Handball-Bundesliga männliche A-Jugend Bundesliga-Heimauftakt missglückt

Trotz einer deutlichen Niederlage gegen den THW Kiel ist man aufseiten der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg nicht unzufrieden.
17.09.2017, 20:28
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Frederic Oetken

Bookholzberg. Nach dem ersten Bundesligapunkt in der Vereinsgeschichte wurden nun auch die ersten sechzig Bundesligaminuten in der heimischen Halle am Ammerweg absolviert. Und zu diesem Debüt empfing die männliche A-Jugend der HSG Grüppennbühren/Bookholzberg keinen geringeren Gegner als den großen THW Kiel. Nach einem aufopferungsvollen Kampf musste sich die Mannschaft von Stefan Buß und Andreas Müller aber letztlich deutlich mit 22:40 (9:18) geschlagen geben.

Für den gesamten Verein war dieses Spiel am Sonntagmittag besonders. Bereits über eine Stunde vor Spielbeginn war die Halle restlos ausverkauft, sodass sich beide Mannschaften schon vor einem großen Publikum aufwärmten. Kurz vor Spielbeginn nahm sich dann der Vorsitzende der Spielgemeinschaft, Holger Jüchter, das Mikrofon des Hallensprechers und richtete dankende Worte an alle Helfer und Sponsoren, die dieses Projekt Bundesliga überhaupt möglich gemacht haben.

Um genau 14 Uhr ertönte der Anpfiff der beiden Unparteiischen zur ersten Bundesligapartie am Ammerweg: Die 320 Zuschauer unterstützten ihre Mannschaft von der ersten Minute lautstark und feierten den ersten Treffer durch Bennet Krix per Siebenmeter frenetisch. Buß und Müller ließen von Beginn an in einer 6:0-Formation verteidigen, bei der zunächst der überragende Kian Krause und Tilmann Dehmel den Innenblock bildeten. Im Angriff agierten die Hausherren ohne Linkshänder. Sie wirkten gerade in der Anfangsphase sehr nervös, ihnen unterliefen unnötige Fehler. Doch auch Kiel erlaubte sich einige Ballverluste, sodass Dehmel in der neunten Spielminute nach einem klasse Zuspiel von Krause zum 3:3 ausglich.

In der Folge legte Kiel jedoch eine Schippe drauf und setzte sich binnen sieben Minuten auf 10:6 ab. Grund dafür war, dass Bookholzberg im Angriff teilweise nicht mit genügend Druck spielte und nicht konsequent genug auf die Nahtstellen ging. Und wenn sie sich mal eine gute Chance herausgespielt hatten, scheiterten sie häufig am stark aufgelegten Kieler Schlussmann. In der Deckung agierte man dann teilweise zu passiv und auch die eigenen Torhüter gaben nicht die nötige Sicherheit. Die erste Parade aufseiten der HSG verzeichnete Simon Schreiner erst in der 18. Minute.

Bookholzberg leistete sich nun immer mehr Fehler und gerade die versuchten Anspiele an den Kreis missglückten zu häufig, sodass Buß sich gezwungen sah, bereits in der 23. Minute beim Stand von 6:15 seine zweite Auszeit zu nehmen. Kiel bestrafte nämlich jeden Fehler konsequent per Gegenstoß oder über die zweite Welle. "In dieser Phase haben wir vorne völlig kopflos gespielt und waren viel zu ungefährlich. Das hat Kiel eiskalt bestraft“, stellte Buß fest.

Nach dem Seitenwechsel versuchte Bookholzberg, das Tempo etwas zu erhöhen, doch der THW zeigte an diesem Tag ein hervorragendes Rückzugsverhalten und zwang die HSG damit immer wieder in das gebundene Spiel. Aufseiten der Gastgeber war es gerade im zweiten Durchgang Krause, der seine Mannschaft durch sehenswerte Aktionen im Spiel hielt. Einen herben Rückschlag mussten die Bookholzberger dann in der 46. Minute hinnehmen: Bei einer Eins-gegen-eins-Aktion rutschte Piet Gerke weg und knallte mit seinem Gesicht gegen das Knie eines Gegenspielers. Gerke erlitt einen Cut unter dem Auge und musste ins Krankenhaus gebracht werden – sein Verlust machte sich im Angriff bemerkbar.

Doch die Buß-Sieben gab in keiner Phase auf und kämpfte weiter aufopferungsvoll. Kiel ließ die Zügel hingegen nicht einmal schleifen und legte – in steter Beständigkeit – Tor um Tor nach. Bereits fünf Minuten vor dem Ende führte die Mannschaft des ehemaligen THW-Spielers Klaus-Dieter Petersen bereits mit 36:22. Das Publikum zollte der jungen Mannschaft aber viel Respekt und erhob sich kurz vor dem Ende von den Sitzen und klatschte trotz der hohen Niederlage.

Auch Stefan Buß war nach dem Schlusspfiff keineswegs enttäuscht. "Das war ein schönes Erlebnis für alle Beteiligten. Die Kulisse war überragend und die Jungs haben bis zur letzten Minute alles gegeben. Man merkt natürlich schon, dass der THW individuell einfach eine Klasse besser ist. Aber wir haben das Spiel heute komplett genossen“, sagte der HSG-Übungsleiter.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+