Pokalüberraschung in Hasbergen Brune macht die Sensation perfekt

Delmenhorst. Der Kreisliga-Aufsteiger TuS Hasbergen hat den Favoriten SV Tur Abdin im Elfmeterschießen aus dem Stadtpokal rausgeworfen. Torben Brune wurde zum Pokalheld als er den entscheidenden Strafstoß zum 10:9 Endstand verwandelte.
05.08.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Daniel Cottäus

Delmenhorst. Dafür, dass er gerade für die Entscheidung gesorgt hatte, wirkte Torben Brune erstaunlich unaufgeregt. "Ich habe nicht nachgedacht, bin zum Punkt gegangen und habe einfach geschossen", schilderte der Verteidiger des TuS Hasbergen die Szene, nach der er von seinen Teamkollegen unter einer großen "Jubeltraube" begraben wurde. Mit seinem verwandelten Strafstoß im Elfmeterschießen zum 10:9 (2:2, 1:1)-Endstand hatte Brune die Sensation perfekt gemacht - und dafür gesorgt, dass der Kreisliga-Aufsteiger den Titelfavoriten SV Tur Abdin in der ersten Runde des Stadtpokals aus dem Wettbewerb warf.

"So etwas passiert. Die Liga ist für uns ohnehin wichtiger als der Pokal", wollte Abdins Mathias Demir der überraschenden Niederlage nicht allzu große Bedeutung beimessen - trabte dann aber doch enttäuscht in Richtung Kabine. Coach Yousef Yousef fand da schon deutlichere Worte als sein Abwehrchef: "Das ist sehr schade. Wir wollten ins Finale, haben heute aber leider überhaupt nicht zu unserem Spiel gefunden." In der Tat - der Favorit tat sich von der ersten Minute an schwer gegen kämpferisch aber auch spielerisch überzeugende Hasberger. So hatte Bastian Ernst bereits in der achten Minute die Chance, den Aufsteiger in Führung zu bringen: Seinen gefühlvollen Schlenzer lenkte Abdin-Keeper Yüksel Aslan aber gerade noch über das Tor.

Nur zwei Minuten später verwandelte sich das Pokalspiel dann in eine wahre Wasserschlacht - ein Gewitter sorgte für starken Dauerregen bis zum Schlusspfiff. "Wir haben trotz des Wetters versucht, unser Kombinationsspiel aufzuziehen, das war vielleicht der falsche Weg", haderte Yousef, sprach Hasbergen aber auch ein Lob aus: "Sie haben stark gekämpft und wurden dafür am Ende belohnt." Schon im ersten Durchgang war das Rodewyk-Team immer wieder gefährlich vor Abdins Tor aufgetaucht - und konnte dabei nicht immer mit fairen Mitteln gestoppt werden. Als Mathias Demir den starken Waldemar But im Strafraum zu Fall gebracht hatte, entschied Schiedsrichter Falk Ölkers (TV Jahn Delmenhorst) auf Elfmeter. Kevin Nowak ließ sich nicht lange bitten und traf zum 1:0 für den Außenseiter (27.).

Es schien in der Folge fast so, als hätte Abdin erst nach dem Rückstand gemerkt, dass die Zeit der Vorbereitung vorbei ist. Die Yousef-Elf erarbeite sich ein optisches Übergewicht - und kam zu Chancen. Zunächst setzte William Celik den Ball nach feinem Zuspiel von Daniel Eckert knapp über das Tor (30.), kurz vor der Pause machte er es dann besser. Nachdem Hasbergens Keeper Kevin Ueberschär einen Flachschuss nach vorne Abprallen ließ, war Celik zur Stelle und markierte den Ausgleich (43.). Eckert hätte vor der Pause beinahe noch für die Führung gesorgt, scheiterte aber per Kopf (44.).

Im zweiten Durchgang setzte Hasbergen dann nur noch vereinzelt Nadelstiche, der Druck des Favoriten hingegen wurde immer größer. Als der zur Pause eingewechselte Christian Kaya nach schöner Einzelleistung zum 2:1 für Abdin traf (80.), schien das Spiel entschieden. "Wir haben trotzdem noch an uns geglaubt und haben dann auch etwas Glück gehabt", schilderte Rodewyk die Szene in der Nachspielzeit, die Abdin kurzzeitig in Schockstarre versetzte. Kevin Nowak hatte in der letzten Szene der Partie nach einem hohen Ball im Strafraum die Übersicht behalten und zum 2:2 getroffen (90.+3). Nachdem im Elfmeterschießen insgesamt 14 Schützen getroffen hatten und Abdin-Torwart Aslan mit seinem Versuch am Pfosten gescheitert war, schlug die Stunde von Torben Brune.

"Wir haben heute gezeigt, dass wir über den Kampf auch Spiele gegen Favoriten gewinnen können", sagte der völlig durchnässte Hasberger Pokalheld auf dem Weg in die Kabine.

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