwar kurz, aber sie stärken die Stabilität des Körpers. Und das sieht man.“ Der ehemalige Basketballer scheut im Zuge dessen den inspirierenden Blick in andere Sportarten nicht. So arbeite er auch mit Übungen aus dem Fußballbereich.

Aber selbst das ausgeklügelste Training reicht nicht für den Erfolg, wenn das Team nicht zusammenpasst. Doch die Chemie bei den Brinkumerinnen stimmt. „Wir können bereits über eine lange Zeit zusammenarbeiten“, nennt Böger einen Vorteil, dass die Korbball-Jugend bereits seit Jahren nahezu unverändert zusammenspielt – und das erfolgreich. Vor zwei Jahren verpasste sie nur knapp bei der Deutschen Meisterschaft den Titel. In diesem Jahr lief es noch besser für Böger und sein Team.

„Wir kannten das alles schon, daher konnten wir unser Spiel spielen“, sagt Dana Stöver, die sich seit ihrem fünften Lebensjahr dem Korbball verschrieben hat. „Wir haben ein sehr gutes Team. So gut wie jetzt haben wir noch nie zusammengespielt“, ist die 17-Jährige überzeugt, die das Halbfinale bei den Landesmeisterschaften im März als eines der entscheidenden Spiele ansieht: „Da haben wir gemerkt, dass wir alle unbedingt gewinnen wollen.“ Erst kurz vor Schluss schafften die Brinkumerinnen den Ausgleich und gewannen das Duell gegen den Ovelgönner TV mit 14:9.

Ein Ergebnis des professionellen Trainings, denn die FTSV-Korballerinnen spielen testweise auch gegen Damenmannschaften wie etwa denen des TSV Thedinghausen oder des TuS Sudweyhe, die in höheren Spielklassen antreten. Für Thorsten Böger sind die Duelle wichtig, „um die Härte kennenzulernen“. Natürlich treffen zwei unterschiedliche Kaliber aufeinander, was aber vor allem mit dem Alter der Brinkumerinnen zusammenhängt. „Mit 24 und 25 Jahren spielt man den besten Korbball“, weiß Böger, der seine Mannschaft auf einen guten Weg sieht: „Bei uns fehlt noch die Übersicht, aber die kommt noch mit der Zeit.“ Daher sei es besonders wichtig, dass das Team zusammenbleibt. „Wir bleiben erst einmal so, wie wir jetzt sind“, versichert Mannschaftsführerin Lea Reiners, die selbst den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft als ein kleines Geheimnis des Erfolges betrachtet.

Wie es allerdings für die A-Jugend in der Zukunft weitergeht, ist noch nicht final geklärt. Da drei Spielerinnen – darunter auch Reiners selbst – gerade ihr Abitur gemacht haben, wird sich gegebenenfalls personell etwas in Bögers Team ändern. „Vielleicht schaffen wir es nächstes Jahr noch einmal, eine Mannschaft für die A-Jugend zu melden“, zeigt sich Dana Stöver optimistisch. Davon geht auch Trainer Thorsten Böger aus. Schließlich sei das Ende der Fahnenstange bei ihm und seinen Spielerinnen noch nicht erreicht: „Wir sind schon fast auf dem höchsten Level, aber wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen.“

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